Freiflächenphotovoltaikanlage soll auf ehemaliger Hawk-Stellung auf dem Lohberg entstehen

Solarstrom von der Raketenstation

Sieben Menschen marschieren über eine grüne Wiese.
+
Viel Platz für Solarmodule bieten die Grünflächen rund um die ehemalige Raketenstation.

Auf der höchsten natürlichen Erhebung im Landkreis Verden, dort, wo während des Kalten Krieges Flugabwehrsysteme auf ihren Einsatz warteten (wozu es glücklicherweise nie kam), sollen künftig Solarzellen Strom erzeugen: Auf dem Gelände der ehemaligen Hawk-Stellung auf dem Lohberg möchten die heutigen Eigentümer, das Landwirts-Ehepaar Anke und Onno Bremer aus Kükenmoor, eine sieben Hektar große Freiflächenphotovoltaikanlage errichten. Die Gemeinde Kirchlinteln will den Bremers dies ermöglichen und steigt jetzt in die Planungen ein.

Hohenaverbergen – Bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Gelände, das derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, war gestern auch Karin Vesper dabei, beim Landkreis Verden eine Expertin für raumordnerische Fragen. Sie bestätigte: „Das Interesse an solchen Anlagen nimmt spürbar zu, uns liegen mehrere Anfragen aus dem Kreisgebiet vor.“

Die Kirchlintler Politik hat sich mit diesem wachsenden Interesse befasst. Die grundsätzliche Ausrichtung der Gemeinde sah bisher vorrangig Dachflächen für die Nutzung von Solarenergie vor. Die Verwaltung prüfte vergangenes Jahr, unter welchen Voraussetzungen auch Freiflächenanlagen realisiert werden könnten und erstellte einen Kriterienkatalog. In einem ersten Leuchtturmprojekt soll nun das Vorhaben auf dem Gelände der ehemalig militärisch genutzten Fläche auf dem Lohberg realisiert werden.

Und da steckt einiges an Arbeit drin: „Wir ändern den Flächennutzungsplan und stellen einen Bebauungsplan auf, komplett mit Umweltbericht und allem, was dazu gehört“, erklärt Stella Müller aus dem Amt für Gemeindeentwicklung und Bauen, die das Projekt gemeindeseitig betreut.

Die Bremers haben das Gelände, das bis 1997 eine Raketenabwehrstation der Bundeswehr war, vor sieben Jahren erworben. „Derzeit nutzen wir die Grünflächen für die Beweidung durch Rinder“, erzählt er. Aber die Flächen seien nicht dafür geeignet, mit dieser Art der Bewirtschaftung Gewinne zu erzielen. Das Gelände ist stark versiegelt, selbst in den Weidebereichen tauchen unter dem Gras immer wieder Betonflächen auf: ehemalige Straßen zu den Abschussrampen, Bunkeranlagen, Leitungen und Kanäle. Das Gelände ist als stillgelegte militärische Einrichtung vorbelastet. Allerdings: Für die Realisierung der Solaranlage ist die vorhandene Infrastruktur hilfreich, weil das Gelände bereits umfangreich mit erschlossen ist. „Für den Brandschutz gibt es hier bereits einen Hydranten“, sagt Bremer. Der alte Trafo müsse zwar noch ertüchtigt werden, aber Erschließungen, wie Erdarbeiten für Leitungsverlegung, seien abseits des Grundstückes nicht notwendig.

Laut der Planungsunterlagen sollen circa 22 000 Photovoltaikmodule auf sogenannten Modultischen reihenförmig aufgebaut werden. Da bei Rinderhaltung die Gefahr von Schäden an den Anlagen bestehe, würden die bereits vorhandenen Stallungen angepasst: Sie sollen künftig Schafe beherbergen, die unter den Modulen grasen können. Dort, wo das Gelände von der Straße her einsehbar ist, sollen Bepflanzungen vorgenommen werden, damit das Landschaftsbild nicht gestört wird.

Die bestehenden Gebäude auf dem insgesamt elf Hektar großen Gelände, die meisten von ihnen Ende der 50er-Jahre gebaut, sind nicht Gegenstand der Planungen, es geht nur um die sieben Hektar, die – zumindest oberflächlich – unbebaut sind. „Man findet hier immer wieder Fundamente unter der Erde“, erzählt Onno Bremer.

Wie lange es mindestens dauern wird, bis auf dem Lohberg die ersten Solarmodule aufgestellt werden können, weiß Gemeindemitarbeiterin Stella Müller: „Wenn nichts dazwischen kommt, könnte man die Planungen in einem Jahr schaffen. Das wäre dann aber sehr sportlich.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Meistgelesene Artikel

Amazon-Logistikzentrum nimmt in Achim seinen Betrieb auf

Amazon-Logistikzentrum nimmt in Achim seinen Betrieb auf

Amazon-Logistikzentrum nimmt in Achim seinen Betrieb auf
Fischerhuder Tontaubenschießstand: Grüne Rückenstärkung für Gegner

Fischerhuder Tontaubenschießstand: Grüne Rückenstärkung für Gegner

Fischerhuder Tontaubenschießstand: Grüne Rückenstärkung für Gegner
Achimer Autorin schreibt Fantasy-Trilogie

Achimer Autorin schreibt Fantasy-Trilogie

Achimer Autorin schreibt Fantasy-Trilogie

Kommentare