Sohlgleite verbessert ökologische Durchgängigkeit des Gohbachs

Gut für Fischotter und Co.

Ein Sohlabsturz im Gohbach bei Kükenmoor vor dem Umbau.
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Ein Sohlabsturz im Gohbach bei Kükenmoor vor dem Umbau.

Kirchlinteln - Die Aktion Fischotterschutz hat im Rahmen des Aller-Projektes mit dem Umbau von drei weiteren Sohlabstürzen in Kükenmoor die Gewässerrevitalisierung am Gohbach fortgesetzt. „Mit der Unterstützung des Flächeneigentümers Hermann Müller konnten diese Wanderhindernisse nun abgebaut und die Strukturvielfalt sowie die Biotopvernetzung verbessert werden“, freut sich Anke Willharms, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Fischotterschutz.

Durch Begradigung, Vertiefung und den Bau von Sohlabstürzen wurde der Gohbach einst stark ausgebaut und reguliert. „Dies führte dazu, dass viele Lebensräume für die heimische Flora und Fauna, Laichhabitate für Fische und Wandermöglichkeiten für die aquatischen Lebewesen stark beeinträchtigt wurden“, erklärt Anke Willharms. So seien damals im Gohbach bei Kükenmoor auf einer kurzen Strecke von zirka 400 Metern drei Sohlabstürze aus Beton und Steinen eingebaut worden. Starke Auskolkungen in der Sohle hätten für Höhenunterschiede von bis zu 90 Zentimetern gesorgt. „Insbesondere bei niedrigen Wasserständen stellten diese Abstürze mit ihren Betonsohlen für die Wasserlebewesen Barrieren dar.“ Aus diesen Gründen wurde im Rahmen des Aller-Projektes der Bau einer naturnahen Sohlgleite in Auftrag gegeben.

Damit zukünftig die Bachforellen wieder bachaufwärts schwimmen könnten, seien die drei Betonabstürze entfernt und der Höhenunterschied durch ein Kiesgemisch auf 400 Metern Länge ausgeglichen worden. „Durch eine geschwungene Niedrigwasserrinne wurde für genügend Wassertiefe gesorgt, die den Fischen wieder das Aufwärts-Schwimmen ermöglicht. Hierdurch und durch den Einbau von Störsteinen hat der ehemalige monotone und sandige Verlauf des Gohbachs zum einen mehr Strukturvielfalt und zum anderen wieder eine kiesige Sohle erhalten, die für viele Wasserlebewesen einen wichtigen Lebensraum darstellen und für Fische Laichhabitate bieten“, so die Expertin.

Diese Maßnahme konnte aber nur realisiert werden, da der Flächeneigentümer und Landwirt Hermann Müller der Maßnahme zustimmte und das Befahren seiner bereits eingesäten Fläche erlaubte. „Wir freuen uns sehr, dass wir dank der guten Zusammenarbeit mit den Behörden, dem Unterhaltungsverband und dem Flächeneigentümer die Sohlabstürze im Gohbach umbauen konnten. Dies war seit letztem Herbst die dritte Maßnahme am Gohbach. Hierdurch konnten wir die Revitalisierung flussabwärts fortsetzen und wir hoffen, dass noch weitere gemeinsame Projekte zur ökologischen Aufwertung folgen werden“, so Anke Willharms.

Im Herbst 2014 wurden bereits zwei große Sohlabstürze im Gohbach bei Brunsbrock in eine naturnahe Sohlgleite umgebaut. Bei einer weiteren Maßnahme flussabwärts wurden Strömungslenker und Kiesbetten eingebaut, um die eigendynamische Entwicklung zu unterstützen. Mit der Maßnahme in Kükenmoor wurde nun die ökologische Aufwertung des Gohbachs fortgeführt.

Das Aller-Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und von Volkswagen gefördert. Schwerpunkt ist es, Nebengewässer der Aller zu revitalisieren und einen überregionalen Biotopverbund im Einzugsgebiet der Aller zu entwickeln.

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