Sitzmöbel der bekannten Firma Thonet / Spende an den Heimatverein

Alte Stühle entpuppen sich als echte Klassiker

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Alexandra Suckert, Heimatverein Kirchlinteln, Raumausstatter Albrecht Pointmayer und Marie-Christine Wittek, zweite Vorsitzende des Heimatvereins, (v.l.) mit den neu aufgepolsterten Stuhlklassikern von Thonet. Jetzt soll das Holz aufgearbeitet werden.

Kirchlinteln - Als der Heimatverein Kirchlinteln eine Spende von vier alten Buchenholzstühlen bekam, war zunächst gar nicht klar, dass es sich dabei um echte Klassiker handelt. „Im ersten Moment habe ich es gar nicht erkannt, aber dann habe ich mir gedacht, es könnte Thonet sein“, so Albrecht Pointmayer.

Der Polsterer und Raumausstatter hatte sich bereiterklärt, die Stühle kostenlos aufzupolstern. Ein Stempel auf der Unterseite brachte es schließlich an den Tag: Die Sitzmöbel stammen wirklich aus der Fertigung der bekannten Firma Thonet. Firmengründer Michael Thonet gilt als ein Wegbereiter der modernen Möbelfertigung. Er entwickelte die Technik des Biegens von massivem Buchenholz über Dampf, so dass erstmals Stühle industriell hergestellt werden konnten. Der Durchbruch gelang Thonet im Jahr 1859 mit dem Stuhl Nr. 214, dem sogenannten Wiener Kaffeehausstuhl, der weltweit über 50 Millionen Mal produziert wurde.

Thonet galt im In- und Ausland als einer der erfolgreichsten Industriellen seiner Zeit. Die Firma Thonet besteht heute in der fünften Generation und produziert auch weiterhin Klassiker. Neben den Bugholzmöbeln ist Thonet auch für seine Stahlrohrmöbel bekannt.

Die Stühle des Heimatvereins könnten aus der Zeit um 1930 stammen, schätzt Pointmayer. Bei dem Modell handelt es sich zwar nicht um die legendäre Nr. 214, die Stühle dürften aber auch für den Kaffeehausbereich produziert worden sein. „Durch die Biegetechnik und dadurch, dass das Holz miteinander verschraubt wurde, sind die Stühle sehr stabil“, weiß der Fachmann. Die Rahmen und Sitzflächen sind durchnummeriert, passen so perfekt zusammen. „Nur bei einem Stuhl stimmen die Nummern nicht überein, da sieht man auch gleich einen größeren Spalt“, hat der Polsterer gleich bemerkt. Wie viel die Stühle heute wert sind, kann er nicht sagen, sie dürften aber preiswerter sein als das Modell 214, das immer noch produziert wird und mit 600 Euro gehandelt wird.

Mit der neuen Polsterung und dem Bezug aus strapazierfähigem Velours sind die Stühle jetzt jedenfalls wieder richtig bequem, wie die zweite Vorsitzende des Heimatvereins, Marie-Christine Wittek beim Probesitzen feststellt. „Nun möchten wir noch einen Schreiner finden, der das Holz aufarbeitet.“

ahk

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