CDU sieht keinen Bedarf / Umbau in der Schule würde viel zu teuer werden

Keine Mehrheit für eine neue Krippe in Kirchlinteln

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchlinteln - Es soll nun doch keine Krippe in der Lindhoopschule eingerichtet werden. Zu diesem Ergebnis kamen der Sozial-, der Bau- und Planungs- sowie der Finanzausschuss der Gemeinde Kirchlinteln bei einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag in der Schulmensa.

Der Rat hatte bereits im Mai beschlossen, in die Planungen für eine neue Krippe in der Schule am Lindhoop einzusteigen. Die Kostenschätzungen brachten jetzt ein ernüchterndes Ergebnis: Mehr als eine Million Euro würde der Umbau im stark sanierungsbedürftigen Trakt F kosten. Dringend notwendig wäre in diesem Zusammenhang eine Sanierung des Daches. Die Untersuchungen ergaben, dass ein Umbau mit Abriss des Obergeschosses und kompletter Dacherneuerung nur unwesentlich teurer wäre.

Der Neubau einer Krippe dagegen, zum Beispiel auf dem Bolzplatz an der Straße zum Lindhoop oder bei der Kindertagesstätte Unter den Buchen, würde nur circa 636000 Euro kosten. „Bei diesen Zahlen ist klar: Von dem Wunschgedanken, im Schulgebäude ein Familienzentrum zu etablieren, müssen wir uns verabschieden“, so Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Einstimmig wurde empfohlen, den im Mai getroffenen Ratsbeschluss bezüglich der Einrichtung einer Krippe in der Schule aufzuheben.

Dies geklärt, ging es um die Frage, ob ein Neubau auf den Weg gebracht werden solle. „Wir hätten im Trakt F drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, sagte Arne Jacobs (CDU). „Wir hätten in diesem Zuge das Dach sanieren und einen lang ersehnten Aufzug im Schulgebäude bauen – und natürlich die Krippe einrichten können.“ Da sich diese Option aber als nicht finanzierbar herausgestellt habe, müsse man sich fragen, wie der tatsächliche Bedarf nach einer neuen Krippe aussehe. „Wir haben derzeit 59 angemeldete Kinder und 75 maximal verfügbare Plätze.“ Bei sinkenden Geburtenzahlen könne er keinen drängenden Bedarf erkennen.

„Der Umstand, dass weniger Kinder geboren werden, sagt nichts darüber aus, wie viele Kinder tatsächlich in die Krippen kommen“, sagte Rodewald. Elke Beckmann (SPD), Vorsitzende des Sozialausschusses, erinnerte an den Wegfall des Betreuungsgeldes und den Zustrom von Flüchtlingen. „Wir können nicht einschätzen, wie sich diese beiden Faktoren auf die Betreuungsbedarfe auswirken werden.“

„Aber wir alle wissen, was passiert, wenn wir in der Gemeinde unter 10000 Einwohner rutschen“, sagte Richard Eckermann, Fraktionsvorsitzender der SPD, anspielend auf die damit verbundenen erheblichen Verluste von finanziellen Zuweisungen des Landes. Der geplante Bahnhalt in Kirchlinteln sei eine Chance, dagegen zu steuern: „Wir werden jetzt attraktiv für Pendler.“ Damit die aber auch wirklich kommen, müsse die Gemeinde Wohngebiete ausweisen – und dafür sorgen, dass die Neubürger eine gute Kinderbetreuung bekämen. Rodewald stimmte zu: „Wir müssen weiter als nur fünf Jahre in die Zukunft blicken.“

„Ganz schön forsch für eine Gemeinde, die sich im Prinzip schon wieder in der Haushaltssicherung befindet, die tatsächlichen Bedarfe hier einfach auszublenden“, befand Arne Jacobs. Finanzielle Großprojekte, wie nicht zuletzt eben auch der Bahnhalt, würden auf die Gemeinde zukommen. „Wer soll das finanzieren?“

„Wenn Sie dieses Lied schon anstimmen, dann frage ich mich, wieso wir auf Fördergelder vom Landkreis in Höhe von mehreren hunderttausend Euro verzichten sollten“, gab Rodewald zurück.

„Ich habe den Eindruck, dass wir immer nur nach Zuschüssen schielen“, so Ingrid Müller, CDU, Vorsitzende des Finanzausschusses. Zum Hintergrund: Der Landkreis steigt aus seiner bisherigen Investitionskostenförderung für neue Kinderkrippen zum 1. Januar aus. Die längstens noch bis Ende 2017 geförderten Baumaßnahmen müssen bis spätestens 30. November beim Landkreis angemeldet sein. Bei optimaler Förderung kann die Gemeinde für den Neubau einen Zuschuss in Höhe von bis zu 250000 Euro erwarten.

Die CDU, die die absolute Mehrheit hat, stimmte gemeinsam mit den Grünen gegen die Empfehlung eines Neubaus, die SPD votierte dafür. Die Entscheidung obliegt allerdings dem Rat, der am Montag, 16. November, 19.30 Uhr, im Möhlener Hus in Weitzmühlen in öffentlicher Sitzung tagt.

Unstrittig ist, dass das Dach des Traktes F der Schule am Lindhoop demnächst saniert werden muss. Es wird mit Kosten in Höhe von 140000 Euro gerechnet.

rei

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