Sexuelle Nötigung in Bendingbostel

„Sie hatte Angst“

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Symbolbild: Landgericht Verden

Bendingbostel - Heute wurde der Verdener Landgerichtsprozess gegen zwei 19 und 25 Jahre alte Angeklagte aus Etelsen fortgesetzt, die im September 2014 in ihrer damaligen Wohnung in Bendingbostel ein 17 Jahre altes Mädchen sexuell genötigt, beleidigt und verletzt haben sollen. Erste Zeugin an diesem dritten Verhandlungstag war die Mutter des Opfers.

Die Bremerin half dem Gericht, sich ein klareres Bild von der 50-prozentigen Behinderung ihrer Tochter zu machen. „Sie ist geistig ein wenig zurückgeblieben“, berichtet die 43-Jährige. Konzentrationsprobleme, Lernschwäche, Sprachentwicklungsverzögerungen nannte sie als Auswirkungen. „Sie ist ein sehr kontaktfreudiger und sehr positiver Mensch gewesen“, so die Bremerin.

Nach jenem Wochenende im September, das ihre Tochter bei einer neuen Freundin verbringen wollte, habe sich dies geändert. Begeistert sei sie nicht gewesen, aber sie habe ihrer Tochter vertraut, so die Mutter. „Wenn was ist, dann melde Dich“, habe sie der damals 17-Jährigen mit auf den Weg gegeben. Doch das tat das Mädchen nicht.

„Sie hatte Angst“, so die Mutter. „Sie war aufgelöst und kam auf mich zu gerannt. Ich wusste sofort, mit meinem Kind stimmt etwas nicht“, schilderte die Zeugin das Wiedersehen nach dem Wochenende. „Erst zeigte sie mir ihre ausrasierten Haare und erzählte dann, dass sie angepinkelt worden ist. Sie sagte: Mama, das war so viel. Das war so viel“, so die Zeugin.

In ihrer Aussage benannte die 43-Jährige viele ekelhafte Details, die Teil der Anklage sind und von denen die Tochter selbst schon vor Gericht berichtet hatte. Erniedrigungen, die strafrechtlich als Beleidigungen gewertet werden. Zudem habe die Tochter viele Hämatome gehabt. „Schmerzen hatte sie wohl, doch die Traurigkeit war größer“, antwortete die Zeugin auf eine Frage des Gerichts.

Eine 18-Jährige aus Achim wurde als weitere Zeugin gehört und dabei kamen nicht nur Details der angeklagten Taten zur Sprache. Die Zeugin kennt den Angeklagten Florian F. schon länger und sprach Taten an, für die er bereits vor Gericht gestanden haben soll. Betrug und Brandstiftung kamen zur Sprache. „Ja, da kann ich ihnen noch viel erzählen“, so die 18-Jährige auf eine Frage des Verteidigers. Näher nachgefragt hat er dann nicht.

Verlesen wurden frühere Verurteilungen, die sowohl den 19-jährigen Dennis S. als auch den 25-Jährigen Florian F. betreffen. In einem Fall sollen sie versucht haben, das Auto eines Bekannten aus Achim in Brand zu stecken. Es kam nicht zum Vollbrand, aber zu einem wirtschaftlichen Totalschaden. Dennis S. verbüßt derzeit dreieinhalb Jahre Jugendstrafe. Florian F. befindet sich auf freiem Fuß, steht aber unter laufender Bewährung. Morgen wird der Prozess fortgesetzt. - wb

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