Sebastian Lechner vom Petitionsausschuss informiert über „Suedlink“

Noch keine Entscheidung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchlinteln - Wohl nichts bewegt die Gemüter in der Gemeinde Kirchlinteln zurzeit so sehr, wie die Stromtrasse „Suedlink“, die nach den Plänen des Netzbetreibers Tennet mitten durch die Gemeinde führen soll. Im Januar wurde eine Petition persönlich an den Landtagspräsidenten Bernd Busemann übergeben. Jetzt machte sich der zuständige Berichterstatter im Petitionsausschuss, Sebastian Lechner, ein Bild vor Ort. Seine Kernaussage: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Das Müllerhaus sei bewusst als Treffpunkt gewählt worden, so Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Sei es doch im Zuge der Dorferneuerung Lintler Geest eines der „Schmuckstücke“. Weiter betonte der Bürgermeister, dass man nicht generell gegen eine Trasse sei, aber es gebe viele Fragezeichen. „Wir setzen uns dafür ein, dass keine landwirtschaftlichen Flächen betroffen sind.“ Ferner forderte er, dass im Falle einer Erdverkabelung nur solche verwendet werden, die sich technisch auf dem neuesten Stand befinden, also weniger Strahlung und Wärme abgeben. „Mit einem solchen Erdkabel könnten wir eventuell auch in Kirchlinteln leben.“

Arne Jacobs (CDU), Vorsitzender des Gemeinderats, machte deutlich, dass alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen an einem Strang ziehen. Gegenüber der Energiewende sei man „sehr aufgeschlossen“, allerdings werde der Trassenverlauf entlang der A7 und am Rand des Truppenübungsplatzes favorisiert. Für den Fall, dass Landwirte in Kirchlinteln dennoch betroffen seien, forderte Jacobs eine „angemessene und dauerhafte Entschädigung“. Ferner wies er noch einmal darauf hin, dass die Gemeinde Kirchlinteln mit dem Dorferneuerungspreis über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Über 200 Maßnahmen wurden durchgeführt und 13 Millionen Euro investiert.

Wilhelm Hogrefe forderte, dass das Land seine Raumordnungskompetenz nutzt und einen eigenen Trassenvorschlag macht. „Doch dazu fehlt der Mut. Verantwortliches Handeln würde anders aussehen“, monierte Hogrefe. Niedersachsen, das schließlich Vorreiter bei der Energiewende sein möchte, müsse sich aktiv bei der Trassenfindung einbringen. Zudem müsse das Land berücksichtigen, dass der Freiraum erhalten bleibe und Gebiete mit prämierten Dörfern ausgespart würden. Die Entschädigungsfrage bezeichnete Hogrefe als „sehr sensibel“. Dauerhafte Belastungen der Landwirte müssten verhindert werden. „Diese Dinge müssen in Hannover ernst genommen werden“, forderte Hogrefe.

Er sei sehr gern nach Kirchlinteln gekommen, versicherte Lechner. „Es ist wegweisend, was Sie hier gemacht haben.“ Er wies darauf hin, dass noch nichts entschieden sei. „Wir sind noch früh im Verfahren. So bietet die noch ausstehende Antragskonferenz eine große Möglichkeit, Alternativvorschläge einzubringen.“ Auch das Land könne Vorschläge machen. Aus allen Vorschlägen wähle dann die Bundesnetzagentur jene aus, die detailliert geprüft werden. „Dann folgen regionale Konferenzen, wo es wiederum die Möglichkeit gibt, sich einzubringen. Erst danach wird entschieden, welcher Vorschlag in das Planfeststellungsverfahren gehen soll.“

Er hoffe, ein einheitliches Votum der Fraktionen für die Petition zu erreichen. Lechner sieht zudem gute Chancen, dass die Eingabe der Landesregierung zur Abwägung überwiesen wird. Damit werde der Landesregierung empfohlen, im Interesse des Einsenders in eine weitere oder nochmalige Prüfung der Angelegenheit einzutreten und gegebenen- falls noch nicht berücksichtigte Tatsachen und Gesichtspunkte in ihre weiteren Überlegungen einzubeziehen.

ahk

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