In der Pandemie planen die Vereine in Kirchlinteln ihre Sommerfeste vorsichtig

Schützen geben die Hoffnung nicht auf

Wieder durchkreuzt die Pandemie die Pläne der Schützen in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Jahreshauptversammlungen fallen dem Coronavirus zum Opfer. Vorsichtig visieren sie dennoch ihre Sommerfeste an.

Erinnerung an bessere Zeiten: Beim Kirchlintler Schützenfest im Jahr 2019 waren Abstand und Maske noch überhaupt kein Thema. Wie – und ob – in diesem Jahr gefeiert werden kann, ist noch völlig unklar.

Kirchlinteln – „Für die Gemeinschaften in den Orten ist die neueste Entwicklung der Pandemie eine sehr schwierige Situation, das gilt auch für die Schützenvereine“, ist der als Schießsportleiter im Schützenverein Kreepen-Brammer amtierende Udo Freitag in großer Sorge: Wie schon 2020 und 2021 droht den Vereinen erneut die Verschiebung oder Absage der Schützenfeste und auch andere gemeinschaftliche Feste stehen auf dem Prüfstand.

Während der Schießsportbetrieb zwischenzeitlich wieder komplett ruht, sind auch die meisten Jahreshauptversammlungen schon verschoben worden. Die Planungen für die später im Jahr stattfindenden Schützenfeste laufen vorerst in den Vereinen weiter, denn nach 2020/2021 ohne diese Tradition scheint die Saison zurzeit noch nicht akut gefährdet zu sein. Trotzdem werden in einigen Vereinen schon Alternativen angedacht, dieses Fest nach den dann geltenden Regelungen in etwas abgespeckter Form zu feiern.

„Notfalls feiern wir in reduzierter Form“

Das gilt zum Beispiel für den Schützenverein Stemmen, der sein Fest für den 7. Mai terminiert hat. „Wir werden das Fest zu dem Zeitpunkt feiern, wie es dann erlaubt ist. Möglichst wie immer, notfalls aber auch in einer reduzierten Form“, so der Vorsitzende Jörg Storch in einer Pressenotiz. Der Schießbetrieb sei auf Null herunter gefahren und außerdem die an sich in Kürze stattfindende Jahreshauptversammlung verschoben worden. „Trotzdem haben wir keine Austritte – sondern nur Zugänge zu verzeichnen, denn allgemein ist die Stimmung gut und alle hoffen auf sinkende Zahlen und ein Ende der Pandemie.“

„Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Pfingsten unser Schützenfest wie geplant und im üblichem Rahmen feiern dürften, warten aber erst einmal ab“, schildert Katharina Schreiber, Vorsitzende des Schützenvereins Bendingbostel, die Situation in ihrem Verein. Zurzeit finde gar nichts statt, was vor allem die Kinder und Jugendlichen bedauerten. „Im Vorstand sind wir uns jedoch einig, dass wir uns strikt an die geltenden Vorgaben halten“. Ähnlich ist die Situation in Sehlingen, wo Mitte Mai das Schützenfest gefeiert wird. „Sollte das dann noch nicht möglich sein, lassen wir uns etwas anderes einfallen“, so der Vorsitzende Andreas Cordes.

Freude über einen Zuwachs von Mitgliedern

„Mitte des vergangenen Jahres hatte man noch die Hoffnung, dass im kommenden Jahr alles besser wird. Aber jetzt sind wir schlauer, denn auch 2022 werden wir wohl vorerst noch einige Zeit mit der Pandemie leben müssen“, so Volker Horstmann, Vorsitzender des Schützen- und Sportvereins Neddenaverbergen. Trotz des erneuten Lockdowns im sportlichen Bereich sowie der Sorge um die akut noch nicht anstehende Frage, ob das Schützenfest gefeiert werden kann, freut er sich über einen Zuwachs an Mitgliedern um fünf auf 246 in mehreren Sparten. „Das spricht natürlich für unser Angebot sowie der Arbeit der sportlichen Leiter und Trainer sowie der Verantwortlichen“.

Aktuell sei das Übungsschießen auch beim Schützenverein Kreepen-Brammer gemäß der verordneten „Weihnachtsruhe“ ausgesetzt, erläuterte Freitag noch. Bis dahin habe einige Zeit das Übungsschießen nach dem strikten Hygiene-Konzept stattfinden können, ebenso das Herbstpreisschießen unter den damals geltenden 3G Regeln. Seit Dezember gelte im Schießstand die 2G-Regel. Wer nicht geimpft sei, für den sei der Zugang in den Schießstand eben nicht erlaubt. Er sei dank des Internets und insbesondere der Seite des Landkreises ziemlich gut über die geltende Situation im Bilde und könne schnell reagieren: „Vielleicht bin ich sogar vorsichtiger als notwendig, aber sicher ist sicher.“

Einen Mitgliederschwund stellte Udo Freitag nicht fest, die Schützen hielten dem Verein auch weiterhin die Treue. Noch ungewiss sei allerdings, ob im Februar die Generalversammlung stattfinden könne. Dass die vom Kreisschützenverband Verden für Februar ausgeschriebenen Kreismeisterschaften stattfinden können, sei unwahrscheinlich. Er hoffe aber darauf, dass das für Ende Juli geplante Schützenfest dann tatsächlich wieder eine schöne Veranstaltung werden kann – verbunden mit dem Wedehof-Pokalschießen mit den Vereinen aus Süderwalsede und Holtum.

Von Harald Röttjer

Zeitweise verwaist: Im Moment liegt der Schießbetrieb in den Schützenhallen, wie hier in Neddenaverbergen, auf Eis.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Leeske

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