Ausschuss bereist die Gemeinde

Sanierungsprojekte stehen in Armsen und Ihlden an

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Der Ausschuss macht sich ein Bild von der Überackerung am Everser Bach in Holtum.

Kreepen - Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen der Gemeinde Kirchlinteln hat nach einer vierstündigen Bereisung die Prioritäten für die Wege- und Straßensanierung erarbeitet.

Nach Anträgen der CDU- und der SPD-Fraktion wird eine zwölfköpfige Wegekommission eingerichtet mit Vertretern des Rates, der Verwaltung, des Landvolkes, des Tourismusverbandes, der Jägerschaft und des Nabu.

Kooperation mit einer universitären Einrichtung

Zuvor war beschlossen worden, dass die Verwaltung ein Straßen- und Wegekataster für die gesamte Gemeinde ausarbeitet. Dies solle möglichst kostensparend in Kooperation mit einer universitären Einrichtung geschehen. Auf diesem Kataster aufbauend, soll dann ab dem Sommer die Wegekommission weitere Schritte veranlassen.

Um nicht unnötig viel Zeit verstreichen zu lassen, wurden aber auch schon gleich zwei Projekte für 2017 in Angriff genommen. Als „Sanierung eines Forstweges“ wird der Giersbergweg in Armsen mit Bezuschussung von 70 Prozent durch die Landesforsten geplant. Hier bestünde Handlungsbedarf, weil dringend Schotter in sehr große und tiefe Mulden gefüllt werden müsse.

Seltene Eintracht im Rat

Ein Vorreiterprojekt könnte die Wiederherstellung des Weges von Neddenaverbergen nach Ihlden werden. Denn hier will die Jagdgenossenschaft des Ortes 18.000 Euro Drittmittel der Gemeinde zur Verfügung stellen. Unter der Annahme, dass aus dem Haushalt die gleiche Summe aufgebracht wird, könnte mit 36.000 Euro schon ein Großteil saniert werden. „Nedden wäre prädestiniert für dieses Projekt, und der Ort will sicher auch seinen Teil dazu beisteuern“, warb Ratsherr Lars Hogrefe (CDU) für das Vorhaben. Es werde bereits versucht, mit dem kostengünstigen Verfahren des Schotterfräsens und dem anschließenden Plattenverdichten den wichtigen Verbindungsweg auszubessern. Durch das Einschlagen von Eichenspaltpfählen soll der genaue Grenzverlauf festgelegt werden.

Das Thema „Überackerung der gemeindeeigenen Wege“ wurde ausführlich im Ausschuss erörtert. Schon bei der Bereisung wurden viele kostenlose Nutzungen des Gemeindegrundes durch Landwirte lokalisiert und nach Lösungsansätzen gesucht. Beispielsweise wurde ein Stichweg im Bereich Holtum am Everser Bach vollständig in Ackerland umgewandelt – eine rechtswidrige Handlung.

In seltener Eintracht zwischen den CDU-Vertretern und dem Grünen-Ratsherrn Frank-Peter Seemann wurde eine Problemlösung gefunden, die eine kompromissorientierte Vorgehensweise mit den Landwirten anstrebt. Doch was, wenn der Anlieger nicht kompromissbereit ist? „Als Erstes wird der Betroffene schriftlich zur Unterlassung des Überackerns aufgefordert. Danach erfolgt eine Pachtforderung und als letzter Schritt verbleibt noch die Anzeige der unrechtmäßigen Nutzung mit allen strafrechtlichen Folgen“, erklärte Rodewald dem Ausschuss. Ratsherr Heinz Bischoff schlug vor: „Wir könnten an der Grenze auch einen Graben ziehen, dann wäre der Weg gleich vernünftig entwässert.“

Vorschlag: Seitenstreifen als Blühstreifen statt Ackerland

„Die Natur sollte von der Wegekommission profitieren durch einen naturnahen Seitenraum – und nicht nur der Ausbau“, forderte Landschaftswartin Sylke Bischoff als beratendes Ausschussmitglied. Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Ritz hatte eine Idee im Zusammenhang mit der Überackerung: „Wir sollten das Angebot machen, dass der Landwirt die Seitenstreifen nicht mehr als Acker nutzt, sondern zum Blühstreifen ändert. Wenn er dabei schlau vorgeht, nimmt er von seiner Fläche so viel dazu, dass er auf die förderwürdigen sechs Meter Breite kommt.“

Außerdem informierte sich der Ausschuss über die Fördermöglichkeiten bei der Wegesanierung im Rahmen eines Vortrages von Hans-Ludger Gerdes vom Amt für regionale Landesentwicklung. Dazu folgt ein Bericht in einer unserer nächsten Ausgaben.

lee

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