Kirchlintler erleben informativen Kurzurlaub in tschechischer Partnergemeinde

Rock’n’Roll im Haus Olga

Die Kirchlintler vor dem Rathaus von Letovice. Die Tage in der tschechischen Partnergemeinde werden den Ausflüglern sicher in guter Erinnerung bleiben. - Fotos: Meyer

Letovice/Kirchlinteln - Viele neue Eindrücke gewannen die „Freunde von Letovice“ während ihres Kurzurlaubs in Kirchlintelns tschechischer Partnergemeinde. Anlass der Reise ins rund 800 Kilometer entfernte Letovice war das sechste Drachenbootrennen.

Wie in den vergangenen zwei Jahren, wollten auch dieses Mal die Kirchlintler die Boote des Rathauses und der tschechischen sozialdemokratischen Partei (CSSD) komplettieren. Dabei ging es nicht ums Gewinnen, sondern um das Motto „Mitmachen ist alles“. Im Vordergrund stand die Freundschaft zwischen den Akteuren der beiden Partnergemeinden.

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die 17-köpfige Reisegruppe von Bürgermeister Vladimir Stejskal und seinem Stellvertreter Jiri Palbuchta im Rathaus empfangen und begrüßt wurde. „Das ist selbstverständlich, wenn Freunde kommen“, sagte Stejskal. Ein Besuch des Schlosses und des Parks folgte. 

Der 20 Hektar große Schlosspark wurde vor fünf Jahren durch die Stadt Letovice vom Besitzer des Schlosses für fünf Millionen Kronen (rund 200 000 Euro) gekauft. Die Zahlung erfolge in jährlichen Raten von einer Millionen Kronen, sagte Jiri Palbuchta, verbunden mit der Auflage für den Besitzer, 75 Prozent der Summe in die weitere Renovierung des Schlosses zu investieren.

Die Bewohner aus dem Haus Olga hatten für die Gäste aus Deutschland einige Tanz- und Gesangseinlagen vorbereitet.

Der Sonnabend war komplett mit dem Drachenboot-rennen am Stausee oberhalb von Letovice (wir berichteten) ausgefüllt. Nach der Erholungsphase am Sonntagvormittag besuchten die Kirchlintler das Museum in Horní Smirzov. Petr Polacekj, Bürgermeister der 140-Einwohner-Ortschaft, erinnerte in seiner Begrüßung an seine Besuche in Kirchlinteln. 

Bereits 2003 hatte ihn die erfolgreiche Umnutzung leerstehender Gebäude in der Geest interessiert. Hier bekam er die Idee, so etwas in seiner Heimat umzusetzen. Mithilfe von EU-Geldern und viel ehrenamtlichem Engagement konnte die Idee 2009 verwirklicht werden.

Die Urlauber besuchten auch das Haus Olga in Blansko. Hier arbeiten 35 Menschen mit geistiger Behinderung. Der Name der Einrichtung geht auf die beiden Gründerinnen zurück, die beide Olga heißen: Die mittlerweile verstorbene Olga Havlové und deren Freundin Olga Velanovych, die heute 92-jährig in Kanada lebt. 

Das Haus wurde 1993 eingerichtet und ist die erste nichtstaatliche Institution dieser Art in Tschechien, sagte die Leiterin Jana Kratochvilová. Die Mitarbeiter verkaufen auf Märkten die produzierten Schmuckstücke und andere handwerkliche Erzeugnisse und betreiben ein Café. Überrascht wurden die Gäste mit mehreren Gesangsstücken und einer Rock’n’-Roll-Tanzeinlage der Bewohner.

Den Abschluss des letzten Urlaubstages bildete der Besuch eines ehemaligen Atomschutzbunkers für den kompletten Armeestab der Region, ausgelegt für 125, im Notfall für 250 Soldaten. Telefonische Verbindungen nach Warschau und Moskau waren selbstverständlich, weil auch Atomwaffen hier lagerten.

Die Kirchlintler waren beeindruckt von den interessanten Besichtigungsterminen; der Kurzurlaub verging wie im Fluge.

hm

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