„Schule trifft Wirtschaft“

Der richtige Beruf - Emforce stellt Pflegebereich in Schule vor

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Karriere und Beruf: Susanne Davids-Bremermann (l.) erklärte den Schülern, was passen könnte.

Kirchlinteln - Von Henning Leeske. Die Pflegekrise sorgt in zahlreichen Einrichtungen für personelle Engpässe. Mit verschiedenen Maßnahmen sollen Arbeitskräfte kurzfristig für die Berufe in dem Bereich gewonnen werden. Der Verein Emforce machte an der Schule am Lindhoop Jugendliche mit der Ausbildung vertraut.

Unter dem Motto „Schule trifft Wirtschaft“ konnte Emforce-Vorsitzender Helmut Rothermel eine Expertin von den Berufsbildenden Schulen Verden (BBS) gewinnen. Fachlehrerin Susanne Davids-Bremermann referierte zum Thema „Ausbildungsberufe im Pflegebereich“. Davids-Bremermann stellte mit ihrer Kollegin Stefanie Beinsen Lehrinhalte vor, um danach an drei Stationen das Berufsbild praktisch zu vermitteln.

„Die Desinfektion ist ganz wichtig in unserem Beruf“, sagte Julia Blank aus Kükenmoor. Sie zeigte den Schülern, wie es funktioniert. Mit einem geeigneten Flüssigkeitsspender mussten die „Azubis“, ganz wie in der Praxis, mit dem Ellenbogen den Hebel drücken, um die keimtötende Lotion in die Finger zu kriegen. „Und jetzt den Daumen ordentlich mit der Handfläche reiben. Denn der muss richtig sauber sein, weil wir den bei der Arbeit mit den Menschen sehr viel brauchen“, schilderte die ehemalige Schülerin von der Kirchlintler Oberschule.

Die „Ehemalige“ erzählte von ihrem beruflichen Werdegang: „Die Pflege war eigentlich gar keine Option für mich, aber durch eine familiäre Situation hatte ich den ersten Kontakt mit dem Thema und bin jetzt mit Begeisterung im ersten Lehrjahr“, erzählte sie. Außerdem sei es super gewesen, auf dem Arbeitsmarkt so begehrt zu sein. „Zehn Bewerbungen, zehn Zusagen und das innerhalb von zwei Wochen“, erinnerte sie sich mit einem Lächeln.

Noch 80 Schultage bis zum Schulende

Die Schüler aus den neunten und zehnten Klassen zeigten sich schon beeindruckt, als sie von diesen Jobperspektiven hörten. Vielleicht hatten sie noch die einleitenden Worte von Rothermel im Ohr. „Noch 80 Schultage und die Schultür schließt sich für euch hier in Kirchlinteln. Bis dahin solltet ihr idealerweise einen Ausbildungsplatz haben oder zumindest einen Praktikumsplatz“, so der Vereinsvorsitzende.

Bei einer weiteren Praxisstation demonstrierten Schüler der BBS Verden die Motorik eines älteren Mitmenschen. „Das ist schon sehr schwierig mit der Beeinträchtigung den Parcours überhaupt zu schaffen“, zeigte sich Hazir Gjulijaj von der Simulation beeindruckt. Eine Brille mit Sichtfeldeinschränkung, Kopfhörer, eine schwere Bleiweste und dann Eierlaufen im Slalom zeigten die möglichen Probleme eines älteren Menschen. „Ein Beruf im Sozialen wäre schon das richtige für mich, aber welcher genau es werden soll, weiß ich noch nicht“, sagte Hazir nach seiner Runde um die kleinen Hütchen. Für ihn, so das persönliche Fazit, sei die Präsentation der Pflegeberufe genau das Richtige gewesen, lobte er die Veranstaltung.

So wird's gemacht: Julia Blank (l.) zeigt die richtige Desinfektion der Hände. 

Über die unterschiedlichen Einstiege informierte Davids-Bremermann detailliert. Hauptschüler, so ein Beispiel, könnten über die zweijährige Ausbildung zur Pflegeassistenz sogar den Realschulabschluss nachholen. „Danach folgt dann die normale Ausbildung zum Altenpfleger, die als Pflegeassistenz auch nur noch zwei Jahre dauert“, so die Berufsschullehrerin.

Realschüler können direkt in die dreijährige Ausbildung in der Altenpflege einsteigen. „Ab 2020 soll es eine allgemeine Ausbildung zur Pflege geben, worin auch Kranken- und Kinderpflege enthalten sein werden. Für 2019 ist leider die Politik noch nicht so weit“, sagte die Lehrerin. Die Idee der Neuerung: Erst während der Lehrzeit würden die Schüler ihren Lieblingsbereich in der Pflege herausfinden. Sei der Abschluss gemacht, müsse zudem noch lange nicht Schluss sein. In der Pflege gebe es viele Entwicklungsmöglichkeiten, bis hin zur Pflegedienstleitung oder anderer Spezialisierung.

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