Ohne Rassismus an der Schule am Lindhoop

Respekt und Verständnis für Anderssein

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Die Schüler aus der neunten Klasse präsentieren ihre antirassistischen Plakate.

Kirchlinteln - Es war ein Experiment, das Wirkung zeigte: „Alles raus, was aus dem Ausland kam“, machte sich eine Gruppe von Fünftklässlern der Schule am Lindhoop an die Arbeit. Gesagt, getan, trugen sie alle Produkte ausländischer Herkunft aus dem Klassenraum.

„Die Schüler waren schon sehr beeindruckt, als sie anschließend im fast leeren Schulzimmer standen. Sitzen ging ja mangels Stühlen nicht mehr“, so Lehrer Eike Behrens.

Im Rahmen eines Projekttages mit dem vielsagenden Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ untersuchten alle Klassen und Jahrgänge der Schule unterschiedliche Aspekte. „Wir wollten möglichst viele Sichtweisen behandeln und deswegen konnten alle Kollegen aus diversen Vorschlägen für ihre Klassen auswählen“, erklärte Organisator Behrens das Projekt.

Dazu zählte auch das Thema Inklusion. So wurden von den Fünftklässlern spielerisch Experimente mit Kopfhörern oder Brillen gemacht, um die Einschränkungen durch körperliche Behinderungen selber zu spüren und mehr Verständnis gegenüber Menschen mit Handicaps zu entwickeln.

Die 6b dreht eine Szene zum Thema „Rassismus“ im Supermarkt, die in einem Debakel endet.

In der 6b wurde hollywoodreif am Filmset gearbeitet. Toleranz, Diskriminierung und Solidarität, dazu drehten die Jung-Regisseure in fünf Kurzfilmen Alltagssituationen, die von Rassismus gekennzeichnet waren. Beispielsweise ließ sich ein älterer Mann von einem Mitmenschen beim Einkauf nicht helfen, nur weil dieser eine schwarze Hautfarbe hatte.

Ein weiteres Thema der Sechstklässler simulierte eine Sitzung der Vereinten Nationen mit vielen Interviews. Ganz wie im wirklichen Leben waren viele Nationen vertreten, darunter Schüler aus Kroatien, Kasachstan, Italien oder Polen. Eine kleine Uno-Konferenz an der Oberschule in Kirchlinteln.

Recherche zum Konzentrationslager

Ein schweres Thema hatten die achten Klassen zusammen beleuchtet. Anhand einer Internetrecherche zum Konzentrationslager Bergen-Belsen untersuchten sie die Judenverfolgung während des Dritten Reiches. Anschließend besprachen die Jugendlichen ihre Eindrücke in einer großen Diskussionsrunde und zeigten sich sehr beeindruckt von den Bildern. 

„Gut dass wir jetzt in einer ganz anderen Zeit leben“, sagte Anna. Mitschülerin Pia ergänzte: „Die Zeit damals war sehr schlimm, obwohl doch alle Menschen gleich sind und die Religion doch keinen Unterschied machen darf.“ Bereits im Religionsunterricht hatten die Jugendlichen sich mit dem Judentum beschäftigt.

„Schule ohne Rassismus“ - Projekt an der Oberschule am Lindhoop

Eine siebte Klasse befasste sich mit den weltweit geltenden Kinderrechten der Vereinten Nationen. Das Recht auf Bildung und wie es umgesetzt wird war anschaulich auf Plakaten dargestellt. Weitere Informationen lieferte der Dokumentarfilm „Ich bin Malala“.

Die neunte Klasse war künstlerisch tätig, gestaltete antirassistische Plakate und hatte dazu ein Gedicht geschrieben. Unterschiedliche Hautfarbe und Diskriminierungen, damit setzten sich die zehnten Klassen auseinander. Passend dazu gab’s den Film „Freedom Writers“ zu sehen.

lee

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