Parcours informiert über Tabak- und Alkoholkonsum 

Rauschbrille auf der Nase zeigt Wirkung

An der Station „Images“ lernen die Jugendlichen, die falschen Versprechen der Werbung zu durchschauen. - Fotos: Haubrock-Kriedel

Kirchlinteln - Das Highlight des Parcours ist der „Drunk-Buster“. Ausgerüstet mit einer „Rauschbrille“, die einen Promillewert von etwa 1,3 bis 1,5 simuliert, sollen die Jugendlichen eine gestrichelte Linie entlanggehen, doch kaum ein Schritt gelingt. „Es war richtig gruselig. Es war, als ob ich tief im Boden steckte und ich habe alles doppelt gesehen“, berichtet Kevin (14). Klar im Kopf, aber betrunken im Blick – diese Erfahrung ist für die Jugendlichen nachhaltiger, als jeder eindringliche Vortrag.

Dienstag und heute macht der BZgA-Parcours Station im Lintler Krug in Kirchlinteln. Circa 300 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule und der Oberschule Kirchlinteln sowie von den BBS Verden nehmen teil.

Da fehlt der Durchblick: Die „Rauschbrille“ simuliert einen Promillewert von etwa 1,3 bis 1,5.

Aktuelle Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegen, dass sich 12,5 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken. Der Anteil der rauchenden Jugendlichen sinkt zwar kontinuierlich, lag 2015 in dieser Altersgruppe aber trotzdem noch bei 7,8 Prozent. Der Mitmach-Parcours „KlarSicht“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung setzt auf Prävention, um diese Zahlen zu senken. Bei Rollenspielen, Quiz und Diskussionen sollen die Jugendlichen erkennen, dass der Konsum von Tabak und Alkohol keineswegs cool ist, sondern erhebliche gesundheitliche Risiken birgt. „Wir sind begeistert von diesem Projekt. Wir möchten den Parcours am liebsten in allen Gemeinden anbieten“, so Heike Nodorp vom Fachdienst Jugend und Familie im Landkreis Verden. Seit 13 Jahren tourt „Klarsicht“ durch die Republik, dabei ist er fast jährlich auch im Landkreis Verden anzutreffen. „Wir versuchen, mit den Schülern interaktiv zu arbeiten und sprechen Themen an, die die Jugendlichen interessieren“, erklärt Sebastian Tesch. 

Ziel sei es, den Umgang der Jugendlichen mit Tabak und Alkohol zu begleiten, der Parcours sei ein wichtiger Baustein in der Präventionsarbeit. „Wir setzen dabei auch auf die Arbeit mit Kooperationspartnern aus der Region, zum Beispiel der Polizei“, so Tesch.

„Wir vermitteln Information auf spielerische Art“, erläutert Max Knospe den Parcours. Es gibt sieben Stationen, für die die Schüler jeweils 15 Minuten Zeit haben. Den Parcours durchlaufen die Jugendlichen in kleinen Gruppen. Die zwei Stationen „Alkohol“ und „Tabak“ informieren interaktiv über die Gefahren beim Konsum von alkoholhaltigen Getränken und Zigaretten. So mancher wird blass, wenn er erfährt, dass in einer Zigarette 4 800 verschiedene Giftstoffe stecken. Bei alkoholischen Getränken geht es nicht darum, den Konsum per se zu verteufeln. Vielmehr wird den Jugendlichen ein kritischer und bewusster Umgang mit Alkohol vermittelt. Ziel sei es, riskanten Alkoholkonsum zu vermeiden.

An der „Talkshow“-Station werden in der Gruppe Geschichten entwickelt, in denen es um Probleme geht, die im Umgang mit Alkohol oder Tabak entstehen können – erfundene und erlebte, anonym erzählt. Gemeinsam wird überlegt, wie die auftgetretenen Probleme hätten verhindert werden können beziehungsweise wo Betroffene Hilfe finden.

Bei der Station „Images“ setzen sich die Jugendlichen mit den Werbeversprechen der Alkohol und Tabak-Industrie auseinander. Sie lernen so, die Versprechen zu analysieren und zu durchschauen. „Raucher haben nun einmal keine strahlend weißen Zähne wie die Werbung einem immer suggeriert, und wer viel Alkohol trinkt, der ist keineswegs attraktiv“, erklärt Knopse. 

ahk

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