Pandemie könnte Problem werden

Kirchlintlerin plant ein Jahr in Neuseeland

Pia sitzt auf dem Sofa, neben sich einen Koffer, in der Hand eine Querflöte.
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Musik muss sein, auch auf der anderen Seite der Erdkugel: Pia wird ihre Querflöte, mit der sie im Spielmannszug musiziert, deswegen auf jeden Fall einpacken.

Wenn Pia Ende Juli ihren Koffer packt, muss unbedingt die Querflöte mit ins Gepäck. Denn ohne Musik geht es für sie nicht, und das Klavier ist eben einfach zu groß, um es mit nach Neuseeland zu nehmen. Ein Jahr lang möchte die musikalische 18-Jährige in dem Inselstaat am anderen Ende der Welt Freiwilligenarbeit leisten. Natürlich hat die Kirchlintlerin Sorge, dass Corona ihren Plänen noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Kirchlinteln – So langsam steigt die Aufregung bei der Domgymnasiastin. Wenn alles klar geht, wird sie am 30. Juli Kirchlinteln verlassen und sich einer großen Herausforderung stellen. Da darf man schon einmal etwas nervös werden. Aber vor allem ist Pia voller Vorfreude. Zum einen sei es ein Traum von ihr, die spektakuläre Natur in Neuseeland kennenzulernen. Vor allem aber freue sie sich auf die Erfahrungen, die sie während ihres sozialen Projektes sammeln wird.

Wie genau ihre Arbeit vor Ort aussehen wird, weiß sie noch nicht. „Mir wurden 13 Projekte angeboten und ich konnte eine Prioritätenliste erstellen. Am Liebsten würde ich mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten“, erzählt die Abiturientin, die in ihrer Freizeit bereits einige Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt hat: Seit vielen Jahren ist sie Mitglied des Kirchlintler Spielmannszuges, hat dort zwei Jahre das Jugendorchester geleitet. „Das hat mir komplett Spaß gemacht.“ Außerdem ist sie Teamerin bei der St.-Petri-Kirchengemeinde und hat schon mehrfach die Konfirmationsfreizeiten begleitet. Auch in der Schülervertretung engagiert sich Pia.

Wie auch immer ihr Projekt fern von zuhause aussehen wird, Pia ist sich sicher: „Ich werde bestimmt ganz viele neue Erfahrungen sammeln. Ich möchte mich in diesem Jahr persönlich weiterentwickeln. Ich glaube, dass ich davon sehr profitieren werde, ich würde offener werden und etwas mehr von der Welt verstehen.“

Das Zielland im südlichen Pazifik, mehr als 18 000 Flugkilometer von Deutschland entfernt, hat die Naturfreundin von Kindheit an fasziniert. „Diese Vielfalt der Natur und der Landschaften ist der Wahnsinn. Da gibt es fast alles, vom Dschungel bis zu Pinguinen, das würde ich wirklich gerne einmal sehen.“ Aber sie hat sich in den vergangenen Monaten dazu gezwungen, nicht allzu viel von Neuseeland zu träumen. „Ich habe mich bewusst nicht zu sehr reingesteigert, damit ich nicht zu enttäuscht bin, wenn es nicht klappt.“

Denn es kann immer noch passieren, dass der Traum platzt. Neuseeland hat die Coronapandemie ausgesprochen gut im Griff, was auch daran liegt, dass der Inselstaat schon sehr früh die Grenzen dichtgemacht und die Einreisebedingungen massiv verschärft hat. Noch ist völlig unklar, ob Ende Juli Freiwilligendienstler wieder ins Land gelassen werden. „Wenn es nicht klappt, wird es aber in einem anderen Land klappen. Und es geht mir nicht in erster Linie um Neuseeland. Wo immer ich lande, es wird ein besonderes Jahr werden. Und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich es nicht bereuen werde.“

Angst vor Heimweh hat Pia nicht. „Klar wird es zunächst ungewohnt sein, all das Vertraute, Freunde und Familie, hinter mir zu lassen. Aber deswegen macht man so etwas ja auch: um einmal aus dem Gewohnten auszubrechen.“ Mit ihrer Familie will sie das Jahr über mit Videoanrufen Kontakt halten. „Mit der neuen Technik ist heute ja viel möglich.“ Pias Mutter hat – natürlich – ein klein wenig Bauchgrummeln. „Aber man will ja, dass die Kinder ihren Weg gehen“, sagt sie. „Und wann sollte sie es machen, wenn nicht jetzt?“

Das sieht Pia genau so. Und deswegen gilt es jetzt für sie, noch eine Hürde zu überwinden, bevor es losgehen kann: Sie muss einen Förderkreis bilden mit Menschen, die ihr Vorhaben auch finanziell unterstützen. Eigentlich hatte sie vor, das für das Auslandsjahr notwendige Geld auf kreative Weise zusammenzukriegen. „Ich wollte ein Spendenkonzert geben, gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Spielmannszuges.“ Außerdem hatte sie vor, gegen eine Spende in Gottesdiensten und in Fußgängerzonen Musik zu machen. Ebenso wollte sie einen Spendenlauf organisieren. Warum all das in diesem Frühjahr nicht möglich ist, braucht Pia niemandem zu erklären.

Unterstützer für Pias Traum vom Auslandsjahr gesucht

Der ICJA Freiwilligenaustausch leistet seit über 70 Jahren durch internationale Begegnungen praktische Friedensarbeit. Um möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme an einem Freiwilligendienst zu ermöglichen, ist der ICJA trotz öffentlicher Förderprogramme darauf angewiesen, dass die Freiwilligen durch den Aufbau von Förderkreisen zur Kostendeckung beitragen. Wer Pia Müller aus Kirchlinteln unterstützen möchte, kann einen selbst gewählten Betrag überweisen. Da viele Kosten bereits vor der Ausreise anfallen, sollte dies möglichst bis zum 30. April geschehen. Bei der Überweisung ist als Verwendungszweck dringend die Spendennummer 12-1184 sowie der eigene Name und Adresse (falls eine Zuwendungsbestätigung erwünscht ist) anzugeben. „Aus Datenschutzgründen darf die Organisation mir nicht die Namen der Spender mitteilen. Deswegen wäre es mir ganz wichtig, dass sich diese Menschen bei mir melden, damit ich mich bedanken kann.“ Pia ist zu erreichen per E-Mail an pimamueller@gmail.com. Da der ICJA als gemeinnütziger Verein anerkannt ist, können Förderer ihre Spende steuerlich geltend machen. Überweisung an: ICJA Freiwilligenaustausch e.V., Verwendungszweck: Spende 12-1184, Vorname Nachname / Firma der spendenden Person, vollständige Adresse (falls eine Zuwendungsbestätigung gewünscht wird). IBAN: DE06 3506 0190 1011 8120 38, BIC: GENODED1DKD, Kreditinstitut: KD-Bank Dortmund

Wer dabei helfen möchte, dass Pias Traum von einem Jahr am anderen Ende der Welt trotzdem Wirklichkeit wird, findet weitere Informationen im obenstehenden Kasten. „Ich freue mich über jeden Einzelnen, der mich unterstützt. Es muss keine große Spende sein, denn jeder Euro oder auch jedes Weitererzählen hilft.“ Sie ist sehr froh, bereits einen recht prominenten Unterstützer gefunden zu haben. „Bürgermeister Wolfgang Rodewald findet mein Vorhaben gut und ist mit im Boot.“

Mit Konzerten und Musik in der Fußgängerzone wollte Pia Geld für ihr Auslandsjahr zusammenbekommen.

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