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Von Kirchlinteln nach Chile: Paula zieht es 12 000 Kilometer in die Ferne

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Von: Reike Raczkowski

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Eine junge Frau sitzt in einer Küche am Laptop, dessen Bildschirm die Flagge von Chile zeigt.
So gemütlich es in der heimischen Küche in Kirchlinteln auch ist, Paula September-Kohrt will etwas von der Welt sehen. Die 18-Jährige geht im August für elf Monate nach Chile. © Raczkowski

Wenn alles nach Plan läuft, dann fliegt Paula schon bald in die Ferne, um mehr als 12 000 Kilometer von ihrem Heimatort Kirchlinteln entfernt zu leben und zu arbeiten. Elf Monate will die 18-Jährige in Chile verbringen, im August geht es los. Die engagierte Domgymnasiastin kann es kaum erwarten.

Kirchlinteln – Wer den Namen Paula September-Kohrt in die Suchmaschine eingibt, stößt schnell auf einen Artikel in der Verdener Aller-Zeitung, erschienen im Jahr 2013. Die damals zehnjährige Paula hatte gemeinsam mit ihrer Freundin Alice einen Brief an den Kirchlintler Bürgermeister Wolfgang Rodewald geschrieben, der die beiden Mädchen, die sich in ihrem Heimatort für den Umweltschutz engagieren wollten, ins Rathaus zu einem Gespräch eingeladen hatte. Auf den Artikel angesprochen, muss Paula schmunzeln, denn die ungewöhnliche Aktion damals war eine Art Startschuss für ihr Engagement für den Umweltschutz. Seit einigen Jahren kämpft sie an vorderster Front bei „Fridays for Future“ mit und hilft dabei, Demonstrationen zu organisieren.

Engagierte Klimaschützerin und leidenschaftliche Fußballerin

Wenn Paula nicht gerade für das Klima auf die Straße geht, sich im Kreisschülerrat engagiert oder für ihr Abitur lernt, spielt sie leidenschaftlich gerne Fußball, ist im TSV Brunsbrock Mitglied der Damenmannschaft. „Aber ich begeistere mich auch für Kunst, gehe gerne ins Museum, male und zeichne.“ Sie interessiere sich sehr für Politik und für gesellschaftliche Themen.

Von ihrem geplanten Freiwilligendienst in Chile erhofft sich Paula unter anderem, dass sie ein wenig Klarheit darüber bekommt, was sie später einmal beruflich machen möchte. Sie sei vielseitig interessiert, könnte sich vorstellen, Politik, Soziologie oder Journalismus zu studieren. Die Auslandserfahrungen könnten ihr den entscheidenden Hinweis geben, welchen Weg sie einschlagen soll.

Mir ist es vor allem wichtig, dass ich in diesen elf Monaten etwas Sinnvolles tue.

Paula September-Kohrt

Bei welchem Projekt in Chile Paula mitarbeiten wird, ist noch nicht sicher. „Aber ich habe angegeben, dass ich mich besonders für die Themen Nachhaltigkeit, Bildung, Menschenrechte und Demokratie interessiere.“ Gerne würde sie in Chile für eine gemeinnützige politische Organisation arbeiten, sie könne sich aber auch vorstellen, zum Beispiel auf einer Farm mitzuhelfen oder in einer Bildungseinrichtung die Lehrkräfte zu unterstützen. „Mir ist es vor allem wichtig, dass ich in diesen elf Monaten etwas Sinnvolles tue.“ Paula ist davon überzeugt, dass die Globalisierung längst unseren Lebensalltag bestimmt. „Es ist wichtig, dass wir nicht immer nur die Vorteile der Globalisierung auf Kosten anderer nutzen. Es ist an der Zeit, global zusammenzuarbeiten, um für globale Probleme Lösungen zu finden.“ Und sie hoffe, daran mitarbeiten zu können.

Spanisch-Leistungskurs bereitet sie sprachlich auf den Freiwilligendienst vor

Chile ist Paulas Traumziel, weil sie glaubt, dass dieses Land in Südamerika viel zu bieten hat. „Es ist nicht nur kulturell und landschaftlich sehr interessant, auch politisch ist dort viel in Bewegung.“ Besonders freue sie sich auch darauf, spanisch sprechen zu können. Sie lerne die Sprache seit einigen Jahren am Domgymnasium und bekomme in ihrem Leistungskurs gute Noten. „Aber es ist dann sicher noch einmal etwas ganz anderes, die Sprache im Alltag zu sprechen.“

Gewisse Erfahrungen mit längeren Auslandsaufenthalten hat Paula bereits. Sie nahm für vier Monate an einem Schüleraustausch in Norwegen teil. Ein Erlebnis, das sie persönlich weiter gebracht habe. „Es fällt mir seitdem leichter, auf Menschen zuzugehen und mich auf andere Lebenssituationen einzustellen.“

Finanzielle Unterstützung wäre gern gesehen

Jetzt gilt es für Paula, wie für die meisten Freiwilligendienstler, einen eigenen Förderkreis mit Sponsoren aufzubauen, die ihr Chile-Projekt finanziell unterstützen. Wer mit einem selbst gewählten Betrag dabei helfen will, Paulas Pläne zu realisieren, findet weitere Informationen im Kasten unten.

Ob die Corona-Pandemie Paulas Plänen noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte? Daran mag die 18-Jährige gar nicht denken. Chile habe, erzählt sie, schon jetzt eine relativ hohe Impfquote. „Dennoch gilt es derzeit als Hochrisikogebiet, aber das gilt ja derzeit für viele Länder auf der Welt.“ Sie habe allerdings die Hoffnung, dass sich die Pandemielage im Sommer entspannen wird.

Unterstützung durch den Förderkreis

Paulas Freiwilligendienst wird mithilfe der Entsendeorganisation AFS durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezuschusst. Um die restlichen Kosten abzudecken, sind die Freiwilligen dazu angehalten, selbst einen Förderkreis aufzubauen. „Derzeit schreibe ich Firmen aus der Region an, um sie über meine Pläne zu informieren und als Sponsoren zu gewinnen“, erzählt Paula. Aber auch private Förderer seien ihr natürlich sehr willkommen. Über die Crowdfunding-Seite https://gofund.me/a6845874 ist das Spenden besonders einfach, wer lieber überweisen möchte, kann dies per Bankverbindung tun: Paula Kohrt, IBAN: DE48 2915 2670 0020 4547 08. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt. Über ihren Instagram-Account PaulainChile will die Kirchlintlerin über ihren Freiwilligendienst berichten.

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