Oterser Seen stark mit Phosphor belastet / Arbeitsgruppe gebildet

See-Sanierung oder Erlenbruchwald?

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Rund 50 interessierte Einwohner, See-Eigentümer und Anlieger informierten sich und diskutierten über die Zukunft der Oterser Seen. Zur weiteren Bestandsaufnahme wurde eine Arbeitsgruppe gebildet.

Otersen - Sollen die Oterser Seen saniert werden und gesunden – oder soll sich aus dem Altgewässer der Aller ein Erlenbruchwald entwickeln? In einer von rund 50 Bürgern im Niedersachsenhof Otersen besuchten Informationsveranstaltung, darunter See-Eigentümer, Anlieger und Interessierte, ging es auf Einladung der Gemeinde Kirchlinteln um die Zukunft der sieben Seen.

Bereits im Sommer hatten Einwohner wegen starkem Entengrützenbefall Alarm geschlagen, so dass das Institut Dr. Nowak aus Ottersberg von der Gemeinde mit Wasserproben und Messungen des Sediments auf dem Grund des größten Sees an der Fährstraße beauftragt wurde. Das Ergebnis war besorgniserregend: Der Sauerstoffgehalt im Wasser lag bereits unter dem Mindestwert, ein Fischsterben stand kurz bevor und das Ökosystem im See drohte umzukippen. Die Wasseroberfläche war mit einem dicken Teppich der schnell wachsenden „Kleinen Wasserlinse“, auch Entengrütze genannt, bedeckt. „Die von den Vereinen spontan organisierte und von der Dorfgemeinschaft durchgeführte Entnahme von elf Tonnen Trockenmasse war ganz toll und für den See nur positiv“, lobte Nicolai Nowak. Ohne diese Maßnahme hätte es innerhalb weniger Tage ein Fischsterben und einen übel riechenden Faulungsprozess gegeben.

In der von Dieter Bergstedt als Vorsitzendem der Dorf- und Vereinsgemeinschaft im Auftrag von Bürgermeister Wolfgang Rodewald moderierten Veranstaltung betonte auch Thomas Arkenau von der Naturschutzbehörde des Landkreises, dass die Seen und deren Uferbereiche unter besonderen Schutz gestellt seien. Würden keine Maßnahmen ergriffen, würde sich der See zum Erlenbruchwald entwickeln, blickte Arkenau in die Zukunft und betonte, man werde nichts gegen den Willen der Eigentümer machen. Der Nährstoff-Eintrag sei zu hoch und bei den langen, schmalen Seen mit einer Wasserfläche von rund 5,7 Hektar sei das Ufer-Wasserkörper-Verhältnis ungünstig.

Die Möglichkeiten zur See-Sanierung sind nach Ausführungen von Dr. Said Yasseri vielfältig und zum Teil sehr teuer. Bei einem anderen See im Landkreis Verden würde die Entnahme und Deponierung von 24000 Kubikmetern belastetem Sediment rund 1,2 Millionen Euro kosten; „Geld, das niemand hat“, so die Fachleute.

Ein zielgerichteter Maßnahmenplan könne erst nach weiteren Messungen erstellt werden. Auf Vorschlag von Bürgermeister Rodewald soll von Eigentümern und Einwohnern eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die eine Bestandsaufnahme durch eine Datensammlung vor Ort unterstützt. Interessierte können sich bei Bettina Landwehr melden, um in der Arbeitsgruppe mitzuwirken. In Otersens Internetportal wird regelmäßig über die Oterser Seen und deren Sanierung berichtet.

tl

www.otersen.de/7-oterser-seen

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