Wohnbebauung in zweiter Reihe / Tagespflege und kleine Wohneinheiten gewünscht

Otersen will Flächen sinnvoll nutzen

Viele Anlieger informierten sich über die Bauleitplanung. Fotos: Leeske

Otersen – In vielen Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln gibt es Bedarf an Baugrundstücken. Nun soll in Otersen mit der Bauleitplanung im Bereich Eschfeld / Steinfeld das sogenannte Bauen in zweiter Reihe ermöglicht werden. Bisher ist bei den großen Grundstücken ab 40 Meter von der Straße aus Schluss mit Bauland. Die Restflächen gelten als Gartenland, wo eben nicht gebaut werden darf.

Auf einer Informationsveranstaltung im Allercafé beteiligten Ortsvorsteher Dieter Bergstedt und Planer Georg Böttner die Öffentlichkeit, wozu ein Großteil der betroffenen Anlieger kam.

Seit 2001 gelte der Flächennutzungsplan. Jetzt werde mit der Bauleitplanung die Siedlungsverdichtung ermöglicht. Laut Genehmigungsbehörde wäre dies dann auch über den Eigenbedarf hinaus zulässig. „Die Mehrheit der Eigentümer will bei der Nahverdichtung mitmachen“, sagte Böttner. Bereits im Vorfeld waren die Stellungnahmen der beteiligten Behörden eingeholt worden, weshalb die Waldbehörde des Landkreises auf das Gehölz im Norden des Gebietes und den gebotenen Mindestabstand von 40 Metern zur Bebauung hinwies. Dadurch seien vier Grundstücke aus den Planungen herausgefallen.

Die Erschließung der Grundstücke soll über private Wohnwege erfolgen, da die Gemeinde plane, nur einen Teil des Eschweges in die Straßenverkehrsfunktion aufzunehmen. „Es gibt dann für die Grundstücke keine direkte Müllentsorgung und eine Aufstellfläche für die Mülleimer muss geschaffen werden“, erläuterte Böttner. „Eine Regelung der Zuwegung und der weiteren Erschließung mit Kanal und Trinkwasser wird auf dem privaten Weg nötig“, so Ortsvorsteher Bergstedt.

Bei vielen Eigentümern würde es so laufen, dass eigene Familienmitglieder auf der neuen Baufläche ihr Eigenheim errichten würden. Mit dem rechtlichen Status eines Baugrundstückes ergäbe sich jedoch nicht die Pflicht zum Bau. Auf die Grundstückseigentümer kommt aber auf jeden Fall eine Nachveranlagung der Kanalbaubeiträge zu.

Eine neue Parzellierung der Grundstücke sei laut Planer Böttner auch möglich. Die Größe solle aber bei mindestens 650 Quadratmeter pro Grundstück liegen und auf zwei Wohneinheiten mit einem Vollgeschoss begrenzt werden.

Während der Versammlung verkündeten zwei Eigentümer, einer am südlichen Ende und einer am nördlichen Rand, auch noch auf den quasi fahrenden Zug aufspringen zu wollen und ihre Grundstücke mit in die Bauleitplanung aufnehmen zu lassen.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald hatte berichtet, dass nach Abschluss dieser Planungen, die übrigens von der Gemeinde finanziert werden, die anderen 16 Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln schon Schlange stehen würden für ihre Planungen mit gleicher Fragestellung.

Wichtiger Punkt waren außerdem die beiden geplanten Sonderflächen am Dorfladen und die Nachnutzung des ehemaligen Jacobshofes. Auf dem Hof sollen mehrere kleinere Wohnungen und Gebäude geschaffen werden, damit auch Alleinstehende oder kleine Familien ein Wohnungsangebot in Otersen finden könnten.

Ebenso soll dies auf dem Grundstück beim Dorfladen mit zwei Mehrparteienhäusern geschehen, wobei hier zusätzlich noch das Konzept einer Tagespflege umgesetzt werden soll. Fünf Wohneinheiten pro Haus in zwei Vollgeschossen sollen zulässig sein. „Die Tagespflege hat sich im ehemaligen Niedersachsenhof leider nicht realisieren lassen. Deswegen wollen wir das nun hier in einem neuen Mehrgenerationenhaus umsetzen“, sagte Kreistagsmitglied Günther Lühning (CDU), der mit Vertretern aus Otersen ein ähnliches, bereits realisiertes Projekt in Oerrel bei Bremervörde besichtigte und als gutes Beispiel für Otersen vorstellte. Den Bedarf für eine Tagespflege sieht Lühning für die ganze Dorfregion von Wittlohe bis Bierde, obwohl in Luttum bald eine derartige Einrichtung eröffne. Daher habe sich Bergstedt schon bei etwaigen Betreibern für eine Tagespflege erkundigt und erfahren, dass mindestens 16, besser 20 Plätze, für eine wirtschaftlich existenzfähige Tagespflege nötig seien. Das zöge einen Flächenbedarf von 320 bis 400 Quadratmetern im Erdgeschoss nach sich. Das würde einen ebenerdigen Verbindungstrakt zwischen den beiden Gebäuden beim Dorfladen nötig machen.

„Der baurechtliche Rahmen muss so gesetzt werden, dass die Tagespflege trotzdem möglich wäre“, erklärte Lühning. Die Herausforderung, auf dem 1 500 Quadratmeter großem Grundstück so viele unterschiedliche Wünsche, von Singlewohnungen bis Stellplätzen, unterzubringen, sei allen Protagonisten bewusst. Der Standort direkt am Dorfladen und am Allercafé wäre jedoch für die etwaigen neuen Einwohner ein riesiger Gewinn.  lee

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