Bürger-Information in Kreepen/Sehlingen 

Lintler Geest: Neuer Windpark geplant

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Gemeindeverwaltung und Investoren stellten die Pläne vor.

Kreepen - Volles Haus herrschte in Heitmann's Gasthof beim Informationsabend über den geplanten Windenergiepark in Kreepen und Sehlingen. Viele interessierte Bürger verfolgten die Präsentation des Großprojektes in der Lintler Geest.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald erläuterte seine Vorstellungen zum Windenergiepark. „Wir möchten als Gemeinde die erneuerbaren Energien voranbringen und wir legen Wert darauf, dass es ein Bürgerbeteiligungsmodell gibt“, sagte Rodewald. Allerdings sei das rechtskräftige Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) eine Voraussetzung dafür und die zügige Beantragung wichtig, da ab dem 1. Januar 2017 die Einspeisevergütung sinke. Weiter sei dies ein gemeinsames Projekt mit der Gemeinde Kirchwalsede aus dem Landkreis Rotenburg.

Anschließend erklärte Matthias Diercks von der Planungsgemeinschaft Nord aus Rotenburg die weitere Vorgehensweise. Das Gebiet bei Kreepen und Sehlingen liege außerhalb der Konzentrationsflächen in der Gemeinde Kirchlinteln, deswegen müsse man zunächst die Ausschlusswirkung aufheben, um die Änderung im Flächennutzungsplan umsetzen zu können. Avifaunistische und Emissionsgutachten seien bereits in Arbeit.

Das Interesse der Bürger aus Sehlingen und Kreepen war groß.

Den größten Teil nahm die detaillierte Vorstellung des Projektes durch Hermann Fehrmann von der Agrowea ein. Die Gesamtfläche sei ungefähr 160 Hektar groß und mit fünf bis sieben Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchlinteln und mit fünf Anlagen in der Gemeinde Kirchwalsede geplant. Der Anlagentyp E-141 sei leise und wirtschaftlich und käme bei einer Nabenhöhe von bis zu 144 Metern auf eine Gesamthöhe von bis zu 200 Meter. Schattenwurf sei ausgeschlossen und die Lärmbelästigung in einem Schallgutachten berücksichtigt. Daher sei laut Fehrmann ein Mindestabstand zu Wohngebäuden von mindestens 600 Metern nötig. Die Hindernisbefeuerung werde durch ein System bedarfsgerecht eingeschaltet.

Die Beteiligungsstruktur der Bürgerwind werde mit 54 Prozent bei den Grundeigentümern (Elko) und Anliegern liegen, die ab einer Mindesteinlage von 3000 Euro in das Projekt investieren können. Die Agrowea strebt eine Beteiligung von 25 bis 38 Prozent an, wobei die steuerliche Wertschöpfung in der Kommune verbleiben soll.

Anschließend gab es natürlich viele Fragen der Bürger. Beispielweise nach dem Anlagenhersteller, der zu 90 Prozent die Firma Enercon werden soll. „Wo werden genau die Messpunkte für das Schallgutachten sein?“, fragte ein direkter Anlieger. Laut Fehrmann werde der Schallpegel für jedes Haus gemessen und berechnet, damit der Grenzwert eingehalten wird. Außerdem wurde nach der Zufahrtsinfrastruktur, der Bodenversiegelung, der Befeuerung und der Finanzierung des Rückbaus gefragt.

Am Ende kam noch etwas Unruhe auf, als sich Befürworter und Gegner des Vorhabens teilweise lautstark attacktierten. doch dauerte der Zwischenfall nur kurz, schlichtend sprang Bürgermeister Rodewald ein und schloss die Veranstaltung pünktlich nach 90 Minuten und einigen Minuten „Nachspielzeit“.

lee

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