Saalvermietung, Biergarten und mehr

Neue Pläne für den Niedersachsenhof

In den Sommermonaten könnte der Biergarten Radtouristen anlocken. Der große Saal soll auf jeden Fall für Veranstaltungen vermietet werden. Foto: Heise

Otersen – Mit dem Niedersachsenhof in Otersen hat eine der bekanntesten Gaststätten der Region den Besitzer gewechselt. Nach langem Ringen um die Zukunft der Immobilie – die Dorfgemeinschaft hatte angestrebt, dort ein Veranstaltungszentrum zu entwickeln – hat Wirt Klaus Wecks das große Anwesen an der Otersener Dorfstraße im Herbst vergangenen Jahres an Manuela und Christian Libbe verkauft. Die neuen Eigentümer, junge Eltern aus Hilgermissen, haben mittlerweile ein Konzept entwickelt, wie es mit dem Niedersachsenhof weitergehen soll.

„Eigentlich hatten wir kein Gasthaus gesucht, sondern einen Resthof. Aber bereits nach der zweiten Besichtigung des Anwesens stand für uns fest: Das ist es“, sagt Christian Libbe. Der selbstständige Handwerker und seine Frau, Erzieherin in Elternzeit, haben mittlerweile den ersten Stock des Niedersachsenhofes saniert und wohnen dort jetzt mit ihren beiden kleinen Kindern. In das Einfamilienhaus auf dem Grundstück werden die Eltern von Manuela einziehen, die derzeit noch in Morsum leben.

Die neuen Eigentümer haben nicht nur eine vielseitige Immobilie mit großem Grundstück erworben, auf ihnen lastet nun auch ein immenser Druck, wie beide zugeben. Neben den Bewohnern von Otersen sind auch Anwohner der Nachbarorte sehr gespannt, wie es mit dem begehrten Veranstaltungsort weitergeht. „Wir hatten quasi noch nicht den Schlüssel in die Tür gesteckt, da standen schon die ersten Leute hier und fragten, was wir mit dem Haus vorhaben“, sagt Libbe und schmunzelt. Er wisse, wie wichtig die Immobilie für die Einwohner sei. Vor allem der große Saal fehle den Bürgern an allen Ecken: ob als Theaterbühne, für Schützen- und Erntefeste, für Hochzeiten, Geburtstage oder Beerdigungen. „Uns ist es wichtig, mit allen zu sprechen“, sagt Libbe. Auf jeden Fall sollen der große Saal für Feierlichkeiten und der kleine Saal als Konferenz- und Seminarrraum zur Vermietung angeboten werden.

Wollen Gespräche mit der Dorfgemeinschaft führen: Manuela und Christian Libbe. Foto: privat

Aus dem Bereich, der bisher unentgeltlich vom Schützenverein als Schießstand genutzt wird, könnte irgendwann eine Ferienwohnung entstehen. Manuela Libbe erläutert, dass die Zukunft des Vereines derzeit ungewiss sei und sie und ihr Mann bestrebt sind, den Schützen den altbewährten Schießstand auch weiterhin zu überlassen. „Wir sind regelmäßig im Gespräch mit dem Vorstand, um eine für alle Beteiligten positive Lösung herbeizuführen.“, ergänzt ihr Mann.

Nachdem nun der Wohnbereich fertig saniert ist, soll es an den Gastbereich gehen. „Der ist eigentlich in einem guten Zustand, er muss nur zeitgemäß renoviert werden“, so Christian Libbe. Streichen, Bodenbeläge, das sei erst einmal das Wichtigste. „Meine Frau und ich haben bereits einmal ein Haus gekauft und es saniert, so etwas macht uns keine Angst, da sind wir schmerzfrei.“

Inwieweit der Gastro-Bereich im Niedersachsenhof wieder eine Rolle spielen wird, sei noch nicht ganz klar. „Wir lassen es langsam angehen. Wir führen jetzt erst einmal alle notwendigen Gespräche mit den Ämtern.“ Zuerst wollen die Libbes ausprobieren, ob ein Biergartenbetrieb am Wochenende funktioniert. „Da haben wir natürlich vor allem die Radtouristen im Blick“, sagt Libbe. „Ich glaube, da liegt eine große Stärke des Hauses.“ Der Niedersachsenhof liege ja direkt am Aller-Radweg und Libbe würde den Fahrradfahrern gerne einen Ort bieten, an dem sie für eine Pause einkehren können.

Die Fußball-EM im Sommer sei ein guter Anlass, Besucher zum Public Viewing in den Biergarten einzuladen. „Und mit dem Ortsvorsteher wollen wir uns zusammensetzen, um Absprachen für die Schützen- und Erntefeste zu treffen. Alles andere muss sich entwickeln.“ So könnten sich die Libbes auch ein literarisches Teestübchen vorstellen, einen Still-Treff für Mütter oder auch mal einen Flohmarkt. Solche Angebote seien allerdings wohl erst einmal nicht mit Einnahmen verbunden. Eine erste kurze Vorstellung der Pläne haben die Bewohner von Otersen und Wittlohe in Form eines Anschreibens von Familie Libbe erhalten.

Vor einigen Tagen hat das Ehepaar auf Facebook einen Crowdfunding-Aufruf gestartet. Mit der Kampagne auf der Plattform startnext sollen Unterstützer angesprochen werden, die bereit sind, finanzielle Hilfe zu leisten. Auf der Internetseite ist zu lesen, dass mit Erreichen des ersten Fundingziels – 15 000 Euro – die grundlegenden Renovierungsarbeiten im Gastbereich beginnen könnten. Auf der Seite steht detailliert, welche Arbeiten noch getan werden und welches Inventar noch angeschafft werden muss.

„Die meisten Reaktionen, die uns daraufhin erreichten, waren positiv“, so Christian Libbe. Einige Kommentatoren zeigten sich aber irritiert, dass die neuen Eigentümer eine so große Immobilie kaufen und dann Spendenaufrufe für die vergleichsweise kostengünstigen Renovierungsarbeiten starten. „Wir haben das vielleicht nicht so gut kommuniziert“, sagt Libbe. Ihm sei wichtig zu betonen, dass die beiden das Crowdfunding nur als Versuch sehen, das Projekt zu kofinanzieren. „Wir haben diese Möglichkeit durch Zufall entdeckt und dachten, es sei eine gute Idee. Aber es ist jetzt nicht überlebenswichtig für uns.“ Ansonsten liefe die Finanzierung über Eigenmittel und Fremdkapital.  rei

Weitere Informationen

über den Niedersachsenhof und den Verlauf der Crowdfunding-Kampagne können auf www.niedersachsenhof-otersen.de oder über den Projektlink www.startnext.com/rettet-den-niedersachsenhof abgerufen werden.  

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