CDU: Kommunen sollen Vorhaben mit nachwachsendem Baustoff prüfen

Neue Allerbrücke aus Holz?

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Eine Holzbrücke wie hier im finnischen Vihantasalmi könnte ein Vorbild für eine neue Allerbrücke in Verden sein, so die Idee der CDU-Kreistagsfraktion.

Holz ist in der intensiven Debatte über Klimaschutzmaßnahmen in den Fokus gerückt. Angesichts der riesigen Brände in Brasilien und Sibirien ist auch der Wald als Kohlenstoffdioxidspeicher wieder präsent.

Heins - Bei einer Bereisung des Mischwaldes bei Heins in der Gemeinde Kirchlinteln befasste sich die CDU-Kreistagsfraktion mit der aktuellen Forstpolitik und vor allem dem Einsatz von Holz als Baustoff.

„Forstwirtschaft macht klimatechnisch nur Sinn, wenn das Holz verbaut wird als CO2-Speicher“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Andreas Mattfeldt. Das Nutzholz habe bisher keine große Bedeutung im Klimaschutzfonds des Bundes gehabt. „2018 war das noch nicht populär. Das wird jetzt ganz anders“, nahm Mattfeldt Bezug auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) würden millionenschwere Programme zur Aufforstung von Flächen in Deutschland auflegen.

„Eines Tages werden wir Milliarden für diese Maßnahmen brauchen. Da bin ich mir sicher“, prognostizierte Andreas Mattfeldt. Die waldreichen Gebiete im Landkreis würden somit sicher von den Programmen profitieren. „Das gewonnene Holz muss danach aber unbedingt auch als Baustoff genutzt werden. Sonst macht es nachhaltig keinen Sinn, die Förderprogramme zu installieren“, forderte der Bundespolitiker.

Dem pflichtete Heinrich Luttmann als Vorsitzender des Forstverbandes im Landkreis Verden bei: „Ein komplett geschützter Wald ist streng beurteilt klimaneutral, weil das gebundene Holz wieder freigesetzt wird, wenn es am Waldboden zerfällt, statt als Nutzholz entnommen zu werden.“

„Der Dachstuhl im Verdener Dom ist schon über 700 Jahre alt. Das Holz bindet also über Jahrhunderte das CO2“, warf der Fraktionsvorsitzende Wilhelm Hogrefe ein. Zudem sei der Zement für den konventionellen Baustoff schon bei der Herstellung wegen des hohen Energiebedarfs wesentlich klimaschädlicher als Holz. Außerdem habe der Nutzwald einen großen gesellschaftlichen Mehrwert.

Luttmann stellte der Fraktion das Zertifikat „Holz von hier“, das in Kooperation mit dem deutschen Landkreistag erarbeitet wurde, vor. Die Verwendung von Holz aus der Region sei nicht zuletzt wegen der kurzen Transportketten wichtig. Gerade bei kommunalen Ausschreibungen solle „Vorbildlich klimafreundliches Bauen mit Holz“ als Anforderung mit aufgenommen werden, um eine echte Prüfung von Holz als Baustoff zu erreichen. Den Kommunen stünden dafür eine Objektdatenbank sowie ein Produktmusterkoffer zur Verfügung.

Umweltbezogene Ausschreibungen seien der erste Schritt, um den Baustoff Holz populär zu machen, denn besonders öffentliche Bauwerke hätten häufig einen Leuchtturmeffekt. Luttmann wies weiter auf die Bedeutung der Forstwirtschaft für die Wertschöpfung dieser Aufträge in der Region hin, vom Lohnunternehmer im Forst bis zu den Sägewerken und den holzverarbeiteten Betrieben.

„Warum soll die neue Allerbrücke in Verden nicht aus Holz sein? Konstruktionen aus geeignetem Holz sind oft viel langlebiger als rostender Stahlbeton“, stellte Hogrefe fest. „Durch konkrete Arbeit vor Ort können wir auch hier etwas für das Klima leisten. Ausschreibungen kommunaler Bauvorhaben im Landkreis Verden bedürfen zwingend einer Prüfung, ob Holz als Baustoff verwendet wernde kann. Dafür werden wir als CDU-Fraktion eintreten“, wurde Hogrefe deutlich.

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