Bürgerbusverein hat Kleinbahnbezirk im Blick

„Nächster Halt: Kirchlinteln“

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Mouri Fafana steigt in den Visselhöveder Bürgerbus nach Stellichte und die beiden Vorsitzenden der Bürgerbusvereine Eckhard Langanke und Rüdiger Klinge (v.l.) treffen sich beim „Rendezvous“ der Busse in St. Pauli.

Kirchlinteln - Von Henning Leeske. „Der Bahnhalt in Kirchlinteln kommt“, verkündete Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Man sei so weit in dem Prozess fortgeschritten, dass eine sogenannte Planbegleitungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn AG geschlossen wurde und bereits Anfang 2017 ein Expertenbüro zur konkreten Planung der Haltestelle an der Amerikalinie gesucht werde. „Zug um Zug geht es weiter“, beschrieb Rodewald die weiteren Schritte.

Die direkte Verbindung von Kirchlinteln nach Bremen würde eine äußerst positive Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs für die gesamte Gemeinde bedeuten, erläuterte der Bürgermeister. „Mobilität ist für die Attraktivität eines Wohnortes immanent.“ Ein Mehrwert bei der Mobilität bedeute für Kirchlinteln auch die Chance auf mehr Zuzug und die Sicherung von dauerhaft mehr als 10.000 Einwohnern. „Neben notwendigen Finanzzuweisungen für den Gemeindehaushalt sichern entsprechende Einwohnerzahlen auch Schulstandorte, soziale Einrichtungen und viele Dienstleistungsangebote.“

Der Kirchlintler Bürgerbus als zukünftiger Zubringer am möglichen Bahnhalt in Kirchlinteln, hier mit Rüdiger Klinge, Walter Fluss, Erich Gansbergen, Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Peter Ziehm (von links).

Die Planung des Bahnhaltes beobachtet auch der Kirchlintler Bürgerbusverein mit großem Interesse. Der Anschluss an die schnelle Zugverbindung in die Hansestadt wird wohl eine große Aufgabe für die Ehrenamtlichen werden. „Unsere Fahrer leisten schon jetzt sehr viel in ihrer Freizeit“, stellten Rüdiger Klinge und Peter Ziehm vom Bürgerbusverein einmütig fest.

Und künftig könnte das Angebot noch ausgeweitet werden: „Unser Ziel ist es, auch einzelne Orte des Kleinbahnbezirks in unseren Linienbetrieb nach Kirchlinteln einzubinden.“ Damit solle auch den Menschen aus diesem Teil der Gemeinde eine schnelle Verbindung ins Oberzentrum Bremen ermöglicht werden, schildert Ziehm seine Vision für den Bürgerbus.

Kreisübergreifende Verbindungen

Durch das sogenannte „Rendezvous“ mit dem Visselhöveder Bürgerbus in St. Pauli bietet der Verein schon heute eine kreisübergreifende Verbindung in den Landkreis Rotenburg und in den Heidekreis an. Dabei werden die Fahrscheine gegenseitig anerkannt und der Fahrpreis von zwei Euro macht eine Bürgerbusfahrt zu einer attraktiven Alternative zum eigenen Auto. Der Umstieg sei durch Telefonverbindung zwischen den Fahrern auf jeden Fall gewährleistet. „Bei der derzeitigen Linienführung decken wir ein Einzugsgebiet von 2 500 Einwohnern in der Lintler Geest ab und wenn wir es erreichen, weitere Ortschaften der Gemeinde einzubinden, wäre das ein großer Schritt nach vorne“, erklärte Ziehm seine Ideen. Stolz zeigten sich die Bürgerbusler, dass schon jetzt Berufspendler aus Heins und Bendingbostel das Angebot nutzen würden.

Der Erixx passiert den Bahnübergang Kreepener Straße in Kirchlinteln auf seiner Reise von Bremen nach Uelzen. Bisher allerdings, ohne in Kirchlinteln zu halten. Das soll sich ändern. 

Zurzeit ist eine Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus der Gemeinde Kirchlinteln nach Verden oder nach Bremen allerdings noch von Umsteigen und Wartezeiten geprägt. Die Gemeinde ist durch ihre VBN-Mitgliedschaft und die dadurch einfache Tarifstruktur schon wesentlich besser dran als die Nachbarkommunen Samtgemeinde Bothel und Stadt Visselhövede, die bereits einen Aufnahmeantrag in den VBN gestellt haben. Aber trotzdem nehmen viele Reisende lieber das Auto.

Noch, denn eine stressfreie Anreise zum Arbeitsplatz in Bremen ohne Stau und Parkplatzsuche könnte künftig einige ÖPNV-Muffel in den Heidesprinter erixx locken und das Auto am geplanten Haltepunkt in Kirchlinteln abstellen oder gar zu Hause lassen. Denn am zukünftigen Bahnhalt sollen auch Parkplätze und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten errichtet werden, erklärt Rodewald.

Realisierung in drei Jahren denkbar

Auch eine Urlaubsreise könnte am Bahnhof Kirchlinteln beginnen, da der Bremer Flughafen mit einmal Umsteigen in die Straßenbahn plötzlich ganz nahe kommt und auch Hamburg oder Hannover mit einer Verbindung über Soltau oder Achim nicht allzu fern scheinen.

Die Fahrzeit mit dem Heidesprinter von Kirchlinteln zum Bremer Hauptbahnhof wird nach VBN-Aussagen ungefähr 30 Minuten dauern. Eine vergleichbare Fahrzeit mit dem Auto während der Rush-Hour in das Zentrum der Großstadt wäre sehr ambitioniert. Vorbehaltlich einer Anpassung der Verkehrsverträge der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) wäre laut Rodewald eine Realisierung des neuen Bahnhofs in drei Jahren möglich.

lee

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