Biotopvernetzung bei Holtum (Geest) geplant / Flurbereinigung als Chance

Nabu schafft weitere Lebensräume im Moor

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Die Nabu-Vertreter Bernd Witthuhn, Franz Berger, Wilfried Gründermann, Heinz-Jürgen Maaß, Jürgen Stiehler und Arne von Brill (v.l.) auf der Wiese von Johann Meyer mit Wiesenflockenblumen.

Für die Biodiversität in der Feldmark soll laut Experten die Vernetzung von einzelnen Biotopen besonders wichtig sein. So würde der Mehrwert der Flächen für viele bedrohte Tierarten schlagartig einen immensen Zuwachs erfahren, ist der Nabu überzeugt. Der Kreisverband der Naturschützer hatte jetzt zu einem Pressetermin in das Holtumer Moor eingeladen, um dort über mehrere Flächen, die dem Nabu gehören, zu informieren.

Holtum (Geest) – Die Gesamtfläche beträgt 43 Hektar, weil unlängst derverstorbene Naturschützer Johann Meyer 16 Hektar an den Nabu vererbte. Er hatte selber die Flächen Stück für Stück erworben und im Sinne des Naturschutzes gepflegt.

Bereits seit 30 Jahren engagiert sich der Nabu im Holtumer Moor und hat dort nach und nach rund 27 Hektar Flächen erworben, die seitdem bewirtschaftet, gepflegt und entwickelt werden. So wurde ein Netz an Kleingewässern angelegt, um die Lebensbedingungen für Amphibien zu verbessern. Auch stehen immer wieder kleinere Pflegemaßnahmen oder größere Instandsetzungen an, um natürlich einsetzender Verbuschung und Verlandung entgegenzuwirken. Durch eine extensive Bewirtschaftung sorgen Nabu-Aktive oder Landwirte dafür, ein artenreiches Grünland zu erhalten. Auch eine Streuobstwiese sowie eine Vielzahl an Hecken und kleinen Feldgehölzen wurden angelegt.

Die bunt markierten Flächen auf dieser Karte des Holtumer Moores gehören bereits jetzt dem Nabu.

„Von Anfang an dabei war der Schmetterlingsexperte Johann Meyer aus Holtum (Geest), der nach und nach 16 Hektar Flächen erwarb. Mitstreiter der Nabu-Biotoppflegegruppe Holtumer Moor haben ihn bei Pflanzaktionen, Grabenreinigungen und Entkusselungen unterstützt“, sagte Arne von Brill von der Biotoppflegegruppe. Außerdem wurde in Kooperation mit der Jägerschaft eine Anpflanzung von acht Obstbäumen, Kirschen, Birnen und Äpfel, am Rande einer extensiv bewirtschafteten Fläche vorgenommen. Eine extensive Bewirtschaftung heißt hier, dass ein Mal pro Jahr die Wiese gemäht wird, um die Landschaft offen zu halten. Das Heu werde an lokale Pferdezüchter veräußert.

Zu den Aufgaben der Pflegegruppe gehöre die Erfassung des Biotop- und Arteninventars, das Festlegen von Entwicklungszielen und die Planung und Umsetzung der erforderlichen Bewirtschaftung und Pflege. „Einiges wird an Landwirte vergeben, viele Arbeiten aber werden auch von den Mitgliedern der Gruppe selbst durchgeführt. Wir suchen noch aktive Mitstreiter, die sich bei Hans-Jürgen Maaß, Telefon 04231/84182, melden können“, so von Brill.

Flächentausch wäre denkbar

Zu den Entwicklungszielen der Gruppe gehört die Vernetzung der isolierten Biotope. Es könnte beispielsweise ein großes Biotop vom Eversener Bach bis zum Erlengrund im Holtumer Moor entstehen. So könnte das Gebiet mehr vernässen. „Früher war hier das Niedermoor viel feuchter und ein großer Wasserspeicher“, erklärte von Brill.

Um das Ziel der Vernetzung zu erreichen, wären die Nabu-Vertreter eventuell zu einem Flächentausch im Zuge des Flurbereinigungverfahrens bereit. Am liebsten würden sie aber natürlich die fehlenden Flächen dazukaufen. Das Flurbereinigungverfahren, bei dem insgesamt 2,5 Millionen Euro investiert werden sollen, biete eine wunderbare Möglichkeit für eine weitere Vernetzung. Zumal betroffene Landwirte auf Nachfrage dieser Zeitung Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. 

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