Von morgens bis abends im Einsatz: Luttmanns feiern Trecker-Jubiläum

Nach 50 Jahren glänzt der Hanomag wie am ersten Tag

Altes Eisen in neuem Glanz.
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Altes Eisen in neuem Glanz.

Schafwinkel - Ein ungewöhnliches Jubiläum feiert der Schafwinkeler Willi Luttmann in diesem Jahr. Seit 50 Jahren ist der ehemalige Landwirt im Besitz eines Treckers der Marke Hanomag, Typ Perfekt 400, der nach fünf Jahrzehnten treuer Dienste wieder wie neu aussieht. In einem Fotobuch wurde die Restaurierung des Oldtimers festgehalten.

Bei Kaffee und Kuchen erinnerten sich Luttmann und seine Frau Gertrud an die 50 Jahre und klönten mit ein paar ganz speziellen Gästen über die Technik und die alten Zeiten. Zu der gemütlich Runde hatte der stolze Besitzer auch den Mann geladen, der ihm vor einem halben Jahrhundert den Traktor verkauft hatte, Heinrich Tietje mit seiner Ehefrau Hertha. Und auch der Restaurator des guten stücks, Dirk Meijer, gesellte zu ihnen.

Vor einem gutem Jahr hat alles noch anders ausgesehen. Der Zahn der Zeit hatte am Trecker genagt und dabei unübersehbare Spuren hinterlassen. Nach reiflicher Überlegung entschloss sich Willi Luttmann, seinen Hanomag restaurieren zu lassen. Er fand schnell und in nächster Nähe den richtigen Mann für die Aufgabe. Der bestärkte den Schafwinkeler in seinem Entschluss und übernahm die Arbeit gerne.

Der 48 Jahre alte Dirk Meijer wohnt seit einigen Jahren bei den Luttmanns als Mieter. Von jungen Jahren an ist der gelernte Maurermeister ein begeisterter Oldtimerfan und Hobbyrestaurator. Bei seinem Onkel, einem Kraftfahrzeug--Schlosser, hatte er als Jugendlicher einiges gelernt und Erfahrung gesammelt. Die Restauration eines Traktors war für ihn aber eine Premiere.

Meijer verpasste dem historischem Gefährt erstmal eine Radikalkur. Stück für Stück wurden etliche Teile abmontiert, allerdings nur so viele, dass die Zugmaschine noch eingeschränkt fahrbereit blieb. Drei Monate hat die Arbeit den aus dem Ruhrgebiet stammende Handwerker beschäftigt.

Rostige Stellen wurden ausgebessert und Schweißen war angesagt. Fast alle Originalteile wurden säuberlich und liebevoll restauriert und aufgearbeitet und konnten so gerettet und wiederverwendet werden. Ersatzteile benötigte er nur sehr wenige. Eine Lackierung im originalen Hanomag-Export-Rot und -Weiß ließ die Zugmaschine schließlich wieder im alten Glanz erstrahlen. Bei der Suche nach dem richtigen Farbton half die Autolackiererei Hartjen in Verden, deren Besitzer selbst Oldtimerfreunde sind.

Gekauft hatte Luttmann den Trecker im Januar 1964 beim Schmiedemeister Heinrich Tietje im Nachbardorf Odeweg. Die Zugmaschine ist mit einem Vier-Zylinder-Diesel-Motor mit einem Hubraum von 1797 Kubikzentimeter ausgestattet und produziert damit eine Leistung von 32 PS. Der Motor stammte damals noch aus der Konkursmasse des legendären Bremer Autofabrikanten Borgward. Dort war er für Autos und Kleintransporter vorgesehen gewesen. Noch heute zeichnet er sich durch seine Laufruhe und geringen Dieselverbrauch aus. „Gebaut wurde dieser Typ in rahmenloser Blockbauweise nur vier Jahre, von 1964 bis 68 in dementsprechend geringer Stückzahl“, fachsimpelte es in der Kaffeerunde. Heute sei ein solches Stück nur noch sehr selten auf Treckertreffen anzutreffen.

Luttmann erinnerte an die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten seines Treckers, den er damals zu dem stolzen Preis von 16500 DM gekauft hatte. Das ganze Jahr über sei der Hanomag von früh morgens bis spät abends im Einsatz gewesen. „Geschätzte 20000 Betriebsstunden hat er uns treue Dienste geleistet“, sagt Willi Luttmann stolz auf seine historische Zugmaschine beim Treffen mit dem Ehepaar Tietje und dem Restaurator, aktuell aber ist er damit viel zu Oldtimertreffen in der Nähe unterwegs.

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