Monteure bleiben Zuhause

Häusliche Quarantäne wegen Corona: Wirtschaftliche Folgen für Emkon in Kirchlinteln

Besprechen den Pandemieplan und die Auswirkungen des Coronavirus auf die Firma Emkon (v.l.): Geschäftsführer Andreas Dittrich (v.l.) mit den Geschäftsleitern Lars Rosebrock und Maik Becker. Fotos: Leeske
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Besprechen den Pandemieplan und die Auswirkungen des Coronavirus auf die Firma Emkon (v.l.): Geschäftsführer Andreas Dittrich (v.l.) mit den Geschäftsleitern Lars Rosebrock und Maik Becker. 

Kirchlinteln – Bei aktuell 24 infizierten Menschen im Landkreis Verden scheint die Coronakrise noch nicht real greifbar. Allerdings stellen die Kita- und Schulschließungen oder geschlossenen Geschäfte massive Eingriffe in das Alltagsleben aller dar. Doch schon vor diesen Maßnahmen waren die ersten wirtschaftlichen Folgen durch das Virus aus China deutlich spürbar. Das gilt auch für die Gemeinde Kirchlinteln.

Am Beispiel des Maschinenbauers Emkon aus Kirchlinteln lässt sich gut aufzeigen, was sich derzeit hinter vielen Werkstoren abspielt.

„Seit vier Wochen ist Corona bei uns in der Geschäftsführung schon Thema“, sagt Emkon-Chef Andreas Dittrich. Der Hersteller von Verpackungsmaschinen mit 108 Mitarbeitern ist betroffen, weil die Maschinen bei den Kunden von Emkon-Facharbeitern montiert werden. Einer dieser Kunden ist in der Schweiz. „So kommt es, dass Maschine eins jetzt beim Kunden steht, aber Maschine zwei für diese Linie noch bei uns in Kirchlinteln bleiben muss“, schildert Dittrich. Die Unternehmen ließen keine Betriebsfremden mehr in ihre Werke. Außerdem müssten die vier Mitarbeiter, die kürzlich zur Montage in der Schweiz gewesen seien, derzeit in häuslicher Quarantäne ausharren, um ganz sicher zu gehen.

Für diese Zeit würden sie vom Arbeitgeber auf dessen Kosten freigestellt. Weitere Folgekosten durch die Produktionsumstellungen und verspätete Projektabschlüsse seien selbstverständlich. „Das belastet zurzeit alle Unternehmen in unserer und anderen Branchen, obwohl die große Welle noch gar nicht da ist“, so Vertriebschef und Geschäftsleiter Maik Becker.

Die Maschine für ein Schweizer Unternehmen kann leider nicht ausgeliefert werden und steht deswegen noch im Emkon-Werk Kirchlinteln.

Entsprechend funktionierten die Lieferketten auch im Maschinenbau nicht mehr wie gewohnt und es würden schon Aufträge vorbereitet und produziert, die eigentlich erst viel später im Projektplan vorgesehen seien. „Man muss in diesen Zeiten kreativ sein. Wir beschäftigen uns jetzt mit Projekten von morgen und bald von übermorgen“, sagte Dittrich. So seien mittlerweile alle Unternehmensbereiche betroffen und der Leerlauf, gerade im Bereich der Montage beim Kunden vor Ort, sei Realität.

Daher hat sich die Geschäftsleitung des in der Gemeinde verwurzelten Unternehmens entschlossen, mit den frei verfügbaren Mitarbeitern eine Nachbarschaftshilfe in der Gemeinde Kirchlinteln anzubieten (wir berichteten).

„Es gilt, unsere Mitarbeiter und Kunden so gut es geht vor dem Virus zu schützen“, sagte Dittrich. „Deswegen haben wir bereits einen Pandemieplan ausgearbeitet. Darin ist festgelegt, wer zum Beispiel im Homeoffice arbeitet“, erklärte Becker. Der Betrieb solle am Laufen gehalten werden, auch für den Fall einer weiteren Ausbreitung des Virus in der Region.

Becker: „Wenn alles vorüber ist, wollen wir aus dem Vollen schöpfen und sofort loslegen. Arbeit gibt es dann genug.“ 

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