Erneuerung für 85. 000 Euro

Kirchlintler Orgel macht einen Ausflug in die Werkstatt

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Das reich verzierte Orgelgehäuse ist noch einwandfrei. Bei der bevorstehenden Sanierung geht es vielmehr um die inneren Werte des Instruments. 

Kirchlinteln - Hans-Jürgen Lange schaut genau hin, als Orgelbauer Michael Köllmann eine Pfeife nach der anderen ausbaut. Kein Wunder, schließlich liegt dem Organisten das besondere Instrument und Herzstück der Kirchlintler St.-Petri-Kirche besonders am Herzen. Und ein Blick in das Innere dieser „Königin der Instrumente“ ergibt sich ja schließlich auch nicht alle Tage.

„Wir haben lange darauf gewartet, dass die Orgel erneuert wird“, sagt Kirchenvorsteher Gerd Spieckermann. Pastorin Merle Oswich ergänzt: „Es ist toll, dass es jetzt losgeht.“ Spätestens an Ostern 2018 soll das Instrument in voller Schönheit erklingen, berichtet sie.

Doch dafür muss die Orgel erst mal einen längeren Ausflug machen. Derzeit sind mehrere Profis damit beschäftigt, die Einzelteile des Instrumentes inklusive aller 1200 Pfeifen auszubauen. Sie werden im Laufe dieser Woche in die Orgelbauwerkstatt Jörg Bente nach Helsinghausen gebracht, wo sie gereinigt und gegebenenfalls repariert werden. Doch das ist nicht alles: Das Instrument soll außerdem nachintoniert werden, also einen neuen, zeitgemäßen Klang bekommen.

Das Gehäuse der Orgel ist ein echter Hingucker. Es handelt sich um ein Rück-Positiv, also sozusagen ein verkleinertes Spiegelbild einer Hans-Scherer-Orgel aus dem Jahr 1587. Kein Wunder, dass die Kirchlintler stolz auf dieses Instrument sind.

„Sie klingt unter ihren Möglichkeiten“

Doch im Inneren sieht es schon länger nicht mehr so schön aus: Als der Orgelrevisor Karl-Heinz Voßmeier, Kantor aus Rotenburg, im Jahr 2012 nach eingehender Besichtigung in einem Prüfbericht schrieb: „Sie klingt unter ihren Möglichkeiten“, wurde dem Kirchenvorstand klar, dass er aktiv werden musste. „Wir haben Kostenvoranschläge eingeholt und dann lange und intensiv um Fördergelder geworben“, berichtet Kirchenvorsteher Gerd Spieckermann. Mit Erfolg: Dank kräftiger Finanzspritzen seitens der Leader-Region Hohe Heide, der Landeskirche, des Landkreises und der Sparkassenstiftung kann die Kirchengemeinde die Kosten für die Rundumerneuerung in Höhe von circa 85 000 Euro stemmen.

Orgelbauer Michael Köllmann (l.) testet die Pfeifen. Mit Interesse verfolgen Pastorin Merle Oswich, Kirchenvorsteher Gerd Spieckermann und Organist Hans-Jürgen Lange (v.l.) den Ausbau des Instruments durch die Profis der Orgelbauwerkstatt Jörg Bente.

Die Kirchengemeinde sei froh, dass es recht kurzfristig – ein anderer Kunde war abgesprungen – zu der Sanierung kommt, berichtet Pastorin Merle Oswich. Andererseits müsse die Gemeinde nun ausgerechnet in der Weihnachtszeit ohne das Instrument auskommen. „Wir haben erst daran gedacht, die Gottesdienste mit einem E-Piano zu begleiten“, erzählt sie. Doch habe man nicht ganz auf festliche Orgelklänge verzichten wollen und sich deshalb ein mobiles Ersatzinstrument geliehen, das in der Weihnachtszeit für einen angemessenen Rahmen sorgen soll. „Spätestens an Ostern soll dann unsere eigene Orgel wieder erklingen“, so Oswich. „Wenn es schneller geht, freuen wir uns natürlich.“

Nun sind verständlicherweise alle, die das Kirchlintler Instrument regelmäßig spielen, also Hans-Jürgen Lange, Renate Drewes, Peter Bennerscheid und Charlotte Jacobi, gespannt auf die neue „Stimme“ der Orgel. Auf die Frage, ob auch Gottesdienstbesucher, die musikalisch nicht so versiert sind, den neuen Klang werden wahrnehmen können, antwortet Orgelbauer Michael Köllmann: „Mit dem Herzen werden es sicher alle hören können.“ 

rei

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