90-Minuten-Doku über Otersen / 21 Drehtage / Ausstrahlung im Oktober

Plötzlich läuft die Kamera

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Und plötzlich vor der Kamera: Interview mit Ortsbrandmeister Hartmut Dallmann.

Otersen - „Halbzeit“ für den 90-minütigen Dokumentarfilm „Op‘n Dörp“ mit dem Arbeitstitel „Otersen – Ein Dorf rettet sich selbst“. Nach zehn von voraussichtlich 20 Drehtagen haben viele Einwohner und Akteure aus dem Dorf bereits eine gewisse Routine – obwohl die meisten zum ersten Mal vor einer Fernsehkamera stehen.

Für das NDR-Fernsehen werden in diesem Sommer sechs Dokumentarfilme über sechs besondere Dörfer aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern produziert, die im Oktober in einer sechsteiligen Serie im NDR-Abendprogramm ausgestrahlt werden sollen. „Wir haben uns dafür nicht beworben, sondern wurden vom NDR-Fernsehen ausgewählt. Wahrscheinlich, weil wir als Golddorf bei ,Unser Dorf hat Zukunft‘ sowie mit unserem Bürger-Dorfladen und der Solar-Allerfähre bundesweit einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben“, vermutet Günter Lühning aus Otersen.

In einer schriftlichen Bürger-Information beschreiben die „Fernsehleute“, die Regisseure und Autoren Anja Glücklich aus Hamburg und Achim Tacke aus Dangast, das besondere Projekt. In Deutschland seien heute die Landwirte die Minderheit in den Dörfern. Landleben habe eine gänzlich neue Dimension bekommen. Das Leben dort sei für viele ein gelebter Traum, in der heutigen Zeit oft aber auch eine große Herausforderung, heißt es.

„Doch wie sieht das Leben in einem Dorf aus? Welche Veränderungen haben die Dörfer in den vergangenen Jahrzehnten erlebt? Wie kommen die älteren Bewohner damit klar? Wie hält man Leute im Dorf? Wie sehen die Kinder und vor allem die Jugendlichen das Leben im Dorf? Oft wollen sie bloß weg von dörflicher Scholle und Herd. Bemerkenswert dabei ist jedoch, dass bei Kindern vom Land das Heimatgefühl schon nach kurzer Zeit in vollster Blüte steht. Es ist eben ein Stück heile Welt – jedenfalls gefühlsmäßig“, so die Autoren. Jedes Dorf habe seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter. „Der NDR sucht Menschen, die besonders dicht mit ihrem Dorf verbunden sind. Aber auch der Strukturwandel und die Konflikte eines Dorfes werden thematisiert“, so das Duo.

Die Interviews und Gespräche passieren nebenbei, während die Menschen arbeiten, ihrem Hobby nachgehen oder feiern. Das NDR-Team legt Wert auf O-Töne, Gespräche, die untereinander laufen, im Laden oder zu Hause. Mit der Kamera werden „filmische Erzählungen“ gedreht.

Mit einem möglichst kleinen Team lassen sich die Autoren Anja Glücklich und Achim Tacke auf das Leben auf dem Lande ein. Die sechsteilige Reihe stellt ganz bewusst die unterschiedlichsten Dörfer vor.

In Otersen will das Fernsehteam dem Thema „Dorf mit Zukunft“ nachgehen. Das Dorf soll die Notwendigkeit der Entwicklungs- und Wandlungsfähigkeit von ländlich geprägten Lebensräumen exemplarisch verdeutlichen. „Unser Ziel ist es, einen informativen und unterhaltsamen Einblick in das Leben des Dorfes zu geben, der Lust auf Leben auf dem Land macht. Der Film soll aber auch verdeutlichen, wie viel ehrenamtliche Arbeit sowie Offenheit füreinander und den Wandel der Zeit notwendig ist, um ein Dorf lebendig und zukunftsfähig zu halten“, betonen Glücklich und Tacke.

Die Oterser Vereine berichten fortlaufend im Internet auf der Seite http://www.otersen.de/im-tv/ über den Fortgang der Dreharbeiten bis voraussichtlich Anfang Juli.

tl

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