Miniklein und dreifach niedlich

Unfassbar süß: Drei winzige Schweine sind die neue Attraktion auf Sehlinger Bauernhof

Lissi, Leni und Herbie lassen sich von Stella (5) kraulen. Das Mädchen verbringt gerne Zeit mit Tieren.
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Lissi, Leni und Herbie lassen sich von Stella (5) kraulen. Das Mädchen verbringt gerne Zeit mit Tieren.

Sehlingen - Wenn Landwirt Thomas Brüns morgens in den Stall kommt und in die Box blickt, dann sieht er erst mal: nichts. „Die haben sich dann so eingebuddelt in ihr Strohlager, haben sich richtiggehend zugedeckt, dass es so aussieht, als ob der Stall leer ist. Nur, wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man drei kleine Schweinenasen, die oben herausgucken. Das ist so niedlich.“ Leni, Lissi und Herbie haben das Herz ihrer neuen Besitzer im Sturm erobert. Kein Wunder: Die drei Mini-Schweine gleichen ihre geringe Körpergröße mit einer Extraportion Putzigkeit aus.

Mit Schweinehaltung kennt sich Familie Brüns aus Sehlingen gut aus, sie ist schon lange ein Standbein des Bauernhofes. Allerdings gab es bisher nur die großen Artgenossen, deren Fleisch vermarktet wird, während die neuen kleinen Bewohner einfach nur das Herz der Hofbesucher erfreuen sollen. Und Besucher gibt es reichlich, denn die Vermietung von Ferienwohnungen ist ein weiteres Standbein des landwirtschaftlichen Betriebs. Aber auch Nachbarn – nicht nur Kinder – kommen immer öfter zum Gucken, seitdem die drei Minis auf der Wiese hinter dem Haus toben und spielen.

Heute ist Sandra Kinebrock mit Tochter Fine (6) zu Besuch. Das Mädchen ist mutig und traut sich zu den Schweinchen in den Auslauf. Fine hat eine Handvoll Blumenkohlblätter dabei und die finden die Minis richtig lecker. Schnell ist Fine umringt von den drei Rackern, die sie vorsichtig mit der Nase an-stupsen. Auch Stella Tomanova (5), die eigentlich zum Streicheln der Babykatzen auf den Hof gekommen ist, kann nicht widerstehen und gesellt sich dazu. Geduldig lassen sich die Schweinchen von den beiden Mädchen füttern und kraulen, am liebsten zwischen den Ohren und am Bauch.

„Es waren vor allem unsere Söhne, die uns dazu überredet haben, zu unseren Hühnern, Schweinen, Schafen und Katzen noch weitere Tiere auf den Hof zu holen“, erzählt Birte Brüns. Alpakas und Ziegen seien im Rennen gewesen. Aber als die Mini-Schweine in der Nähe von Visselhövede zum Verkauf gestanden hätten, sei die Entscheidung schnell gefallen. „Eigentlich wollten wir nur zwei haben, aber dann wäre das dritte ganz allein zurückgeblieben, das hätten wir nicht übers Herz gebracht.“ Also kamen alle drei Minis mit nach Sehlingen, wo sie sich anfangs ausgesprochen schüchtern gezeigt hätten. Die Brüns-Söhne Jannis (20), Ole (19) und vor allem der jüngste, Tetje (13), hätten sich ganz schön ins Zeug gelegt, um das Vertrauen der kleinen Borstentiere zu gewinnen. Mit Erfolg: Mittlerweile bekommen die Minis gar nicht genug von menschlicher Aufmerksamkeit.

Satt gefressen und müde gespielt: Jetzt wird ausgiebig der Bauch gekrault.

Zum Gesamtkonzept von Ramakers Hof gehört es, dass die Besucher, insbesondere die Touristen, Einblicke in die Tierhaltung bekommen. „Die Kinder dürfen zum Beispiel beim Füttern zuschauen. Das finden die richtig spannend“, erzählt Thomas Brüns. Und wenn die Kinder von Touristen zum Beispiel bei den Schlachtschweinen mal genauer nachfragten, würden sie ihnen immer die Wahrheit erzählen: dass sie irgendwann zu Wurst verarbeitet würden. „Uns ist es eben auch wichtig, zu vermitteln, wie Landwirtschaft funktioniert“, so Birte Brüns.

Aber ihr gefalle auch der Gedanke, dass die Touristenkinder mit den Minischweinen jetzt kleine Gefährten haben, die eben nicht geschlachtet werden, sondern auch im nächsten Urlaub noch da sind, wenn die Kinder wieder zu Besuch sind. Außerdem sind die Minis natürlich wegen ihrer geringen Körpergröße weniger gefährlich für Kinder: Sie wiegen nur 20 bis 25 Kilo. Zum Vergleich: Ein Schlachtschwein im gleichen Alter wiegt ungefähr das Zehnfache.

Gesunder Snack: Fine (6) füttert die Minischweine mit Blumenkohlblättern.

Birte Brüns erzählt, dass das Minischwein ursprünglich zu Forschungszwecken gezüchtet worden sei, weil das Schwein in vielerlei Hinsicht dem Menschen sehr ähnlich ist. „Seit den 60er-Jahren wurden sie an den Göttinger Universität gezüchtet, deswegen heißt eine Minischwein-Rasse heute noch Göttinger Schwein.“ Die kleinen Borstentiere würden als Haustier immer beliebter, denn sie seien hochintelligent, könnten viele Kommandos lernen und seien freundlich im Wesen. „Dass manche Menschen versuchen, sie in der Wohnung zu halten, finde ich aber furchtbar“, sagt Brüns. Denn auch Leni, Lissi und Herbie liebten es, genau wie ihre großen Artgenossen, zu buddeln, sich zu suhlen, in der Erde zu schnüffeln und sich richtig auszutoben.

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