Kein Durchkommen mit der Kutsche

Mini-Seen im Waller Weg in Brammer

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Am Waller Weg kommt Heinz Gaudig mit seiner Kutsche nicht mehr durch. Schade, findet er. Den Touristen gefielen seine Touren durch die Geest immer sehr.

Brammer - Schon bevor die Wegekommission ihre Arbeit aufnimmt, haben sich viele Bürger mit einigen Beispielen für renovierungsbedürftige Wege und Straßen der Gemeinde Kirchlinteln gemeldet. So auch der Kreepener Heinz Gaudig, der einen besonders auffälligen Schaden am sogenannten Waller Weg von Brammer in Richtung Holtum (Geest) präsentierte.

„Ich hab das schon oft im Rathaus angesprochen und passiert ist nichts“, sagte Gaudig beim Ortstermin. Dabei nutze er den Weg besonders gerne mit seinen Pferdekutschen, um den Gästen seines Beherbergungsbetriebes die malerische Lintler Geest zu zeigen.

Einfluss der Gemeinde limitiert

Die Touristen führen mindestens zehn Mal im Jahr auf seinen zwei Kutschen mit, um die idyllische Umgebung zu genießen. Bei dem Zustand der Wege sei es allerdings immer schwieriger, eine attraktive Route für die Landurlauber zu finden. „Auf dem Waller Weg habe ich mir letztes Jahr beim Ausweichen der riesigen Wasserlachen den Außenspiegel am Baum abgefahren“, berichtete Gaudig. Daher fordert er, unbedingt diesen Weg zu reparieren. Denn für seine Pferde sei es unzumutbar, durch diese Schlammlöcher zu waten und dabei noch die Kutschen zu ziehen.

In der Tat würde hier vor dem Hintergrund der touristischen Nutzung der Aspekt der Multifunktionalität neben der Landwirtschaft berücksichtigt werden. Denn der Bauausschuss hatte seinerzeit bei der Bildung der Wegekommission unter anderem beschlossen, eben diese Multifunktionalität zu berücksichtigen.

Heinz Gaudig und seine Kutsche. Es falle immer schwerer, Touren auszuarbeiten, weil viele Wege nicht mehr befahrbar seien.

In einer Stellungnahme wies der stellvertretende Bürgermeister Werner Kunath darauf hin, dass die Kommission erst einmal eine Priorisierung der Wege erarbeiten müsse. „Der genannte Weg in Brammer ist nur bis zur Gemarkungsgrenze Kreepen in Gemeindebesitz und wird deswegen als Sackgasse betrachtet“, erklärte Kunath. Die restliche Strecke verlaufe über Privatbesitz, wodurch der Einfluss der Gemeinde limitiert sei. Sowieso sei noch völlig unklar, wie die Politik mit derartigen Fällen umgehen werde, da es bei privaten Wegen auch auf die Initiative aus den anliegenden Ortschaften ankäme.

Gremien der Gemeinde stehen vor Riesenberg an Arbeit

Welche Kriterien für die Prioritäten der einzelnen Wege gelten, müsse erst noch festgelegt werden. Die Kommission sei mit der Benennung ihrer Mitglieder durch die jeweiligen Interessensgruppen übrigens vollständig, sodass die Arbeit aufgenommen werden könne. Allerdings sei das Bauamt wegen der Vakanz von aktuell einer Stelle noch unterbesetzt und direkt nach der Umstrukturierung der Gemeindeverwaltung zurzeit voll ausgelastet.

Die Wegekommission werde in jedem Fall nur Empfehlungen aussprechen und konkrete Maßnahmen müssten vom Gemeinderat beschlossen werden. Durch die Größe der Gemeinde warte auf die Gremien ein Riesenberg an Arbeit, da auch noch weitere Themenfelder, wie Wegeseitenränder, „beackert“ werden müssten.

Nach 25 Jahren Betrieb der Ferienwohnungen in Kreepen hofft Gaudig auch weiterhin, seinen Urlaubsgästen entspannende Kutschfahrten durch die malerische Geestlandschaft fernab vom Straßenverkehr anbieten zu können. Deswegen drängt er auf zügige Bearbeitung der Schäden im Wegenetz.

lee

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