19-Jähriger uriniert auf Opfer

Junge Männer quälen Behinderte - mehrjährige Strafen

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Bendingbostel/Verden - Als „demütigend und menschenverachtend“ bezeichnete der Vorsitzende Richter Joachim Grebe gestern in der Urteilsverkündung das Verhalten der beiden Angeklagten gegenüber dem behinderten Opfer. Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Verden hat unter Einbeziehung weiterer Verurteilungen den 19 Jahre alten Dennis S. aus Etelsen zu einer Jugendstrafe in Höhe von vier Jahren und vier Monaten sowie den 25-jährigen Florian F. aus Etelsen zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt

Das damals 17 Jahre alte Opfer hatte im September 2014 ein Wochenende mit einer neuen Freundin verbringen wollen. Diese hatte bereits einen Besuch bei ihrem neuen Freund und ihrem Ex-Freund geplant, die zusammen in Bendingbostel wohnten. Kurzerhand fuhr die Bremerin mit in die Wohnung der Angeklagten. Der damals ebenfalls 17-Jährige Dennis S. ließ seinen Frust über die neue Beziehung seiner Ex am Opfer ab. „Am Freitag wurde sie gehänselt und geärgert. Am Sonnabend steigerte sich das“, hieß es in der mündlichen Urteilsverkündung.

Täter pinkelt Opfer an

Als Dennis S. während einer Autofahrt austreten wollte, pinkelte er das Opfer erstmalig an. Später in der Wohnung schmierte er der zunächst noch schlafenden 17-Jährigen Zahnpasta in die Haare. Florian F. holte Küchenzutaten dazu, und am Ende waren die Haare völlig verklebt. Florian F. schnitt ein paar Haare weg. Dennis S. rasierte und verunstaltete die Frisur völlig, wobei er dem Opfer Schmerzen zugefügt hat, stellte das Gericht fest.

Florian F. stachelte seinen Kumpel an: „Du kannst doch auf Vanessas Decke kacken“, so Grebe. Ebenfalls auf Vorschlag des 25-Jährigen zog er der Jugendlichen seinen Penis durch das Gesicht. Dabei soll er auf ihr gesessen und sie nach hinten gedrückt haben.

„Das war der Höhepunkt, aber leider nicht das Ende“, so Grebe. Der 19-Jährige urinierte auf das unter einer Decke schlafende Opfer. Zwischenzeitlich hielt er ihr seinen nackten Hintern ins Gesicht. Der Abschluss der Erniedrigungen wurde von Florian F. auf Video festgehalten. Unter dem Vorwand, sich entschuldigen zu wollen, hockte sich Dennis S. vor das eingeschüchterte Mädchen und spuckte ihm ins Gesicht.

Schwere psychische Folgen

Dennis S. wurde der sexuellen Nötigung, der Beleidigung in sieben Fällen, davon einmal in Tateinheit mit Körperverletzung und Sachbeschädigung schuldig gesprochen. Er verbüßt bereits eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren und bekam acht Monate aufgeschlagen. Florian F. wurde wegen einer Beleidigung sowie teilweise der Beihilfe schuldig gesprochen, in Teilen aber auch freigesprochen. Bei ihm wurde eine 15-monatige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe einbezogen.

Bei den Strafen berücksichtigte die Kammer die schweren psychischen Folgen des gequälten Opfers, den langen Tatzeitraum und die Ausnutzung der Schwäche und Hilflosigkeit. „Die Angeklagten empfanden Spaß an den hilflosen Reaktionen dieses armen Mädchens“, so Grebe. „Was gibt es Demütigenderes als angepinkelt und angekackt zu werden?“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

wb

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