Martina Wiechert aus Hohenaverbergen hat das Schreiben für sich entdeckt

Kürzlich erzählte ihr eine Freundin eine Geschichte…

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Martina Wiechert (48) mit ihrem ersten Buch. Mittlerweile hat sie ein zweites veröffentlicht, ein drittes ist in Arbeit.

Hohenaverbergen - Manche ihrer Geschichten sind wahr, sie haben sich exakt so zugetragen, wie sie sie niedergeschrieben hat. „Andere sind mehr so halbwahr. Aber sie alle haben einen wahren Kern.“ Die meisten der kurzen Texte von Martina Wiechert aus Hohenaverbergen sind lustig, andere regen zum Nachdenken an. Und sie alle beginnen mit den Worten „Kürzlich erzählte mir eine Freundin...“

Die 48-Jährige, die in der Heizungs- und Sanitärfirma ihres Mannes mitarbeitet, hat mit dem Schreiben von Kurzgeschichten eine Leidenschaft in sich entdeckt. „Eigentlich habe ich schon als Kind gerne geschrieben. Und später dann auch Reden für Geburtstage und Feiern.“

Aber eigene Geschichten zu verfassen, das kam erst später. „Eine Freundin hat irgendwann zu mir gesagt, ich würde immer so witzige E-Mails schreiben.“ Daraufhin habe sie sich dann mal an kurzen Geschichten versucht. „Und als die erste in einer Wochenzeitung abgedruckt wurde, dachte ich mir: ‚Oha. Jetzt wirst Du reich.‘“, sagt die Hohenerin und schmunzelt.

Das mit dem reich werden habe zwar bisher nicht so recht geklappt, aber mittlerweile hat die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen zwei Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht. Beide Bücher heißen „Kürzlich erzählte mir eine Freundin…“, das zweite mit dem Zusatz „Teil 2“. Das dritte ist bereits in Arbeit. „Und jetzt habe ich auch mehr Zeit zum Schreiben, meine Jungs beginnen bald ihr Studium.“

Wiechert liest ihre Geschichten auch gerne vor – auf Veranstaltungen und kleineren Festen zum Beispiel. Derzeit freut sie sich besonders auf das Kürbisfestival auf dem Hof Cordes. Dort wird sie am 19. September, 18 Uhr, aus ihren Büchern vortragen. Sie hofft auf viele Zuhörer. Wer die Hohenerin einladen möchte, auf einer Veranstaltung, zum Beispiel einer Adventsfeier, aus ihren Büchern vorzulesen, kann sich bei ihr unter Telefon 04238/1708 melden.

Ihre Geschichten handeln von Alltäglichkeiten, wie sie jeder kennt. „Es geht um Haustiere, pubertierende Kinder, gute Vorsätze – solche Sachen.“ Zuletzt hat die Hohenerin bei einem Schreibwerkstatt-Workshop der „Lisa“ mitgemacht. Auch diese Frauenzeitschrift habe daraufhin eine ihrer Geschichten veröffentlicht. „Vier kleine Nachrichten“ heißt sie und erzählt vom Tode ihres Schwagers Frank, der seiner Familie aus dem Jenseits Trost schickte. So handelt der gefühlvolle Text von der Auferstehung einer vertrockneten Orchidee, einem Sternenhimmel in der Todesnacht, von einem merkwürdigen Stromausfall und dem Moment, als beim Begräbnis der Himmel aufreißt und die Sonne durch die bunten Kirchenfenster scheint.

„Es muss nicht

zwingend lustig sein“

Früher habe sie vor allem versucht, humorvoll und pointiert zu schreiben, sagt Wiechert. „Heute muss es nicht mehr zwingend lustig sein, Irgendwann habe ich realisiert, dass meine Texte tatsächlich gelesen werden. Und dass ich dann vielleicht nicht einfach nur amüsieren – sondern den Menschen auch mal etwas sagen sollte, wenigstens mit einem kleinem Fingerzeig.“ Das Augenzwinkern, verspricht Wiechert, werde aber immer bleiben, das sei immerhin eine Art Markenzeichen.

rei

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