Großprojekt Dorfscheune: Dorfbewohner starten jetzt mit Eigenleistungen

Luttumer krempeln die Ärmel hoch

Diese Holztore sollen ausgetauscht werden, das ist ein Baustein der energetischen Sanierung.
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Diese Holztore sollen ausgetauscht werden, das ist ein Baustein der energetischen Sanierung.

Luttum – Ein einladender Ort, an dem sich Kinder ebenso wie Senioren treffen können, wo Vereinsvorstände tagen, Familien miteinander feiern und Alteingessene und Neuzugezogene einander begegnen können – das soll die Dorfscheune Luttum werden. Damit dieser Traum Wirklichkeit wird, müssen jetzt allerdings ganz viele Dorfbewohner die Ärmel hochkrempeln – die ersten Gelder sind schon bewilligt.

In Luttum wird in diesen Wochen der körperliche Einsatz losgehen. Die geistige Arbeit hinter den Kulissen war bereits in einem ersten Schritt erfolgreich: Die Fördergelder für die energetische Sanierung des bestehenden Gebäudes sollen fließen. Der Umbau umfasst ein Investitionsvolumen von 170 000 Euro. „Knapp 100 000 Euro kommen aus dem Leader-Förderprogramm, 25 000 Euro übernimmt die Gemeinde Kirchlinteln. 45 000 Euro sind im Verhältnis 2:1 als Eigenleistung und Spenden der Luttumer Vereine und Bürger kalkuliert“, rechnet Matthias Müller vor. Er ist zweiter Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins, der bei der Planung und Organisation des großes Dorfprojektes eine tragende Rolle spielt. „Aber, ganz wichtig: Die Dorfscheune soll für alle da sein, nicht nur für den Heimatverein.“ Von der Feuerwehr bis zu den Luttumer Liederfreunden, von Kindermusikprojekten bis hin zu goldenen Hochzeit – die Scheune soll ein Mehrgenerationenhaus sein, in dem sich alle wohlfühlen. „Und wer weiß, vielleicht werden hier auch mal Veranstaltungen stattfinden, die wir noch nicht auf der Rechnung hatten, weil es bisher eben gar nicht möglich war.“ Müller meint zum Beispiel Lesungen oder andere kulturelle Veranstaltungen, auch Angebote der zeitgeschichtlichen Werkstatt Wittlohe wären denkbar. Bisher waren die Möglichkeiten eher eingeschränkt, aus verschiedenen Gründen. Zum einen sind die Sanitäranlagen in der Dorfscheune alles andere als ausreichend (es gibt nur eine Toilette je Geschlecht), zum anderen ist die Scheune gerade in den Wintermonaten sehr schlecht zu heizen.

Der erste Aufschlag soll nun die energetische Sanierung sein. Müller betont, dass die Zusammenarbeit mit der Kirchlintler Verwaltung und dem Gemeinderat ebenso konstruktiv gewesen sei wie die gemeinsamen Planungen mit den Architekten Ute Blome und Otto Grote. Konkret haben die Luttumer auf dem Zettel, die vorhandenen großen Scheunentore in der Größe den kleineren Toren anzupassen. Alle Tore werden durch energetisch hochwertige Fenster aus Holz ersetzt, um den Raum mit Tageslicht zu fluten. Auch im Inneren wird sich einiges verändern: Die Emporen werden entfernt, es wird eine isolierende Trockenbaudecke eingezogen und auch der Fußboden muss komplett erneuert werden. Und für all diese Arbeiten sind jetzt die Luttumer gefordert, denn ohne Eigenleistungen wird es nicht gehen.

Müller und seine Mitstreiter wünschen sich, dass sie im Dorf möglichst keine Klinken putzen müssen. „Es wäre wirklich toll, wenn sich potenzielle Helfer von sich aus bei uns melden könnten. Leider ist es uns coronabedingt derzeit nicht möglich, zum Beispiel bei einer Dorfversammlung, die Werbetrommel zu rühren.“

Die Arbeitseinsätze sollen überwiegend samstags – natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln – stattfinden. Wer dabei sein will, meldet sich bei Manuel Otten unter Telefon 0151/21263834 oder E-Mail dorfscheune@luttum.de. Jeder könne seine persönlichen Fertigkeiten einbringen und somit seinen Beitrag zum neuen Dorfmittelpunkt leisten. Wer die Ehrenamtlichen während der Arbeitseinsätze mit Essen versorgen möchte, könne sich ebenfalls gern melden.

Den zweiten Schritt des großen Dorfprojektes, der geplante Anbau mit Küche, zusätzlichen kleineren Räumen und zeitgemäßen Sanitäranlagen, mussten die Luttumer in die nächste EU-Förderperiode 2021 – 2017 verschieben, weil die Mittel aus dem Programm ausgeschöpft waren. „Wir machen jetzt einen Schritt nach dem anderen“, sagt Müller.

Von Reike Raczkowski

So soll die Dorfscheune nach der Sanierung aussehen. Die Tore werden durch Fenster ersetzt. Entwurf: Blome

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