Lintler Laden: Wirtschaftlicher Verein zieht eine gute erste Jahresbilanz

Regionale Produkte und immer ein freundliches Wort

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Frieda Schaak ist eine Stammkundin. „Ich kaufe hier sehr gerne ein“, sagt sie. Das freut die Verkäuferinnen, hier Ulrike Bartusch und Carola Woischke (v.l.), natürlich.

Bendingbostel - „Guten Morgen, Frau Schaak! Was darf es denn heute sein?“ Die Mitarbeiterinnen des Lintler Ladens kennen fast alle ihre Kunden mit Namen. Frieda Schaak, 85 Jahre alt, entscheidet sich für Brötchen, Wasser, Milch und eine Verdener Aller-Zeitung. „Ich kaufe hier sehr gerne ein“, sagt die Seniorin. Seit vor einem Jahr ein wirtschaftlicher Verein gegründet wurde, der den Laden betreibt, ist in dem kleinen Bendingbosteler Geschäft vieles noch besser geworden.

Cord Wahlers, Ortsvorsteher von Bendingbostel und zweiter Vorsitzender des wirtschaftlichen Vereins, sagt: „Nach gut einem Jahr ist es Zeit, eine Bilanz zu ziehen.“ Und die fällt ziemlich positiv aus.

„Wir haben den durchschnittlichen Tagesumsatz steigern können“, berichtet Silke Drewes-Blanke. Somit sei das wichtigste Ziel der Vereinsgründer, nämlich die Zukunft des Ladens zu sichern, erreicht worden. 89 Bürger, die insgesamt 126 Anteile am Geschäft gekauft haben, sind mittlerweile die Betreiber des Ladens. Bis vor einem Jahr wurde das 1997 gegründete Geschäft von den Schultern einiger weniger Gesellschafter getragen, zusätzlich hatte sich ein Förderverein finanziell für den Bestand des Ladens engagiert.

Seitdem sich der Verein gegründet hat, ist sichtlich viel passiert im Laden. Der gesamte Kassenbereich wurde modernisiert und sieht mit seinem dunklen Holz jetzt sehr viel attraktiver aus als mit dem weißen alten Mobiliar. Besonderer Stolz der Verantwortlichen ist eine gemütliche Sitzecke. „Viele Kunden halten hier immer gern in einen Klönschnack“, berichtet Silke Drewes-Blanke und schmunzelt. „Also haben wir uns gedacht: Warum sollten wir ihnen nicht die Möglichkeit geben, das Gespräch bei einer Tasse Kaffee zu vertiefen?“

Auch das Produkt-Sortiment wurde erweitert. „Und wir passen es immer wieder den Kundenwünschen an“, berichtet Verkäuferin Ulrike Bartusch. Zum Verkäuferinnenteam gehören außerdem Elke Schmalfuß, Erika Diercks und Carola Woischke. Einen großen Fokus lege das Team dabei auf Regionalität. So gibt es frisches Gemüse aus Westen und aus Nindorf, Milchprodukte aus Hoya, Fleisch und Aufschnitt aus Verden, Eier, Honig und Marmeladen aus Sehlingen, Brot und Kuchen aus Kirchlinteln sowie Suppen und hochwertige Fertiggerichte aus Heins. Daneben stehen natürlich alle wichtigen Dinge des täglichen Bedarfs in den Regalen, aber auch hochwertige Schokoladen und ausgesuchte Weine. Einen Lotto-Tresen sowie Tabakwaren gibt es auch.

„Wenn es den Lintler Laden nicht mehr geben würde, dann wären wir älteren Bürger aufgeschmissen“, sagt Frieda Schaak. „Der Bürgerbus bietet zwar die Möglichkeit, nach Kirchlinteln zu fahren, aber naja.“ Für die 85-Jährige, die auf einen Rollator angewiesen ist, sei ein Ausflug nach Kirchlinteln immer recht anstrengend. Werner Schäfer, 87, stimmt ihr zu: „Ich habe kein Auto. Deswegen ist es gut, dass es hier einen Laden gibt, in den ich zu Fuß gehen kann.“

Aber nicht nur die älteren Bürger schätzen „ihren“ Laden. Auch die jüngere Generation kommt vorbei, um sich vor der Arbeit ein Brötchen zu holen, oder in der Mittagspause einen Snack. Viele erledigen den Großteil ihres Einkaufs im Lintler Laden. „Die Resonanz ist sehr gut“, so Drewes-Blanke. „Natürlich könnte es immer noch besser sein.“

Weil im August die Sparkasse direkt gegenüber geschlossen hat, habe man seitens des Vereins Umsatzeinbrüche erwartet. Man sei erleichtert gewesen, als ein Großteil der Kunden dem Laden dennoch die Treue gehalten habe, berichtet Wahlers. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Kunden sich auch an der Kasse des Lintler Ladens Geldbeträge auszahlen lassen können, in Höhe von bis zu 200 Euro und natürlich nur, wenn genügend Bargeld vorhanden ist. „Wir sind froh, dass Anfang kommenden Jahres in der ehemaligen Bankfiliale ein Frisörsalon eröffnen wird“, so Drewes-Blanke. „Davon können wir nur profitieren.“

Sie weist darauf hin, dass gerne noch weitere Bürger, die den Laden unterstützen möchten, Anteile zeichnen können. 250 Euro kostet es, einzusteigen. Wer sich dafür interessiert, kann einfach eine der Verkäuferinnen im Laden ansprechen. „Irgendwann“, so Drewes-Blanke, können wir vielleicht auch Gewinne ausschütten.“ Das sei aber noch Zukunftsmusik, denn jetzt gelte es weiterhin, den Bestand zu sichern und in den Laden zu investieren. Genaue Pläne wolle der Verein zurzeit noch nicht preisgeben. „Aber wir haben schon einige Ideen.“

Geöffnet ist der Lintler Laden montags bis freitags, von 6.30 bis 13 Uhr, und nachmittags (außer mittwochs), von 14.30 bis 18 Uhr, sowie am sonnabends, von 8 bis 13 Uhr.

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