Lindworx zieht positive Bilanz / Produkte kommen bei der Kundschaft gut an

Eine Firma, 18 Abteilungen, 200 motivierte Mitarbeiter

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Die Geschäftsführung von Lindworx ist sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Angestellten. Auf der Betriebsfeier werden traditionell die Mitarbeiter des Jahres (Foto) ausgezeichnet.

Kirchlinteln - Mit ihren 200 Mitarbeitern in 18 Abteilungen ist sie eine der größten Firmen in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Geschäftsführung zeigte sich bei der Jahresabschlussfeier hochzufrieden: Lindworx, die Schülerfirma der Kirchlintler Oberschule am Lindhoop, ist auch nach fünf Jahren noch eine echte Erfolgsgeschichte.

„Inspiriert hat uns damals das Konzept der Hauptschule Achim“, erinnert sich Lehrer Werner Triebel, der seit der Gründung dabei und gemeinsam mit seiner Kollegin Andrea Kohnen Geschäftsführer von Lindworx ist.

Mittlerweile hat die Schülerfirma 18 Abteilungen, in denen an drei Stunden in der Woche – und auch bei vielen Außendiensten – von den Schülern der Jahrgänge 8,9 und 10 gearbeitet wird. Und zwar in ganz unterschiedlichen Bereichen: In der Abteilung „Kleinholz“ wird zum Beispiel Dekoratives hergestellt, „Tiffany“ produziert Glaskunst, die „Lindwebber“ kümmern sich um Computerprojekte, „Killer & Co“ hat im schuleigenen Verkaufsladen Schreibwaren im Angebot. „Funkelworx“ stellt Schmuckstücke her und die Mitarbeiter von „KreARTiv“ führen eine eigene Galerie. In der neuesten Lindworx-Abteilung „Big Brother“ helfen ältere Schüler den jüngeren bei Hausaufgaben und Referaten.

„Wir nehmen die Mitarbeit in der Schülerfirma ernst, dementsprechend wird die Leistung auch benotet“, sagt „Chef“ Werner Triebel. „Schließlich soll Lindworx die Jugendlichen auf das Leben nach der Schule vorbereiten.“

Kohnen ergänzt: „Wenn jemand Teil der Schülerfirma werden will, dann muss er sich formal um einen Job in einer Abteilung bewerben, dann gibt es ein Vorstellungsgespräch.“ Hat der Schüler seinen Traumjob ergattert, lernt er, wie wichtig Teamarbeit ist: „Die Jugendlichen verstehen schnell, dass die Geschäfte nicht laufen, wenn sich nicht jeder einbringt“, so Triebel.

Gute Umsätze hat im Jahr 2015 zum Beispiel die „Zuckerbäckerei“ gemacht. Lehrerin Karin Loos erklärt das Geschäft: „Einerseits nehmen wir Aufträge an: Jeder kann bei uns, zum Beispiel für Geburtstagsfeiern, Kuchen oder Torten bestellen.“ Diese werden von den Mitarbeitern in der Schulküche in Handarbeit hergestellt. Zum anderen gebe es die Außendienste: Auf Märkten und Basaren verkauften die Schülerinnen selbst gebackene Plätzchenmischungen. „Wir sind dankbar für die Kooperation mit der Bäckerei Wöbse“, erklärt Loos. In der Adventszeit stellen die Schüler ihre Kekse in der örtlichen Bäckerei her. „Damit wir auf die erforderlichen Stückzahlen kommen.“

Das kreative Arbeiten mit Lebensmitteln hat es zum Beispiel der jungen Zuckerbäckerin Pia Krehan angetan. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, Konditorin zu werden“, sagt sie. „Das Dekorieren gefällt mir besonders gut.“ Ihre filigranen Rosenblüten für die Mohn-Marzipan-Torte sehen jedenfalls schon sehr professionell aus.

„Dass sich aus der Mitarbeit in einer Schülerfirma ein konkreter Berufswunsch herauskristallisiert, ist aber eher die Ausnahme“, sagt Geschäftsführerin Andrea Kohnen. Das sei aber auch gar nicht das Ziel. Es gehe vor allem darum, den Schülern Verantwortungsbewusstsein beizubringen. Denn wenn eine Abteilung einen Auftrag bekommt, dann muss der natürlich gewissenhaft ausgeführt werden. Schließlich zahlt der Kunde dafür.

Auch die „Woodworker“ sind stolz darauf, dass ihre Produkte bei den Kunden so gut ankommen: Die Abteilung stellt größere Gebrauchsgegenstände aus Holz her. Ihr Spezialgebiet: solide Bänke, die nicht nur schön aussehen, sondern richtig lange halten. Mitarbeiter Moritz Cordes erklärt: „Die Gestelle bekommen wir von unseren Kollegen von ‚Happy Metal‘“. Die Metallbau-Schülerfirma arbeitet wiederum eng mit dem Bendingbosteler Unternehmen Schutz zusammen.

Wer sich in der Schülerfirma besonders engagiert, hat die Chance, im Rahmen der traditionellen Betriebsfeier von der Geschäftsführung als „Mitarbeiter des Jahres“ seiner Abteilung ausgezeichnet zu werden. Auch in diesem Jahr stand den geehrten Schülern der Stolz über das Erreichte ins Gesicht geschrieben.

rei

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