„Lebensfragen“: Kita in Holtum (Geest) und Bestattungsinstitut starten Projekt

Abschiede, Tod und Trennung aus Kindersicht

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Die Projektwochen „Lebensfragen – Abschiede“, starteten mit einem Vortrag für die Eltern.

Holtum (geest) - Warum fallen die Blätter jetzt vom Baum? Kommt Oma in den Himmel? Mein Freund zieht weg, warum bin ich traurig? Papa zieht aus und nun? Unser Hund ist gestorben und was passiert jetzt? Lebensfragen, denen sich der Kindergarten Holtum (Geest) mit Unterstützung von Silke Ahrens von „Abschied Bestattungen“ nähern möchte und den Kindern hierzu Rede und Antwort stehen wird.

„Wir werden uns in den nächsten Wochen intensiv mit dem Projekt ‚Lebensfragen – Abschiede‘ beschäftigen“, erzählt Katrin Wickbold, Leiterin des Kindergartens.

Das Projekt wurde vor zwei Jahren das erste Mal angeboten. „Es kamen Anfragen aus der Elternschaft, ob wir es wiederholen könnten.“ Nach anfänglicher Skepsis dem Projekt gegenüber seien die Eltern begeistert gewesen. „Sie sahen sich unterstützt bei den sensiblen Fragen und ihren eigenen Unsicherheiten. Wir möchten uns behutsam einem Tabuthema in unserer Gesellschaft nähern“, so Wickbold weiter.

Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren hätten aus entwicklungspsychologischer Sicht ein entspanntes Verhältnis zum Tod. „Diese natürliche Sicht der Dinge wird leider häufig durch die Tabuisierung des Themas zerstört, und Fantasien können Ängste hervorrufen, die man mit durchs Leben trägt.“ Die Weichen für einen sicheren Umgang mit dem Abschiednehmen würden bereits in der Kindheit gestellt.

„Wir lernen bei dem Projekt gemeinsam, wie wir unseren Gefühlen Ausdruck geben können und wie man mit Tod, Trennung, Abschied, Wohnungswechsel, Scheidung und vielem mehr umgehen kann“, erklärt die Pädagogin.

Der Kindergarten und das Bestattungsunternehmen sind in Holtum direkte Nachbarn, somit kennt man sich gut. Beim Spielen auf dem Außengelände beobachteten Kinder das Geschehen vor dem Bestattungsunternehmen und stellten Fragen. „Daraus entstanden die Projektidee und die Zusammenarbeit.“

Silke Ahrens ist Trauerbegleiterin und hat früher als Lehrerin für Religionswissenschaften gearbeitet. „Eine ideale Kombination“, wie das Team des Kindergartens findet – das letzte gemeinsame Projekt hatte bei allen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Die Projektwochen „Lebensfragen – Abschiede“, starteten im Kindergarten mit einem Vortrag von Silke Ahrens, in dem die Eltern auf die Wichtigkeit des Themas hingewiesen wurden und Infos erhielten, wie der Besuch der Kindergruppe in ihrem Institut abläuft. Das Interesse war groß, und Silke Ahrens bot allen an, einfach vobei zu kommen, wenn Fragen oder Redebedarf entstehen sollten.

Das Kindergartenteam informierte über den Ablauf des Projektes und wünschte sich und den Eltern eine intensive Zusammenarbeit sowie regen Informationsaustausch für die kommende Zeit, denn „je offener alle Seiten zusammenarbeiten, desto mehr profitieren sie davon“, ist sich Katrin Wickbold sicher.

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