Kulturverein feiert mit „Minsch sein mut de Minsch“ gelungene Premiere

Es menschelt, doch eine Leiche stört die Idylle

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Die Verwirrung ist komplett. Wo ist die Leiche und was hat die Puppe damit zu tun?

Armsen - Ein volles Haus hatte der Heimat- und Kulturverein Armsen zur Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Minsch sein mut de Minsch“, ein Dreiakter von Günther Siegmund. Nach monatelangen Proben wurden die Akteure und Regisseurin Silke Heemsoth-Rohlfing für ihr Spiel mit Jubel und Applaus des begeisterten Publikums belohnt.

Schauplatz der Handlung ist eine Polizeidienstelle in den 50er-Jahren. Hier hat Polizeimeister Johannes Wilke (Bernd Hartendorf) sein eigenes Rechtssystem eingeführt „Minsch sein mut de Minsch“, ist seine Devise. Für einen „Buddel Schluck“ verlängert er schon mal die Polizeistunde. Auch gegenüber Kleinkriminiellen, wie dem Landstreicher Sebastian Knoop (Olaf Schöpe), der der Reinemacherfrau Emma Wiggers (Heike Erdmann) zwei Hühner gestohlen hat, drückt der gutherzige Beamte öfter ein Auge zu.

So läuft alles ganz gemütlich. Zwar sieht Pastor Petersen (Jörg Meyer) öfter die Moral gefährdet, einem guten Schluck ist allerdings auch er nicht abgeneigt. Bloß der ehrgeizige Oberwachtmeister Karl Benthin (Claus Heemsoth) sieht das anders. Da er sich in die hübsche Friedel (Kerstin Müller), Tochter des biederen Gemeindedieners Martin Stingel (Rolf Früchtenicht) verliebt hat, möchte er befördert werden und schwärzt seinen Chef mit einem anonymen Brief beim Polizeirat an. Doch davon ahnt Wilke vorerst nichts.

Die Idylle findet jäh ein Ende, als der Gemeindediener eine Frauenleiche findet. Gerade jetzt ist der Zeitpunkt äußerst ungünstig, denn just hat Wilke eine hübsche Dame „inhaftiert“, die unbekleidet im See gebadet hat und der er näherzukommen hofft. Doch wer ist Hanne Kleinschmidt (Astrid Boht), und was hat sie für einen Auftrag?

Polizeimeister Wilke möchte sich des Problems mit der Leiche auf seine eigene Art entledigen. Kurzerhand beauftragt er Stingel, sie auf die andere Seite des Flusses, ins Zuständigkeitsgebiet seines Kollegen zu transportieren.

Doch irgendwie läuft alles nicht wie geplant. Stingel gesteht, dass er den Auftrag gar nicht ausgeführt hat, aber die Leiche bleibt verschwunden. Als das ans Licht kommt, kann auch Hanne Kleinschmidt, die schon längst ihre Sympathie für Wilke entdeckt hat, nicht mehr helfen, die Suspendierung des Polizeimeisters scheint unabwendbar. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Die Zuschauer erlebten eine rundum gelungene Premiere. Von Anfang an wurden sie prächtig unterhalten. Lacher und Szenenapplaus zogen sich durch die gesamte Vorstellung. Die Darsteller waren allesamt gut aufgelegt und verkörperten ihre jeweilige Rolle mit viel Spielwitz und Humor.

Den kernigen plattdeutschen Dialekt brachten sie in den spritzigen Dialogen authentisch rüber, das trug zusätzlich zur Erheiterung bei.

ahk

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