„Am Salingsloh“

Kükenmoorer Campingplatz öffnet vollständig

Älteres Ehepaar mit Hund vor Campingwagen.
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Dauercamper seit über 30 Jahren: Annemi und Gerhard Meinen aus Verden mit ihrem Mischlingshund Teddy.

Die Lockerungen machen es möglich. Gäste können wieder auf dem Campingplatz in Kükenmoor übernachten. Erste Urlauber berichten über die Entbehrungen der vergangenen Monate.

Kükenmoor – Eigentlich wäre Karin Drewes längst voll in die Camping-Saison gestartet. Aber die Betreiberin des in Kükenmoor gelegenen Familien-Campingplatzes „Am Salingsloh“ konnte wegen Corona bis Mittwoch nur eine begrenzte Anzahl von Feriengästen aufnehmen. „Die Dauercamper sind inzwischen kein Thema mehr, aber für touristisch Reisende hatten wir wegen der Pandemie leider noch weniger Platz“, bedauert Drewes, die inzwischen wegen der landes- wie landkreisweit kontinuierlich sinkender Inzidenzwerte und den damit einhergehenden Lockerungen wieder alle Touristenplätze belegen kann.

Allerdings dürften Touristen wie Dauercamper auch zukünftig nur anreisen, wenn sie einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können, der zweimal wöchentlich in einem Testzentrum wiederholt werden muss. „Das alles bremst nicht nur die betrieblichen Abläufe, sondern drückt inzwischen auch einigen Campern aufs Gemüt. Die Einschränkungen durch Corona dauern mittlerweile einfach schon zu lange.“ Vor allem gemeinsame Aktivitäten wie das jährliche Pump-Fest anlässlich der Reinigung des Badesees oder gesellige Veranstaltungen fehlten doch sehr, meint Drewes.

Darüber hinaus habe sich das Ausbleiben von Radtouristen und Tagesgästen bemerkbar gemacht. Gerade zu Ostern, den Feiertagen im Mai oder an Wochenenden hätten stets viele Ausflügler den Platz in Kükenmoor besucht, den vor 51 Jahren der 2016 verstorbene Landwirt Karl Haase, Vater der Betreiberin, gegründet hat.

95 Parzellen gibt es auf dem Platz; 80 davon für Dauercamper. „Für die fühlt es sich an, als würden sie nach Hause kommen, wenn sie vor Ort sind“, weiß Drewes, die, wenn man Corona außer Acht lässt, von einer konstant guten Auslastung bei den Dauercampern berichtet. Daneben gebe es viele spontane Gäste. Fahrradpendler, zum Beispiel. „Sie bleiben oft nur eine Nacht, aber manchen hat es bei uns so gut gefallen, dass sie zu Dauercampern geworden sind.“

„Die Außengastronomie haben wir erstmals am letzten Maiwochenende wieder geöffnet.“ Schwierig findet Drewes, dass sie trotz der Lockerungen immer noch kaum planen könne, da sich die Gesetzeslage oft kurzfristig ändere. Umfangreiche Vorkehrungen zum Infektionsschutz habe man bereits zu Beginn der Pandemie an sämtlichen markanten Punkten auf dem Platz getroffen.

Die mehr als 200 Dauercamper zeigten laut Drewes viel Verständnis für die Situation und hielten sich zuverlässig an die Regeln: „Die Leute sind ja froh, dass sie überhaupt auf den Platz und in die Natur dürfen; vor allem bei gutem Wetter.“ Karin Drewes liebt die Arbeit auf dem Campingplatz. Liebt die Vielfältigkeit und den Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen, und sie freut sich, dass zunehmend junge Familien zu ihren ständigen Gästen zählen. „Ich habe schon Jahre erlebt, in denen sich 70 Kinder auf dem Platz getummelt haben. Aktuell schätze ich ihre Zahl auf etwa 30. Das ist einfach sehr schön“, sagt sie und erzählt weiter von den vielen Freundschaften, die sich zwischen ihrer Familie und Campern entwickelt haben.

„Während wir sonst mehrmals im Jahr auch ins Ausland in den Urlaub fahren, genießen wir jetzt hier entspannte Tage“, meinen etwa Christine und Thomas Krey aus Offenbach. Das Paar hat erstmals vor sieben Jahren über Freunde ein paar Tage auf dem Campingplatz verbracht und sich dann vor zwei Jahren aus einer spontanen Laune heraus einen gebrauchten Wohnwagen gekauft. Die 430 Kilometer, die zwischen ihrem Wohnort und ihrem zweiten Zuhause liegen, bezeichnen sie als „Klacks“. „Wir sind auch schon öfters für ein Wochenende an den Lago Maggiore gedüst. Jetzt fahren wir halt hierher, zumal die Torten von Karin einfach spitze und selbst die weiteste Anreise wert sind“, sagem sie und schmunzeln.

Annemi und Gerhard Meinen aus Verden dagegen verbringen bereits seit über 30 Jahren einen Großteil ihrer Freizeit und auch die meisten ihrer Urlaube auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz. „Die Anreise ist kurz und diese Ruhe hier ist herrlich“, schwärmt das Ehepaar. „Hier ist es einfach wunderschön. Wir schauen gerne auf den kleinen See, in dem wir, sobald die Wassertemperatur die 18-Grad-Marke übersteigt, selbstverständlich auch baden“, so das Paar, das stets auch Mischlingshund Teddy dabei hat. Sie bedauern allerdings, dass „viele unserer alten Freunde aus Altersgründen nicht mehr kommen“ und dass einige der alten Camper-Gefährten bereits verstorben sind, sodass sie inzwischen schon die letzten noch aktiven Camper aus dieser alten Riege seien.  nie

Den Badesee im Hintergrund hat bereits Karin Drewes (Bild) Vater Karl Haase angelegt.

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