Besucher und Beschicker zeigen sich begeistert / Neuauflage am 2. Oktober

Kirchlinteln: Krug-Markt bleibt keine Eintagsfliege

Viele Menschen auf einem Marktgelände.
+
Ordentlich was los war beim ersten „Wochenmarkt der Direktvermarkter“ am Lintler Krug.

Das war ein Auftakt nach Maß: Der erste „Wochenmarkt der Direktvermarkter“ lockte viele hundert Menschen an den Lintler Krug. Die Stimmung war ausgezeichnet, die Beschicker machten Umsatz - da fiel kaum auf, dass das Ganze in gewisser Weise eine Wahlkampf-Veranstaltung war.

Kirchlinteln – Rebecca und Conrad deckten sich mit Mangold für das Abendessen ein, danach wollten sie noch ein bisschen im Schatten der Linden mit ihren Nachbarn schnacken. Dem jungen Paar mit kleiner Tochter – die drei sind gerade erst vor ein paar Monaten nach Kirchlinteln gezogen – gefiel die erste Auflage vom „Wochenmarkt der Direktvermarkter“ richtig gut. „Bemerkenswert, dass es hier so viele hochwertige Produkte aus der Region gibt“, sagten sie und waren fast ein wenig erstaunt.

Organisiert aus einem Team von CDU-Kandidaten

Das Organisatorenteam, bestehend aus CDU-Kandidaten für den Gemeinderat, war über den Erfolg der Erstauflage überglücklich, denn alles lief perfekt nach Plan. Das Wetter war fantastisch, die Stimmung gelöst – und die Besucher strömten nur so auf das Gelände. „Wir gehen von 700 bis 800 Besuchern über den Vormittag aus“, berichtete Arne Jacobs hinterher. Der CDU-Bürgermeisterkandidat hatte den Markt morgens eröffnet – und dabei verständlicherweise ein klitzekleines bisschen Werbung in eigener Sache gemacht. Aber der Markt geriet dann glücklichweise nicht zu einer reinen CDU-Wahlkampf-Veranstaltung. Auch viele Politiker anderer Fraktionen waren gekommen, schnackten und shoppten. Und die von den Sozialdemokraten und Grünen unterstützte Bürgermeisterkandidatin Sabine Mandel hatte sich einen Besuch ebenfalls nicht nehmen lassen und nutzte den Tag, um mit vielen Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Direktvermarkter nutzen die Chance

Miteinander schnacken – das war ein erklärtes Ziel der Organisatoren. Aber natürlich stand auch der Wunsch im Raum, die insgesamt 17 Direktvermarkter mögen an diesem Tag einen ordentlichen Umsatz erzielen und erfolgreich Werbung in eigener Sache machen. „Bei mir läuft’s“, sagte Levi Hammond, der von seiner Asgard Farm in Schafwinkel Bohnen, Mangold, Rüben, Zwiebeln und Blumen mitgebracht hatte. Nicht nur vor seinem Stand bildeten sich immer wieder Schlangen. Auch andere Produkte waren heiß begehrt.

„Ich habe heute eine Auswahl der Produkte dabei, mit denen ich auch meine Regiomaten bestücke“, erzählte Moritz Cordes, bei dem reichlich Eier, Wurst und Marmeladen über den Verkaufstisch wanderten. Der junge Neddener hat mittlerweile fünf dieser Lebensmittelautomaten in der Umgebung aufgestellt. „Für mich ist so ein Markt auch eine gute Möglichkeit, die Regiomaten etwas bekannter zu machen.“

„Als wir angesprochen wurden, ob wir hier mitmachen wollen, fanden wir das direkt eine gute Idee“, sagt Kathrin Gaudig vom Hof Gaudig in Kreepen. An ihrem Stand gab es zum Beispiel Kartoffeln, Eier, Apfelmus und Fruchtaufstriche. „Ich kann jetzt schon sagen: Beim nächsten Mal wäre ich gern wieder dabei.“

Gaudig teilte sich den Stand mit Cord-Hinrich Blanke, Imker aus Sehlingen. Der war übrigens verantwortlich dafür, dass so mancher Marktbesucher schon vor dem Mittag etwas angetüdelt war: Seinem Charme und seinem Honigschnaps konnte kaum jemand widerstehen.

Mit Schnaps und Charme: Imker Cord-Hinrich Blanke.

Als der Markt vorbei war und die Beschicker schon einmal einen kurzen Blick in ihre Kasse geworfen hatten, trafen sich alle zu einer Gesprächsrunde mit den Organisatoren. „Das Feedback war durch die Bank sehr positiv und alle können sich eine Wiederholung vorstellen“, freute sich Jacobs. „Konkret wurde Samstag, 2. Oktober, als nächster Termin bereits vereinbart.“ Eine gewünschte Erweiterung des Angebotes soll Berücksichtigung finden. So hatten einige Besucher vorgeschlagen, mehr Obst und Gemüse ins Angebot aufzunehmen, auch Käse und Fisch hätten manchem gefehlt. Viele wünschten sich außerdem Kaffee und Kuchen zum Direktverzehr.

Wie genau die Zukunft des Marktes aussehen wird, ist noch unklar

Offen sei laut Jacobs noch, ob es ein regelmäßiger Wochenmarkt für die Lebensmittelversorgung werden soll, oder eher seinen Eventcharakter zur Präsentation und Werbung der Direktvermarkter behalten soll. „Nach dem zweiten Markt soll erneut in einem Workshop der Vermarkter entschieden werden, in welcher Form es weitergeht.“ Erste Freiwillige aus den Reihen der Marktbeschicker hätten sich bereits gemeldet, im Orga-Team mitzuarbeiten, und zukünftig Verantwortung zu übernehmen, freute sich Jacobs.

Rebecca und Conrad jedenfalls, die beiden Neu-Kirchlintler, hoffen, dass es künftig häufiger solche schönen Veranstaltungen am Lintler Krug gibt. Der Markt sei nicht nur ideal, um neue Leute kennenzulernen, sondern man könne auch mit gutem Gewissen einkaufen. „Man weiß ja im Prinzip, dass die Lebensmittel hier alle von unseren Nachbarn produziert wurden.“ Das gefalle ihnen gut. „Man hatte das Gefühl, die Beschicker sind nicht für den Profit da gewesen.“ Es hätte Spaß gemacht, sich mit ihnen über ihre Produkte zu unterhalten. „Wir wünschen uns den Markt einmal im Monat, am Liebsten mit Käse und Wein, – und ohne den Beigeschmack von verstecktem Wahlkampf“, zogen die beiden ein positives Fazit, bevor sie ihren Mangold nach Hause trugen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus
Neue Heimat für den FC Verden 04

Neue Heimat für den FC Verden 04

Neue Heimat für den FC Verden 04
Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung

Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung

Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung
Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen

Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen

Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen

Kommentare