Neues Buch von Plattdeutsch-Autor Ottfred Teske aus Hohenaverbergen

„Na kotte Tiet klapp dat all wunnerboor“

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Den Schalk im Nacken und Spaß am Schreiben: Autor Ottfred Teske hat ein neues Buch herausgegeben. 

Hohenaverbergen - Wenn Ottfred Teske Platt snackt, dann hören die Menschen zu. „Up Plattdütsch kann’n veeles beter utdrücken, wat’n in hochdüütsch nich so seggen mag“, nennt Teske einen möglichen Grund. Wer selbst in der ländlichen Region unterwegs ist, weiß, was der Senior aus Hohenaverbergen damit meint. Und wer mehr darüber erfahren möchte, der sollte das neueste Werk des Autors aufschlagen. „Szü, dor kannst maal sehn“, so der vielsagende Titel.

Das Schreiben macht Ottfred Teske sichtlich Spaß, und wenn er vom Schreiben spricht, dann ist das wörtlich zu nehmen. „Bei mir geht alles noch mit Papier und Stift“, lacht er. „Kien Smartphone? Du bist doch achter tau“, hat ihn dafür seine Kusine schon mal gescholten. Auf Platt hörte sich die leise Kritik aber eher freundlich an. Und damit wäre Teske dann auch schon wieder mitten drin im Thema. Platt sei doch grundsätzlich eine Sprache, die Menschen verbinde.

Es bleibt bei ihm, wie er es in seiner Kindheit gelernt hat, bei der Handarbeit mit dem Stift. Apropos Kindheit: Viele seiner Geschichten handeln aus den jungen Jahren, als der Senior noch als Bengel den Ort und das Schulhaus unsicher machte. Der Mann, heute „in den Siebzigern“, hat sich dazu an den Schreibtisch gesetzt und in seinen zahlreichen Erinnerungen gekramt. Dabei wird im Verlauf des Buches auch deutlich, warum Teske auf „Platt“ schreibt. „In miene Kinnertiet snacken wi bi us Tohuus bloot plattdütsch“, heißt es in einer Erzählung. „As ick na de School kööm, harr ick noch keen Woort hochdütsch snackt. De hochdütsche Spraak wör aver eene Saak, de flink to lehrn wör. Sogoor mir und mich könn ick uteenanner holen“, schreibt Teske. Und weiter heißt es „Na kotte Tiet klapp dat all wunnerboor. Nu könn ick twee Spraken“, so seine plattdeutsch-logische Rechnung.

Platt kam aus der Mode

Dennoch galt die plattdeutsche Sprache damals vielfach als – vorsichtig ausgedrückt – nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere wenn die „Jungs mit de Deerns snacken wullt“. Teske: „De Deerns wollen all een beten fiener ween. Se snacken mehrst hochdüütsch.“ So erging es auch Teske, als er mit einer Deern ins Gespräch kam, die steif und fest behauptete, kein Platt zu sprechen. „Ich war letzten Sonntag bei meiner Freundin, der Hof war so schitterig, da konnte man vor Dreck nicht zupetten“, erzählte ihm die junge Dame. „Ick möß lachen. Also, een beten plattdüütsch könn se doch“, schreibt Teske rückblickend.

„Szü, dor kannst maal sehn“ ist bereits das vierte Buch, das Ottfred Teske geschrieben hat. In der Verdener Aller-Zeitung und in den Zeitschriften „Land und Forst“, sowie „Zwischen Elbe und Weser“ ist er kein Unbekannter. Seine plattdeutschen Kurzgeschichten erzählen Erlebnisse aus allen Bereichen des Lebens. In dem neuesten Werk steht viel Amüsantes. Der Autor erzählt kurzweilig von „So eenen könnt wie nich bruken“, von „Allns goot versteken“, von „Vaderdag“ und von „De Dörpsladen“. Alle, die gerne plattdeutsch sprechen und lesen, dürften ihren Spaß an dem Buch haben. „Dat is bannig wat to’n Högen“, verspricht Teske.

Das Buch kann beim Autor unter der Telefonnummer 04238/608 für 7,90 Euro bestellt oder in den Verdener Buchhandlungen Mahnke und Vielseitig sowie bei der Verdener Aller-Zeitung, Große Straße 1, käuflich erworben werden.

mw

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