Kooperation Aller/Böhme besichtigt Gewässer / Renaturierung erfolgreich

Forelle und Co. fühlen sich im Gohbach wieder wohl

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Die Elektroimpulse locken die Fische schnell in den Kescher.

Specken - Bachforelle, Schmerle und auch der Stichling fühlen sich im Gohbach wieder wohl. Das war das Ergebnis einer Elektrobefischung im Abschnitt Specken, die im Rahmen des achten Gewässertages zur Aufnahme des Fischbestandes durchgeführt wurde. Damit zeigen die vor einem Jahr eingeleiteten Renaturierungsmaßnahmen des Gohbachs erste Erfolge.

Im Namen des Niedersächsischer Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NWKLN) hatte die Gebietskooperation Aller/Böhme zum Gewässertag ins Landhaus Badenhoop nach Schafwinkel eingeladen. Der Zusammenschluss wurde im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie gegründet. Es gehören Landkreise, Städte und Gemeinden sowie Wasserverbände, Umweltverbände, aber auch Vertreter der Industrie dazu. Der Schwerpunkt der Initiative liegt in diesem Jahr auf der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Struktur von fließenden Gewässern.

In den verschiedenen Vorträgen ging es um die Vorstellung des Aller-Projekts und die umgesetzten Maßnahmen am Beispiel des Gohbachs, die Planung von Renaturierungsmaßnahmen am Gewässer, die Umsetzung des EU-Naturschutzrechts auf Landesebene sowie Hochwasserrisiokomanagement und Auenentwicklung.

Der Theorie folgte die Praxis. Auf einer Tour besichtigten die Teilnehmer die Renaturierungsmaßnahmen am Gohbach in Brunsbrock, Kükenmoor und Specken. In Specken warteten Ralf Gerken und Jens Schiemann vom Landessportfischerverband Niedersachsen. Eine Elektrobefischung sollte Aufschluss über den Fischbestand im Gohbach bringen. Diese Geräte geben Elektroimpulse ans Gewässer ab, wodurch die Fische angelockt und leicht betäubt werden. Schaden nehmen sie bei dieser Prozedur nicht. „Wir wollen hier beispielhaft zeigen, wie so eine Befischung durchgeführt wird. Bei regulären Erfassungen müssen in der Regel mehrere repräsentative Abschnitte des Gewässers befischt und eine Mindestmenge von 300 bis 400 Tieren erfasst werden“, erklärt Ralf Gerken. Doch auch das Ergebnis dieses kurzen Fischzugs konnte sich sehen lassen: Forellen unterschiedlicher Größe, Bachschmerlen und sogar ein Stichling gingen Gerken ins Netz. „Die vielen kleinen Forellen beweisen, dass sich die Art erfolgreich fortpflanzt“, so Gerken. Insgesamt fand er Forellen drei unterschiedlicher Altersklassen. „Die Populationsstruktur stimmt“, schloss der Fachmann daraus.

Dass sich der Fischbestand im Gohbach positiv entwickelt hat, sei eindeutig den Renaturierungsmaßnahmen zuzuschreiben, so der Fachmann. Durch die frühere Begradigung des Baches wurde der Kies, den die Fische zum Laichen brauchen, ausgeschwemmt. „Es war ein Kanal ohne Struktur, ohne Tief- und Flachwasserstände“, beschreibt Gerken.

Ziel sei es nun, die ökologische Vielfalt wieder herzustellen. Dazu wurde Kies eingebracht. In Specken hat der ansässige Landwirt zudem seinen Weidezaun einige Meter zurückgesetzt. Mit der Zeit kann der Bach so wieder in seinen natürlichen Windungen fließen.

Auch wenn die Fischfauna des Gohbachs als „gut“ bewertet wird, ist der Idealzustand noch längst nicht erreicht. 14 verschiedene Arten könnten potenziell im Gohbach leben, darunter Lachs, Aal, Bach- und Flussneunauge oder Gründling. Querbauwerke stellen für einige Arten allerdings noch ein unüberwindliches Hindernis dar.

ahk

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