Nabu setzt Schleiereule erfolgreich zurück in den Nistkasten

Kleiner Vogel außer Puste

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Notgelandet aber noch mal gutgegangen: Der Nabu setzte die junge Schleiereule zurück in den Nistkasten. 

Kirchlinteln - Da hatte sich der Jungspund wohl etwas zuviel zugemutet: Bei ihrem ersten Rundflug ging der jungen Schleiereule die Puste aus. Die Kondition reichte nicht mehr für die Rückkehr ins elterliche Nest.

Mutter und Vater Eule konnten dem Nachwuchs nicht zur Seite stehen. Johann Twietmeyer, regelmäßig Herbergsvater eines Eulenpaars, wusste Rat, informierte den Nabu, und so konnte dem Vogel geholfen werden.

In Stemmen, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Twietmeyer, fühlen sich die Eulen wohl. Regelmäßig nisten sie sicher in einem Kasten, hoch oben, in einer Scheune. Der Nabu hat die Nisthilfe dort im Jahr 1998 aufgehängt. „Ein idealer Ort, groß, luftig und vor allen Dingen nicht hermetisch abgeriegelt“, so die Experten.

Ähnlich dachte auch das Schleiereulenpaar, das erneut in diesem Jahr in die Behausung zog. „Erfreulicherweise schlüpften dort fünf kleine Eulen“, freuten sich die Beobachter.

Flügge geworden, setzte der Nachwuchs zum ersten Ausflug an. Dem aufmerksamen Besitzer Twietmeyer entging nicht, dass sich eine kleine Schleiereule, vermutlich bei einem Übungsflug, überschätzt hatte oder den Weg nach Hause in den Kasten nicht mehr zurückfand. Das Tier war in einer Garage notgelandet und dort der Gefahr ausgesetzt, dass eine Katze es finden und möglicherweise töten könnte.

Twietmeyer wandte sich an seine Nabu-Schleiereulenbetreuer. Diese setzten dann in einer gemeinsamen Aktion den Nachwuchs in schwindelerregender Höhe zurück in den sicheren Kasten. „Auf dem Boden hätte die kleine Schleiereule keine Überlebenschancen gehabt und wäre vermutlich verdurstet und verhungert“, so der Nabu-Experte in einer Pressemitteilung. So konnte der übermütige Flieger nun von den Eltern weiter gefüttert werden und dreht mittlerweile seine Runden über dem weitgehend naturbelassenem Gelände, in dem die Vögel mit dem markanten Gesicht offensichtlich genug Nahrung finden.

Der Nabu weist in diesem Zusammenhang nochmal darauf hin, dass die Schleiereulen, wie viele andere Eulenarten auch, nur überleben können, wenn sie offene Löcher in Gebäuden finden, Nistmöglichkeiten und ausreichend Nahrung haben. „Dafür sind blühende Randstreifen an Getreideäckern, alte Scheunen und Stallungen und eine unaufgeräumte Natur unausweichlich, in der Mäuse, die Nahrungsgrundlage der Eulen, ebenfalls ausreichend zu fressen finden.“

Wer sich für die Schleiereulen oder die Brutstätten interessiert oder vielleicht sogar daran denkt, möglicherweise Platz für einen Nistkasten bieten zu können, kann sich gerne an den Nabu Kirchlinteln wenden. Informationen bei Gustav Schindler, Telefonnummer 04236/414, oder Annette Axtmann, Telefon 04236/1058.

Demnächst werde, so die Nabu-Verantwortlichen, noch eine E-Mail-Adresse eingerichtet, die Interessierten für Fragen und Beobachtungen rund um die Schleiereule zur Verfügung steht.

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