Bessere touristische Vermarktung geplant 

Im Kleinbahnbezirk herrscht „Aufbruchstimmung“

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Gemütlich durch die idyllische Landschaft tuckert die Kleinbahn, die dem Bezirk im südlichen Teil der Gemeinde ihren Namen gab.

Otersen - Ob idyllische Wanderungen im hügeligen Dalsch, ein Ausflug mit der historischen Kleinbahn, ein Besuch der Wassermühle Stemmen oder eine Überfahrt mit der Solar-Allerfähre – der Kleinbahnbezirk hat viel zu bieten. Nun wollen Akteure aus den Ortschaften in Sachen Tourismus noch näher zusammenrücken. Nach einer CDU-Initiative gibt es bereits erste Erfolge, wie einen gemeinsamen Veranstaltungsflyer.

„Bewusst wollten wir mit dem Ideenaustausch zum Thema Tourismus im Kleinbahnbezirk nur etwas anschieben, damit sich durch ehrenamtliches Engagement außerhalb der Politik mehr daraus entwickelt“, erläuterte Steffen Lühning seitens der CDU-Fraktion im Gemeinderat die Initiative der Christdemokraten.

Ein erster Schritt war die Veröffentlichung eines ehrenamtlich von Steffen Lühning erstellten Veranstaltungsflyers für die sieben Dörfer der auch Kleinbahnwinkel genannten Region mit den Dörfern Otersen, Wittlohe, Stemmen, Nedden-averbergen, Armsen, Hohenaverbergen und Luttum. „Als achte Ortschaft zählt auch der Verdener Stadtteil Eitze dazu“, so Lühning. Berücksichtigt wurden bei der Erstellung des Flyers aber vorerst nur die Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln: „Es war schon hier eine Herausforderung, alle Akteure und Termine unter einen Hut zu bringen. Trotzdem wollen wir zukünftig auch Eitze ins Boot holen und hoffen auf die Unterstützung der Stadt Verden bei kommenden Projekten“, so Lühning.

Der jetzt an vielen Stellen ausliegende Flyer bietet einen guten Überblick über die vielfältigen Veranstaltungen für die Bewohner der Region, aber auch für die Touristen. Diesem ersten Schritt zur besseren Vermarktung der Region sollen aber noch weitere folgen. Gedacht wird an eine Radwanderkarte sowie an einem gemeinsamen Internetauftritt und regelmäßige Treffen, koordiniert von Petra Lindhorst-Köster, in der Gemeinde zuständig für Tourismus.

Marela Seemann und Hermann Ramme freuen sich, dass der Kleinbahnbezirk jetzt einen eigenen Flyer hat.

Von einer „Aufbruchstimmung im Kleinbahnbezirk“ und einer sehr guten Werbung für die Region wurde nach der ersten Zusammenkunft gesprochen. Dieses Lob teilen Hermann Ramme, der Armsener Ortsvorsteher, und Marela Seemann, Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Armsen. Als Vermieter von Ferienwohnungen weiß Ramme, wie gefragt Informationen über die Region zum Beispiel für die Planungen von Wanderungen seien. Es gebe hier zwar ein gut ausgeschildertes Wegenetz, aber der Hinweis auf spezielle Ziele sei oft sehr spärlich.

Und es gibt in der Tat viele interessante Dinge zu sehen, beispielsweise die Solar-Allerfähre Otersen-Westen, mit der im Sommer tausende Passagiere befördert werden. Sehenswert sind auch das Kapitelhaus und die St.-Jakobi-Kirche in Wittlohe und die Wassermühle in Stemmen.

Lohnender Ausflugsort: Die Mergelkuhlen bei Nedden sind nicht nur idyllisch, hier wurde 1948 das Skelett eines Waldelefanten gefunden, der dort vor etwa 120.000 Jahren verendet war.

In Hohenaverbergen sind der Dorfmittelpunkt und der Kürbishof zu nennen. Ein erholsamer Spaziergang im hügeligen Dalsch bietet Naturerlebnis pur und vom Lohberg aus blickt der Wanderer in die Geest mit dem Dorf Nedden.

Während Armsen mit dem Erlebnispfad „Quellen, Eichen und Gärten“ wirbt und mit den Kursen des Kulturvereins in Sachen Malkunst auch schon mal „Klein-Worpswede“ genannt wird, sind es in Luttum und in Neddenaverbergen die Backhäuser, in deren Öfen nach historischem Vorbild hergestellter Teig zu Kuchen oder Broten wird.

Die Attraktion, die dem Bezirk ihren Namen gab, ist die Museumsbahn, die in früheren Zeiten „Kleinbahn“ genannt wurde. In den Anfangsjahren ab 1910 führte diese Strecke von Verden über Stemmen und Häuslingen bis hin nach Walsrode. Die Strecke ab Stemmen über Böhme nach Walsrode wurde Ende 1936 stillgelegt und die Gleise abgebaut. Mit dem Betrieb der Museumsbahn durch die 1989 gegründeten Verdener Eisenbahnfreude, in 2007 ergänzt durch die Kleinbahn Verden-Walsrode, werden die Fahrgäste im beschaulichen Tempo durch die Landschaft befördert.

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