Traumjob Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker: Ehrenurkunde für Corvyn Haase

„Klar, das ist schon echte Arbeit“

Metallarbeiten sind ein Teil der vielseitigen Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker.
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Metallarbeiten sind ein Teil der vielseitigen Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker.

Bendingbostel – Nur noch ein paar Schrauben am Schutzgitter festziehen, dann ist Corvyn Haase (20) mit diesem Transporter, der einen individuellen Aufbau ganz nach Kundenwünschen bekommen hat, erst einmal durch. Der nächste Auftrag wartet schon auf den Mitarbeiter von Schutz Fahrzeugbau. Wie genau dieser aussehen wird, weiß Corvyn noch nicht. „Ob Kipper, Pritsche oder Koffer – ich lass mich da überraschen. Das gefällt mir so gut an dieser Arbeit, sie ist sehr abwechslungsreich.“ Dass dem Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sein Job Freude macht, lässt sich auch an einer Urkunde ablesen, die ihm sein Arbeitgeber jetzt überreicht hat. Corvyn Haase ist einer der Sieger aus dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks, ausgerichtet von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.

Vielseitige Tätigkeiten, aber kaum Bewerber

Das Hauptgeschäftsfeld der Firma Schutz sind Aufbaulösungen für alle Transporter und LKW-Fahrgestelle, damit die Fahrzeuge am Ende passend sind für ihr jeweiliges Einsatzgebiet, ob Straßenmeisterei oder Handwerksbetrieb. Zudem fertigen die Mitarbeiter maßgeschneiderte Anhängerlösungen.

Nach Ende seiner Lehrzeit im Februar ist Corvyn Haase von seinem Bendingbosteler Ausbildungsbetrieb übernommen worden. Da habe man nicht lange überlegen müssen, berichten Jens Schutz, geschäftsführender Gesellschafter, und Ausbilder Markus Funda. „Die Übernahme ist bei uns immer das Ausbildungsziel.“ Der Firma Fachkräfte zu sichern – das sei mittlerweile aber eine ausgesprochen schwierige Aufgabe. „Wir würden gerne viel mehr junge Leute ausbilden“, sagt Jens Schutz. Indes fehle es schlicht an geeigneten Bewerbern. „Früher hatten wir mal bis zu elf Auszubildende, heute würden wir uns freuen, wenn wir mal wieder auf sechs bis acht kämen.“ Die Chancen, übernommen zu werden, stünden bei Schutz gut und die Ausbildung sei ausgesprochen vielseitig. Doch sei der Bewerber-Markt wie leer gefegt. Aber das gehe vielen Betrieben so, weiß Markus Funda. „Auf diesen Ausbildungsplatzbörsen zum Beispiel, da sehen wir eigentlich immer die gleichen Gesichter und alle haben das gleiche Problem: Sie finden keinen Nachwuchs.“

Corvyn, der aus Langwedel-Dahlbrügge kommt und mittlerweile in Dauelsen wohnt, kann das nicht verstehen. Für ihn ist Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker so etwas wie ein Traumjob. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, gerade in der Ausbildung lernt man ganz unterschiedliche Sachen.“ Fast die gesamte Bandbreite des Metallbaus, vom Kanten bis zum Schleifen und Schweißen, gehöre dazu. Aber auch mechanische Kenntnisse, Hydraulik und Pneumatik, würden vermittelt – und sogar Rechtliches: Schließlich müsste man in seinem Job zumindest die Grundzüge der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung kennen. Und mit Ende der Ausbildung sei das Lernen nicht vorbei. Funda: „Die Technik entwickelt sich so rasant weiter – da ist es wichtig, am Ball zu bleiben, damit man den Anschluss nicht verliert.“

„Klar, das ist schon echte Arbeit hier“, sagt Corvyn schmunzelnd. „Und da macht man sich auch mal die Hände schmutzig. Wenn man darauf keine Lust hat, ist es sicher nicht das Richtige.“ Doch wer Lust am Schrauben habe und bereit sei, sich ein wenig reinzuhängen, der könne sich auf einen spannenden Job freuen. „Ein bisschen handwerkliches Geschick sollten Bewerber schon mitbringen“, sagt Ausbilder Funda.

Corvyn arbeit mittlerweile im Bereich Montage. Das habe ihm bei seiner Ausbildung besonders gut gefallen. „Und wir versuchen schon, die Leute in einem Bereich einzusetzen, auf den sie Lust haben“, berichtet Chef Jens Schutz.

Beim Leistungswettbewerb gehörte Corvyn zu den 42 jungen Handwerkern aus dem Kammerbezirk, die bei ihren Abschlussprüfungen als Beste ihres Jahrgangs überzeugt haben. „Da ist man schon ein wenig stolz“, sagte Jens Schutz, als er seinem ehemaligen Azubi die Ehrenurkunde überreichte.

Von Reike Raczkowski

Schrauben: Im Bereich Montage hat es Corvyn Haase während der Ausbildung besonders gut gefallen. Mittlerweile gehört er fest zum Team.
Ehrenurkunde: Ausbilder Markus Funda (l.) und Chef Jens Schutz (r.) freuen sich über die Auszeichnung für Corvyn Haase.

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