Kita-Streik: Eltern organisieren Kinder-Betreuung in der Schützenhalle

Ein wenig Normalität

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Mediengruppe Kreiszeitung

Neddenaverbergen - Auch in Neddenaverbergen herrscht momentan Betreuungsnotstand. Seit dem 8. Mai wird die örtliche Kita bestreikt. Nun haben die Eltern selbst für Ersatz gesorgt. Seit Montag werden die zwölf Kinder von 9 bis 12 Uhr abwechselnd von drei Elternteilen in der Schützenhalle betreut.

„Wir haben erst einmal für eine Woche geplant. Zum Glück waren sofort viele Eltern bereit, die Kinder hier zu betreuen. Auch der Schützen- und Sportverein Neddenaverbergen hat uns sehr unterstützt und die Termine mit uns abgestimmt“, erzählt Kerstin Hogrefe. Gemeinsam mit Irena Harder und Anke Östmann hat sie die erste „Schicht“ am Montag übernommen. Schade finden es die Eltern, dass sie aus versicherungsrechtlichen Gründen die Räume der Kita nicht nutzen dürfen. Auch wenn Spielgeräte, Spiele und Bücher aus der Kita herbeigeschafft wurden, ein vollwertiger Ersatz ist die Schützenhalle natürlich nicht. Zudem ist das Außengelände zur Straße hin offen, so dass die Kinder nicht aus den Augen gelassen werden dürfen. Trotzdem sind die Eltern froh, dass ihre Kinder nun wenigstens in Neddenaverbergen bleiben können und nicht mehr zum Notdienst nach Luttum gebracht werden müssen, zumal dieser auch noch nicht einmal von allen genutzt werden kann. Anspruch auf die Notbetreuung haben nur die Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind.

Die Kinder freuen sich, dass sie wieder mit ihren gewohnten Spielkameraden zusammen sein können. Denn im Notdienst sei alles fremd, vieles müsse improvisiert werden, Zeit zum Eingewöhnen gebe es nicht. „Die Kinder waren dort nicht glücklich. Sie wurden dort abgegeben und sollten funktionieren, weil die Eltern arbeiten müssen, aber so schnell geht das nicht“, weiß Kerstin Hogrefe.

Nun hoffen die Eltern, dass Gewerkschaft und Arbeitgeber sich schnell einigen, damit in der nächsten Woche wieder der normale Alltag im Kindergarten herrscht. „Gerade für die Kinder, die in diesem Jahr zur Schule kommen, ist es schade, dass die Kindergartenzeit so endet“, findet Irena Harder.

Die Eltern richten daher den dringenden Appell an alle Beteiligten. „Unsere große Bitte ist es, den Streik nicht weiter auf dem Rücken der Kinder auszutragen.“

ahk

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