Imker bilden sich weiter / Dieter Röpe informiert über die Feinheiten der Bienenzucht

Kirchlintler kennt sich mit Königinnen aus

Imker bei der Fortbildung: Im Vordergrund sitzt Dieter Röpe und simuliert das Umlarven aus einer hellen Brutwabe. Tatsächlich geschieht das allerdings im Schatten, damit die jungen Bienenlarven nicht austrocknen. - Foto: Schwinge

Kirchlinteln - Wie züchtet man eine Bienenkönigin? Über dieses Thema unterrichtet derzeit der Kirchlintelner Bienenzüchter Dieter Röpe 15 Hobbyimker aus der Region in einem Workshop auf seinem Bienenstand. „Wenn die Zucht von Königinnen erfolgreich sein soll, sind eine Menge Punkte zu beachten“, weiß Röpe, der den interessierten Teilnehmern zunächst einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte.

Wenn künstliche Weiselnäpfchen – der Imker nennt die Königin Weisel – aus Wachs vorbereitet sind, werden aus einer Wabe mit frischer Brut einen Tag alte Rundmaden mit einem sehr kleinen Löffel in die vorbereiteten Weiselzellen umgebettet. Man bezeichnet das als Umlarven. Das erfordert eine ruhige Hand, damit die winzige Made nicht verletzt wird. die Imker staunten über das Geschick des Kirchlintler Bienenzüchters. Bis zu 30 weitere Königinnenzellen werden dann in das vorgesehene Volk gesetzt. Die königinnenlosen Bienen füttern nun fleißig die Maden mit einem besonders hochwertigen Futtersaft, dem Gelee Royal, und bauen die Königinnenzellen aus. Sie sind nicht sechseckig, sondern länglich und wie das Ende eines kleinen Fingers geformt. Am sechsten oder neunten Tag der Entwicklung werden die nun geschlossenen Weiselzellen mit großer Vorsicht in kleine, vergitterte Käfige gesetzt, in denen die Königinnen am 16. Tag schlüpfen.

Im nächsten Schritt, so erklärte Röpe, erhalten die jungen Königinnen auf dem Rücken eine Farbmarkierung, damit sie zwischen den vielen Bienen ihres Volkes leichter zu finden sind. In diesem Jahr ist die Markierung weiß, im nächsten Jahr gelb. So können auch fremde Imker das Geburtsjahr der Königin erkennen. Die jungen Weiseln werden nun kleinen Bienenvölkern zugesetzt, was meistens ohne Schwierigkeiten klappt. Die kleinen Bienenkästen hat der Imker vorher mit Zuckerteig gefüllt und stellt nun in der Nähe seines Bienenstandes mit geöffnetem Flugloch auf.

Wenn er bisher alles richtig gemacht hat, kommt nun eine Phase, zu der er nichts beitragen kann: Die Königin wird bei gutem Wetter zu ihrem Hochzeitsflug starten. Sie sucht einen sogenannten Drohnensammelplatz in der Luft, um sich mit mit mehreren Drohnen zu paaren. Die Bienenmänner verlieren dabei ihr Geschlechtsteil und ihr Leben. Die begattete Königin fliegt anschließend zu ihrem Völkchen zurück und wenn alles geklappt hat, kann der Imker nach einigen Tagen in der inzwischen von den Bienen gebauten Wabe Eier erkennen. Die Königin kann nun einem größeren Volk zugesetzt werden.

„Möchte der Imker eine Reinzuchtkönigin haben, so muss gewährleistet werden, dass die Drohnen von einem gekörten Volk stammen“, erklärte Röpe. Das sei aber nur an entlegenen Orten, wie einer Nordseeinsel möglich, weil nur dort Drohnen von ausgesuchten Völkern herumfliegen, andere können vom Festland nicht herüber kommen. Der Imker schickt seine kleinen Völker mit der Post zur Insel Spiekeroog. Wenn die Königinnen dort begattet wurden, heißen sie Inselköniginnen, die dann einen dokumentierten Stammbaum haben.

An den kommenden drei Wochenenden werden die angehenden Königinnenzüchter die erforderlichen Arbeitsschritte selbst ausführen – natürlich mit Unterstützung des Kirchlintler Profis.

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