1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Kirchlinteln

Kirchlinteln: Damit der Notruf immer ankommt

Erstellt:

Von: Markus Wienken

Kommentare

Blick auf das Feuerwehrhaus Kirchlinteln.
Auch wenn der Strom ausfällt, kommt der Notruf an. Glasfaser, wie im Feuerwehrhaus Kirchlinteln, soll für sichere Kommunikation sorgen © Markus Wienken

Schnell und vor allem reibungslos muss es gehen, wenn’s irgendwo brennt, jemand in Not ist und dringend Hilfe braucht. Der Hilferuf muss ankommen. Auch wenn der Storm ausfällt....

Kirchlinteln – Die Gemeinde Kirchlinteln will anders als ursprünglich geplant, sämtliche Feuerwehrhäuser mit sogenannten LWL-Anschlüssen ausstatten. Kupfer hat, weil langsam und störanfällig, ausgedient, Glasfaser ist angesagt.Die Kosten für den Lichtwellenleiter-Anschluss belaufen sich einmalig auf circa 27. 000 Euro.

Feuerwehr Kirchlinteln: Glasfaser statt Kupferkabel

Im Ausschuss für Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten stellte Amtsleiter Stefan Schulz dem Gremium zunächst den Ist-Zustand der Technik in den Gebäuden der Freiwilligen Feuerwehr kurz vor. Bislang konnten die Feuerwehrhäuser in Armsen, Heins, Kirchlinteln, Neddenaverbergen und Sehlingen mit Internet versorgt werden. Dabei arbeiten die Feuerwehrhäuser in Kirchlinteln, Sehlingen und in dem alten Gebäude in Neddenaverbergen schon mit einem LWL-Anschluss. Für weitere Häuser gibt es bislang nur herkömmlichen Kupfer-Anschluss mit einer Bandbreite bis zu 16 Mbit Download. Auch der weitere Ausbau, so der bisherige Plan, solle mit Kupfer erfolgen. Noch schlechter sieht es für die Feuerwehrhäuser in Bendingbostel und Otersen aus, wo aufgrund von Entfernungen eine DSL-Versorgung nicht oder nur mit einem erheblichen Kostenaufwand möglich wäre.

Kirchlinteln: Feuerwehrhaus auch bei Stromausfall erreichbar

Besserung ist allerdings in Sicht: Die Gemeinde könne im Rahmen des DSL-Ausbauprogramms der Verdener Firma T-M-Net Marco Bungalski für die Feuerwehrhäuser jeweils einen LWL-Anschluss mit einer Bandbreite von 50 Mbit im Download und 10 Mbit im Upload anbieten. Schulz sprach von einem Angebot, das die Zuverlässigkeit der Erreichbarkeit der Feuerwehren deutlich verbessere. „Dabei liegen die monatlichen Kosten mit 30 Euro je Anschluss gleichauf mit einem 16 Mbit Kupfer-Anschluss.“

Neben einem erheblich schnelleren und weniger störanfälligen Netz birgt die LWL-Nachrüstung weitere Vorteile: „Bei einem großflächigen und andauernden Stromausfall ist eine Kommunikation sowohl per Internet als auch per Telefon untereinander und mit dem Rathaus weiterhin möglich. Dies sichert die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren und stellt in Katastrophen- und Großschadenlagen einen erheblichen Vorteil auch für den Bevölkerungsschutz dar“, erklärt Schulz.

Gesamtkosten für Anschluss bei circa 27.000 Euro

Mit der zuständigen Firma sei die weitere Vorgehensweise zwecks Ausbau mit LWL-Technik bereits durchgesprochen, so Schulz. Im Falle eines Auftrages könnten die noch ausstehenden Kupfer-Anschlüsse storniert werden. Für die Ausstattung der dann insgesamt elf Feuerwehrhäuser mit LWL-Anschlüssen müsste die Gemeinde einmalige Kosten in Höhe von 23 400 Euro zuzüglich circa 4 500 Euro Mehrwertsteuer begleichen. Und der Ordnungsamtsleiter hatte sogar noch ein As im Ärmel, das die Anschaffung besonders schmackhaft mache: „Wir haben, umgelegt auf die Feuerwehrhäuser, einen gemittelten Durchschnittspreis von circa 1 950 Euro pro Anschluss und die Zusage, dass, wenn in Nedden neu gebaut wird, zu den gleichen Bedingungen auch da Glasfaser verlegt wird.“ Zum Vergleich: Auf dem Markt werden die Anschlusskosten derzeit mit circa 5 000 Euro verhandelt.

Gemeindebrandmeister Holger Müller, in der Sitzung anwesend, sprach sich, wenn möglich, ausdrücklich für die Anschaffung der LWL-Technik aus. Die veraltete Kupfer-Technik sei anfälliger und ein Auslaufmodell, schloss er sich den Ausführungen der Verwaltung an.

Ausschuss Kirchlinteln stimmt für Beschlussempfehlung

Ähnlich fiel die Reaktion der Mitglieder des Ausschusses aus. „Wir gehen da voll mit“, so Claus Hermann Hoops. „Es ist der Weg, den wir bereits vor circa fünf Jahren eingeschlagen haben. Wir sind froh, dass es endlich losgeht“, sagte der CDU-Vertreter im Ausschuss. Hans-Rainer Strang (SPD) schilderte seine Erfahrungen mit dem LWL-Ansschluss: „Damit haben wir eine durchgehend bestmögliche Erreichbarkeit und ein Höchstmaß an Sicherheit, zumal die Firma bei Bedarf um die Ecke liegt und schnell hilft.“ Auch Timo Degenhard schloss sich der Beurteilung an: „Die Verbindung ist zuverlässig, auch bei Stromausfall, das Angebot gut, wir sollten das unbedingt machen“, signalisierte der Vertreter der Grünen.

Alle sieben Vertreter des Ausschusses für Brandschutz stimmten der LWL-Umsetzung zu.

Auch interessant

Kommentare