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Kirchlinteln möchte neuen Freunden helfen

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Von: Reike Raczkowski

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Sachspenden werden Samstag, 10 bis 13 Uhr, in der Zimmerei Bischoff angenommen. Allerdings sind diesmal nur ganz bestimmte Hilfsgüter gefragt, nämlich Medikamente, Verbandsmaterial, medizinische Schutzausrüstung, Hygieneartikel, Lebensmittel, Babywindeln und -nahrung, Bettwäsche, Schlafsäcke, Decken und Zelte.
Sachspenden werden Samstag, 10 bis 13 Uhr, in der Zimmerei Bischoff angenommen. Allerdings sind diesmal nur ganz bestimmte Hilfsgüter gefragt, nämlich Medikamente, Verbandsmaterial, medizinische Schutzausrüstung, Hygieneartikel, Lebensmittel, Babywindeln und -nahrung, Bettwäsche, Schlafsäcke, Decken und Zelte. © Hogrefe

Sie kennen einander nicht, aber wer weiß, vielleicht begegnen sich Igor Petruk und Arne Jacobs ja eines Tages. Jedenfalls halten die beiden Bürgermeister seit Beginn des Kriegs in der Ukraine den Kontakt zueinander. Und so weiß der Kirchlintler Verwaltungschef mittlerweile sehr genau, woran es der westukrainischen Kleinstadt Tlumatsch, der sein Amtskollege vorsteht, in diesen Tagen mangelt. Nächste Woche soll der zweite Hilfstransport ins Kriegsgebiet rollen.

Kirchlinteln – Anlässlich einer Besichtigung der Sammelunterkunft für Flüchtlinge in der Kirchlintler Turnhalle mit Landrat Peter Bohlmann (ausführlicher Bericht folgt) rief Jacobs gestern dazu auf, den nächsten gemeindlichen Hilfstransport in die vielleicht künftige Partnerstadt zu unterstützen.

Zustande gekommen ist der Kontakt wie berichtet durch die Kirchlintler Jugendhilfeeinrichtung Sirius, die mit einem Waisenheim in Tlumatsch befreundet ist. Beim ersten Hilfstransport am 11. März – damals noch etwas improvisiert mit einer Kolonne aus Reisebussen und Privatfahrzeugen sowie zahlreichen Ehrenamtlichen – hatten die Kirchlintler auf dem Rückweg direkt mehr als 60 Flüchtlinge mitgebracht, unter ihnen zahlreiche Kinder. Seitdem halten die Bürgermeister Jacobs und Petruk Kontakt. Irgendwann, in besseren Zeiten, so hoffen beide, könnte daraus eine Gemeinde-Partnerschaft entstehen.

Immer mehr Flüchtlinge in der Westukraine

„Bisher hat es in der Stadt Tlumatsch, die weit im Westen der Ukraine liegt, zum Glück keine Kampfhandlungen gegeben“, weiß Jacobs. „Und doch ist die Not in der Region groß.“ Denn die Kleinstadt werde geradezu überschwemmt von Hilfesuchenden. „Derzeit sind innerhalb der Ukraine zwölf Millionen Menschen auf der Flucht. Tlumatsch, eine Stadt mit gerade mal 8500 Einwohnern, hat bereits mehr als 2 000 Geflüchtete aus anderen Teilen des Landes aufgenommen.“ Wegen der kriegsbedingten Lieferengpässe sei es nun schwierig, diese Menschen adäquat zu versorgen.

Samstag Spendenannahme, Dienstag geht es los

Da möchte die Gemeinde Kirchlinteln gern behilflich sein: Am Dienstag, 26. April, startet der zweite Hilfstransport. Diesmal wird ein Lkw einer Spedition die Fahrt übernehmen und direkt in die Stadt, nicht wie beim letzten Mal ins polnisch-ukrainische Grenzgebiet, fahren und medizinische Produkte, Gaskocher, ein Notstromaggregat und Lebensmittel liefern. Die medizinischen Produkte, der Gaskocher und das Notstromaggregat wurden gespendet, die Lebensmittel von Spendengeldern im Großhandel gekauft. „Ich bin sehr dankbar für die bereits eingegangenen Spenden. Das gibt uns die Möglichkeit, zielgerichtet die Dinge zu kaufen, die vor Ort benötigt werden. Dieses zudem zu einem guten Preis, da große Mengen abgenommen werden.“

Für den Transport werden auch noch Sachspenden angenommen, allerdings ganz gezielt und nur am Samstag, 23. April, in der Zeit von 10 bis 13 Uhr, bei Zimmerei Heinz Bischoff, Röhrskamp 5, die für diesen Zweck Lagerräume zur Verfügung stellt.

Es wird gebeten, nur Folgendes zu spenden: Medikamente, Verbandsmaterial, medizinische Schutzausrüstung, Hygieneartikel, Babywindeln und -nahrung, Lebensmittel, Bettwäsche, Schlafsäcke, Tagesdecken und Zelte. „Es ist hilfreich, wenn Spenden sortenrein, also Kartons mit jeweils identischen Dingen, abgegeben werden. Das erleichtert das Verfrachten für den Transport enorm“, bittet Jacobs.

Benefizkonzert für die Ukrainehilfe

Mit einer Finanzspritze lässt es sich ganz einfach und ausgesprochen effektiv helfen. „Das Geld wird verwendet für die Hilfe direkt vor Ort in der Gemeinde und für die Hilfstransporte nach Tlumatsch.“ Spenden an folgendes Bankkonto der Kreissparkasse Verden: IBAN: DE93 2915 2670 0016 0021 80, Verwendungszweck „Ukrainehilfe“. Und wer seine Spende mit einem schönen Abend verbinden möchte: Am Sonnabend, 23. April, findet um 19 Uhr in der Kirche in Wittlohe ein Benefizkonzert mit dem Cellisten Alexander Baillie zugunsten der gemeindlichen Ukrainehilfe statt.

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