Kindertagespflege in der Gemeinde / CDU bildet Arbeitsgruppe

Flexibel und passend

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Die Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung“ mit den Expertinnen der Kindertagespflege (v.l.): Birgit Söhn, Wilhelm Hogrefe, Hanna Stegmann, Cord Wahlers, Bianka Reichardt, Arne Jacobs und Karin Wiedemann.

Kirchlinteln - Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, dafür gibt es verschiedene Modelle. Die Kindertagespflege ist eins davon. „Gerade wenn sich junge Eltern entscheiden, ihre unter Dreijährigen nicht fünf Tage die Woche in Vollzeit in die Betreuung zu geben, bietet die Tagespflege einen großen Vorteil“, so Bianka Reichardt. Die Vorsitzende des Vereins Kindertagespflege im Landkreis war auf Einladung der CDUnach Kirchlinteln gekommen.

Eine Arbeitsgruppe innerhalb der CDU-Fraktion befasst sich seit geraumer Zeit mit dem vielschichtigen Thema „Frühkindliche Bildung“. Dabei hat sie auch Kontakt zum Verein Kindertagespflege im Landkreis Verden aufgenommen. Bianka Reichardt und Hanna Stegmann als aktive Tagesmutter in der Gemeinde erzählten von ihren Erfahrungen.

Der Verein mit Sitz im Rathaus Achim ist im Wesentlichen für die landkreisweite Ausbildung der Tagesmütter und für die Vermittlung von Plätzen verantwortlich. Ein Ziel ist es, passgenau die Anforderungen der Eltern und das Angebot der Tagesmutter zu vermitteln. Häufig spiele dabei die Nähe zum Wohnort oder auch zum Arbeitsplatz eine wichtige Rolle.

„Die meisten Kinder kennen es nicht mehr, dass Oma mit am Mittagstisch sitzt“, berichtet Hanna Stegmann, aktive Tagesmutter aus Bendingbostel. Eine familiennahe Form der Kinderbetreuung sei daher ein großer Wert an sich. „Gerade für die Jüngsten ist die Betreuung in kleinen Gruppen bis zu fünf Kindern oft einfacher, um sich auf eine erstmals fremde Bezugsperson einzulassen“, so ihre Erfahrung.

„Die sehr hohe Flexibilität, das Angebot nur tageweise oder mit unterschiedlichen Zeiten in Anspruch zu nehmen, kann eine öffentliche Einrichtung so nicht bieten“, ergänzt Bianka Reichardt. Da die Tagesmütter selbstständig tätig seien, könnten sie individuelle Vereinbarungen mit den Eltern treffen.

Es wurden gleichwohl Herausforderungen in der Kindertagespflege diskutiert. Obwohl die Einrichtung laut Gesetzgeber für 30 Prozent der Betreuung unter Dreijähriger stehe, sei diese Betreuungsform nicht so sehr im Blickfeld wie die Krippen, die theoretisch 70 Prozent des Bedarfs abdecken sollen.

Unterstützung und mehr Flexibilität wünschten sich die Aktiven auch in der Schaffung von Plätzen. So könnten Tagesmütter einen Zuschuss für Baumaßnahmen beim Landkreis beantragen, dürfen dann jedoch nur ausschließlich Kinder unter drei Jahre aufnehmen, was eine enorme Einschränkung darstelle. Ein Punkt, den Wilhelm Hogrefe aufnahm, um ihn in der Kreistagsfraktion zu besprechen.

Ein weiteres Problem in der Tagespflege sei die Regelung im Falle von Krankheit der Tagesmutter. „Hier arbeiten wir an einem Vertretungsmodell, was noch mehr Verlässlichkeit für die Eltern bedeutet“, erklärte Bianka Reichardt.

In der Gemeinde Kirchlinteln seien sowohl Angebot als auch Nachfrage nach Kindertagespflege Schlusslicht im Landkreis Verden. „Das hat sicherlich auch mit der sehr guten Ausstattung und Verfügbarkeit an Krippenplätzen zu tun“, schildert Arne Jacobs.

Deutlich wurde in der Runde, dass sowohl Tagespflege als auch Krippe ihre Berechtigung haben: „Wir wollen keine Konkurrenzsituation zwischen Kinderkrippe und Kindertagespflege. Beide Formen der Betreuung haben individuelle Vorteile“, erklärt Birgit Söhn. „Uns geht es um ein gleichwertiges Nebeneinander für eine tatsächliche Entscheidungsfreiheit der Eltern in der Gemeinde“, ergänzt Karin Wiedemann.

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