Podiumsdiskussion in Kirchlinteln

Kein Abitur? Kein Problem!

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Sehr gerne stellen die Arbeitgeber auch Haupt- und Realschüler ein. Auf dem Podium von links: Stefan Göhring (Moderator), Wilhelm Soller (Vemag), Bäckermeister Torsten Wöbse, Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Dr. Bodo Stange (IHK Stade), Carsten Rosebrock (Thom Metall- und Maschinen) und Werner Triebel (Moderator).

Kirchlinteln - „Zählt nur noch das Abitur? Chancen und Möglichkeiten einer Ausbildung“ lautete das Thema einer Podiumsdiskussion in der Kirchlintler Schule am Lindhoop am Vorabend der Berufsorientierungsmesse. Die Oberschule hatte gemeinsam mit der Initiative emforce dazu eingeladen. Der Abend war für die Schüler sehr informativ – und ihre Eltern erfuhren zum Beispiel, dass ihnen in Sachen Ausbildung eine größere Rolle zukommt, als sie wahrscheinlich gedacht haben.

Die Podiumsteilnehmer Wilhelm Soller (Ausbildungsleiter Vemag), Carsten Rosebrock (Betriebsleiter Thom Metall- und Maschinen), Bäckermeister Torsten Wöbse, Dr. Bodo Stange (Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Stade) und Bürgermeister Wolfgang Rodewald beantworteten zunächst die Eingangsfrage eindeutig: Junge Menschen haben auch ohne Abitur hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Lehrer Stefan Göhring und emforce-Mitglied Werner Triebel. Letzterer erklärte: „Wir haben zu dieser Diskussion eingeladen, weil seit einigen Jahren viele unserer Schüler nach dem Abschluss einen Umweg über Dauelsen machen, der gar nicht notwendig wäre. Wir würden uns wünschen, dass sie die Chancen, die ihnen Industrie und Handwerk bieten, auch nutzen.“

Dr. Dörte Liebetruth, SPD-Landtagsabgeordnete und ehemalige Kirchlintler Schülerin, hatte die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Sie machte den Schülern in Hinblick auf den Fachkräftemangel klar: „Ihr werdet gebraucht.“

Dr. Bodo Stange konnte nur zustimmen: „Viele Handwerksbetriebe suchen dringend Nachfolger. Das ist eine tolle Perspektive.“ Er berichtete über Möglichkeiten, wie auch Hauptschüler im Handwerk aufsteigen und Karriere machen können.

Eine Frage aus dem Publikum, ob es denn nicht stimme, dass die meisten Firmen drei Stapel mit Bewerbern auf dem Tisch hätten, getrennt nach Gymnasiasten, Haupt- und Realschülern, und Erstere bevorzugen würden, verneinten alle auf dem Podium. Dr. Stange hatte einen Tipp parat: „Seht einfach zu, dass ihr aus dem Stapel herauskommt.“ Die Bewerber sollten persönlich vorstellig werden, in einem Praktikum ihre Stärken zeigen.

„Unterstützung der Eltern ist ganz wichtig“

Bäcker Torsten Wöbse erklärte, dass Schulnoten zwar eine gewisse Rolle spielten, er aber grundsätzlich auf etwas anderes Wert lege: „Begeisterung.“ Und die könne man am besten im Rahmen eines Praktikums erspüren. „Einige Tage bei uns mitarbeiten – das öffnet vielen die Augen. Manche stellen fest, dass es nicht das Richtige ist. Aber bei anderen spürt man die Freude an der Arbeit. Und das ist das, was zählt.“

Rodewald erklärte, dass er jeden Bewerber von der Schule am Lindhoop zu einem Gespräch einlade, unabhängig von dessen Noten. Im Gespräch sei ihm wichtig, dass die Jugendlichen authentisch seien und zeigten, dass sie sich im Vorfeld über Ausbildung und Arbeitgeber informiert hätten. „Engagement und Motivation“ seien dabei Schlüsselworte.

Wilhelm Soller berichtete, dass die Vemag auch schwächere Schüler einstelle. „Wir geben ihnen eine Chance, denn oft stellt sich heraus, dass in ihnen unheimliches Potenzial steckt.“ Auch er sieht ein Praktikum als beste Möglichkeit, „sich für den Betrieb interessant zu machen.“

Berufsmesse in der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln

In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
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In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
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In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske
In der Schule am Lindhoop fand die Berufsmesse mit über 30 Ausstellern statt. © Henning Leeske

Für die Firma Thom ist ein Hauptschulabschluss oder eine schlechte Note kein Grund, einen Bewerber abzulehnen. Carsten Rosebrock: „Klar muss ein Schüler den Drive haben, ein schlechtes Zeugnis mit Fleiß auszugleichen.“ Vor allem komme es auf praktische Fähigkeiten an: „Wenn einer gerne an seiner Mofa schraubt, dann ist das toll.“ Auch lernschwache Schüler seien zum Bewerbungsgespräch willkommen. „Jeder hat eine Chance verdient.“

Rosebrock erzählte, dass er immer auch die Eltern zum Bewerbungsgespräch einlade. „Wir wollen, dass unsere Auszubildenden dran bleiben, ihre Prüfung bestehen – und dann hoffentlich für die nächsten 50 Jahre bei uns bleiben.“ Doch komme es bei den meisten Auszubildenden irgendwann zu Tiefpunkten und Zweifeln. „Nach der Zwischenprüfung kommt so mancher in ein Tal der Tränen. Und dann brauchen wir Eltern, die ihre Kinder unterstützen und motivieren.“ Deswegen sei es so wichtig, das Elternhaus kennenzulernen. 

rei

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