LGS freut sich über Nachwuchs

Jubeln für die Schulhühner

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Putzmunter und ausgesprochen hübsch: Dass die acht Schulküken wohlauf sind, freut die Kinder, die Lehrer und auch den Geflügelzuchtexperten Heiner Albrecht, der das Projekt seit sechs Jahren begleitet.

Bendingbostel - „Wollen wir mal gucken gehen?“, fragt Nadja. Die Drittklässlerin führt die neugierigen Erwachsenen selbstbewusst in den schuleigenen Hühnerstall und kniet sich vor eine Drahtbox. „Da sind sie.“ Acht fluffige, goldgelbe Küken wuseln herum.

Mittendrin sitzt, etwas nervös wegen der vielen Fremden, die Glucke. „Wir sind ziemlich stolz“, sagt Schulleiterin Reinhild Hunold leise, damit das Federvieh nicht erschrickt. „Das ist unser erster Hühnernachwuchs.“

Seit sechs Jahren hält die Lintler-Geest-Grundschule in Bendingbostel Deutsche Zwerghühner. Drei Hennen und einen Hahn, um genau zu sein. Damals hatte die Schulleiterin den Kontakt zu Heiner Albrecht vom Geflügelzuchtverein Morsum gesucht, der das Schulhühnerprojekt bis heute begleitet.

„Und es läuft ganz hervorragend, wie man sieht“, lobt der Experte bei seinem Besuch in der Schule. „Ich komme nur in Notfällen vorbei, aber die passieren eigentlich nie. Oder eben aus Neugier, so wie heute.“ Denn natürlich will der Profi sehen, wie die Küken aussehen, ob sie gesund und munter sind. „Alles bestens“, konstatiert er zufrieden.

Kinder pflegen die Hühner

In der Schule sind die Kinder für die Pflege der Hühner zuständig. Im monatlichen Wechsel kümmern sich die Kinder im Klassenverband um die Tiere. Sie gehen in den benachbarten Lintler Laden, um dort Grünabfälle abzuholen, mit denen sie das Federvieh füttern. Außerdem reinigen sie den Stall und den Auslauf. 

Nadja, Julian, Seth und Fynn (v.l.) haben die Küken bereits bestaunen dürfen. Und sich gleich ein paar Eier aus dem Stall genommen.

Sie bekommen Unterstützung vom Bendingbostler Helmut Wahlers, der Mitglied im Geflügelzuchtverein Morsum ist und gleich um die Ecke wohnt. „Ich komme auch am Wochenende vorbei und schaue nach dem Rechten.“ Die Klasse, die sich jeweils aktuell kümmert, darf auch die Eier behalten, die die Hühner legen.

Die Glucke mit ihren Kleinen. 

„Als Heiner Albrecht uns nach einigen Jahren fragte, ob wir die Hennen nicht mal zum Brüten bringen wollen, waren wir erst skeptisch“, so Reinhild Hunold. Doch nun sei sie froh, dass sie es gewagt hätten. Helmut Wahlers: „Im Prinzip ist es auch ganz einfach. Du baust ein Nest, legst die Eier hinein und setzt eine Henne drauf.“ 

Und wenn diese bereit sei, die Eier auszubrüten, passiere der Rest quasi von alleine. Die Schulküken seien nach 20 Tagen geschlüpft. „Die weiblichen Tiere wollen wir behalten“, berichtet die Schulleiterin. Die Hähne nimmt Albrecht zurück. Wie viele es von welchem Geschlecht gibt, habe man noch nicht festgestellt.

Bald für alle Schüler zu sehen

Noch nicht alle Schüler haben die niedlichen gelben Federbälle bereits gesehen. Solange die Küken in ihrem Käfig sind, dürfen nur die Kinder in den Stall, die gerade mit der Pflege betraut sind. „Aber in ein, zwei Wochen dürfen die Küken auch draußen rumtollen“, sagt Albrecht. Dann könnten sie von allen Schülern ausgiebig bewundert werden.

Heiner Albrecht und Helmut Wahlers sind begeistert davon, wie ernst die Schüler ihre Verantwortung für die Hühner nehmen. „Für Tierhaltung braucht man Disziplin“, lobt Wahlers. „Und die Schule hat das richtig gut im Griff.“ Albrecht findet es außerdem gut, dass die Schule auf Unterstützung der Gemeinde vertrauen kann. „Das fing ja schon beim Aufstellen des Stalles an, da war der Bauhof prompt zur Stelle.“ Das sei nicht selbstverständlich.

Heiner Albrecht nimmt eines der Küken in Augenschein. 

Wie sehr sich die Kinder mit den Hühnern verbunden fühlen, habe man im Winter gemerkt, berichtet Reinhild Hunold. Als die Tiere wegen der Vogelgrippe wochenlang nicht ihren Verschlag verlassen durften, hätten die Kinder richtiggehend mitgelitten. „Als die Stallpflicht dann endlich aufgehoben wurde, habe ich eine Lautsprecherdurchsage gemacht.“ Das Jubeln der Kinder habe man in der ganzen Nachbarschaft hören können.

rei

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