Jahreshauptversammlung des Hegerings Süd / Zahl der Nutztierrisse steigt

Der Wolf beschäftigt Jäger und Gesetzgeber

Kreisjägermeister Hilmer Kruse (l.) und der Vorsitzende des Hegerings Süd, Carsten Kuhnt (r.) mit den Geehrten Georg Cordes, Johann Schröder und Harm Tietje (v.l.).
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Kreisjägermeister Hilmer Kruse (l.) und der Vorsitzende des Hegerings Süd, Carsten Kuhnt (r.) mit den Geehrten Georg Cordes, Johann Schröder und Harm Tietje (v.l.).

Kirchlinteln - „Seitens des Gesetzgebers braucht es Vorgaben, wie viele Wölfe Niedersachsen und Deutschland tragen kann. Vor allem die Politik ist hier gefragt, rechtzeitig gangbare Wege aufzuzeigen, die ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Mensch und Wolf ermöglichen“, so Kreisjägermeister Hilmer Kruse bei der Jahreshauptversammlung des Hegerings Süd.

Der Wolf genieße den höchsten Schutzstatus und unterliege dem Naturschutzrecht, so der Kreisjägermeister bei der Versammlung im Verdener „Niedersachsenhof“, selbst schwer verletzte Tiere müssten von einem Amtsveterinär gegebenenfalls erlöst werden. Aber auch die Gesellschaft wolle es mehrheitlich, dass der Wolf heimisch werde. Von daher müsse die Politik möglichst schnell gesetzliche Regelungen schaffen, um der Vermehrungsrate zu begegnen.

Die Vermehrungsrate der aktuell fünf Rudel und vier Paare sowie einiger Einzelwölfe (insgesamt etwa 50 Tiere) in Niedersachsen beträgt laut Kruse rundweg 30 Prozent im Jahr. Der Jägerschaft geht es nach seinen Worten auch nicht um eine Eliminierung der Wolfspopulation, denn jeder Jäger habe sich an Recht und Gesetz zu halten. Die Zahl der Nutztierrisse steige allerdings stark an, denn es sei unmöglich, die allein in Niedersachsen hunderte Kilometer langen Deiche, die wegen des Hochwasserschutzes von Schafen beweidet werden müssten, komplett einzuzäunen.

Kritische Worte fand Kruse zur Gesetzgebung des Landes. Er mahnte die Jäger zur Geschlossenheit, denn bereits die kurzfristige Vorlage einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr lasse erahnen, dass durch die aktuell geplante Novellierung des niedersächsischen Jagdgesetzes unruhige Zeiten bevor stehen könnten. Kurz erläuterten Kruse und der Vorsitzende des Hegerings, Carsten Kuhnt, noch einige Änderungen bei den Arten- und Naturschutzmaßnahmen des Hegefonds.

Kuhnt berichtete von einer ansteigenden Strecke beim Schwarzwild, die sich mehr als verdoppelt habe. Er rief auch angesichts der Gefahren durch die Schweinepest zu einer scharfen, waidgerechten Bejagung auf. Leicht zurückgegangen sei die Strecke beim Dam- und Rehwild, aber trotz gleichzeitig rückläufiger Anzahl des Fallwildes seien hier die Verkehrsteilnehmer immer noch zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Besonders beachtet werden müsse außerdem die Zunahme der Strecke an Marderhunden und Waschbären.

Die Beurteilung der Bewertungskommission der Gehörne erläuterte der zweite Vorsitzende, Eckhard Carstens. Der Obmann des Schießwesens, Johann Winkelmann, freute sich über gute Ergebnisse und Frauke Mügge berichtete über die Waldjugendspiele. Über verschiedene Aktionen informierte der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Helmut Meyer. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Georg Cordes, Harm Tietje und Johann Schröder geehrt.

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