90 Jahre SPD-Ortsverein Kirchlinteln / Festrede von Ministerpräsident Weil

„Die älteste Bürgerinitiative Deutschlands“

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Peter Eckermann (2.v.l.) und Heinz Junker (r.) wurden von Stephan Weil (l.) und Hermann Meyer für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Kirchlinteln - Prominenter Besuch beim SPD-Ortsverein Kirchlinteln. Zur Feier des 90-jährigen Bestehens am Freitag im Lintler Krug, konnte Ortsvereinsvorsitzender Hermann Meyer Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Festredner begrüßen. Viele Gäste und Mitglieder feierten 90 Jahre SPD in Kirchlinteln, darunter auch der ehemalige Bundesminister Karl Ravens sowie eine Abordnung des CSSD-Ortsvereins Letovice.

Die Handschrift der SPD sei in der Gemeinde Kirchlinteln deutlich zu erkennen, auch wenn sie zurzeit keine Mehrheit habe, hob Fraktionsvorsitzender Richard Eckermann in seiner Begrüßungsrede hervor. Weitere Grußworte sprachen Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Ortsvorsteherin Sigrid Lindhorst und die Vorsitzende des CSSD-Ortsvereins Letovice, Daniela Ottowá.

Nach einem Rückblick auf die Geschichte des Ortsvereins durch Hermann Meyer, ergriff der Ministerpräsident das Wort. Er erklärte, warum die SPD „seine“ Partei sei. Schon als Schüler sei er von der Ostpolitik Willy Brandts bewegt gewesen, bekannte Weil. 1980 sei er schließlich in die SPD eingetreten. In dieser Zeit habe ihn vor allem der Gedanke bewegt, dass Franz Josef Strauß auf keinen Fall Kanzler werden dürfe.

Er fühle sich auf Jubiläumsveranstaltungen immer sehr wohl, erzählte Weil. Bei einer Veranstaltung der SPD in Hannover 1991 seien ihm Menschen begegnet, die für eine 50- oder 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden. „Es waren Menschen, die bescheiden waren und ihr ganzes Leben lang ihren Grundsätzen treu geblieben sind, das hat mich sehr beeindruckt. Damals und heute kann man stolz sein, Teil einer solchen Kette zu sein.“

Weil bezeichnete die SPD als „älteste Bürgerinitiative Deutschlands“. Er wies ferner darauf hin, dass die meisten Menschen, die in Deutschland auf kommunaler Ebene Politik machten, dies ehrenamtlich täte. Diesen Mitbürgern dankte er ausdrücklich für ihr Engagement.

Schließlich umriss Weil die Inhalte, die die SPD seiner Meinung nach auszeichneten. So sei die Partei von Anfang an für den Frieden eingetreten. „Egon Bahr hat ein Leben lang für den Frieden gearbeitet, wir sind dankbar für seine Arbeit.“ Als weiteren Punkt nannte er die soziale Gerechtigkeit. Man schaue nicht nur, dass es einem selbst gut gehe, sondern sei erst zufrieden, wenn es auch den anderen gut gehe.

Der Politiker erinnerte daran, dass der Ortsverein durch ehemalige Eisenbahnarbeiter gegründet wurde. „Arbeit war für die SPD immer ein wichtiges Thema. Sie ist weit mehr als bloße Existenzsicherung. Dass es auch auf gesellschaftliche Teilhabe ankommt, sagt keiner so deutlich wie die SPD“, unterstrich Weil. Das Menschenbild der SPD sage ferner, dass jeder sich so gut wie möglich entwickeln und seine Talente entfalten können müsse. „Wir arbeiten daran, dass jeder eine fair Chance bekommt, auch wenn er aus einem ärmeren Elternhaus stammt. Damit sind wir die eigentliche Partei der Freiheit“, betonte der Ministerpräsident.

Weiter erinnerte er daran, dass Genossen aufgrund ihrer politischen Meinung verfolgt worden seien. „Gerade deshalb lassen wir nicht am Grundrecht auf Asyl rütteln, das ist uns aus unserer eigenen Geschichte wichtig“, sagte er.

Die SPD sei eine Partei, die ihre Entscheidungen aus Verantwortung treffe, was gut für das Gemeinwesen sei: „Erst das Land, dann die Partei.“ Auch Kirchlinteln würde anders aussehen, wenn es die SPD nicht gegeben hätte. „Wir sind stolz darauf, was wir geschafft haben, in Kirchlinteln, Niedersachsen und der Bundesrepublik“, so Weil. Er wünschte der Kirchlintelner SPD eine gute Zukunft und zeigte sich überzeugt, dass der Ortsverein auch noch sein 150-jähriges Jubiläum feiern wird.

Gemeinsam mit Hermann Meyer ehrte der Ministerpräsident anschließend Heinz Junker und Peter Eckermann für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD. Margarete Eckermann und Friedel Koch erhielten eine Auszeichnung für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Flüchtlingshilfe.

ahk

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